Home Aktuell Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats kosten Deutschland 26.6 Milliarden EURO an direkten Kosten und Produktivitätsausfall
24 | 11 | 2017
PDF Drucken

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats kosten Deutschland 26.6 Milliarden EURO an direkten Kosten und Produktivitätsausfall

 

  • Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparates sind die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle, aber aufgrund von mangelnden Spezialisten und Ressourcen scheitern die Bemühungen, den Erkrankten die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen

 

Berlin (3. März 2010) – Ein heute veröffentlichter Bericht zeigt, dass Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparats, zu denen mehr als 200 Erkrankungen wie Arthritis, Rückenschmerzen sowie Gelenk-, Muskel- und Sehnenschäden zählen, die Hauptursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten in Deutschland sind. Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparats verursachen 30 % aller Abwesenheitstage in Deutschland.

 

Der Bericht Fit for Work: Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparats und der deutsche Arbeitsmarkt wurde von der Work Foundation, einer unabhängigen Forschungs- und Beratungsorganisation, mit der Unterstützung von INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) erstellt. Dieser Bericht zeigt, dass eine frühe Intervention und stärkere Bemühungen, den Arbeitsplatz von Menschen mit diesen Erkrankungen zu erhalten, die nationale Produktivität fördert und das Ausmaß der Arbeitslosigkeit reduziert. Der Bericht betont außerdem, dass alle Beteiligten (Ärzte und Arbeitsmediziner, Patienten, Arbeitgeber und die Regierung) zusammenarbeiten sollten, um die Barrieren zu überwinden, die Betroffene an einer aktiven Teilhabe am Arbeitsleben hindern.

 

Steve Bevan, Geschäftsführer der Work Foundation und Leiter der Forschungsgruppe, die den Bericht erstellte, bemerkte, "Arbeit kann gleichzeitig Ursache der Erkrankung sein, aber auch die Heilung fördern. Denn sie kann die Symptome der Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparates verstärken. Aber es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass bei einem frühen Eingreifen und mit den richtigen Unterstützungsmaßnahmen Arbeit auch Teil des Rehabilitationsprozesses sein kann. Denn die Arbeit trägt zum Selbstwertgefühl eines Menschen bei und verleiht das Gefühl, etwas Produktives zu leisten. Was sich aber ganz dringend ändern muss, ist die Einstellung von vielen Medizinern und Arbeitgebern, dass ein Arbeitnehmer hundertprozentig fit sein muss, bevor eine Rückkehr an den Arbeitsplatz in Erwägung gezogen werden kann. Es gibt noch viel zu viele Menschen, die nur die Arbeitsunfähigkeit und nicht die Arbeitsfähigkeit sehen.”

 

Dr. Christa Sedlatschek von INQA kommentierte, “Die Gesundheit der Arbeitnehmer ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen, von der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland in entscheidendem Maße abhängt. Das Hauptziel aller Aktivitäten muss sein, die betroffenen Menschen in Arbeit zu halten bzw. wieder in die Arbeitswelt zu integrieren. Wir freuen uns, dass wir die Work Foundation mit ihrer Arbeit in diesem wichtigen Forschungsfeld in Deutschland unterstützen konnten.”

 

Der Bericht befasste sich detailliert mit folgenden vier Erkrankungen:

 

  • Rückenschmerzen: eine unspezifische Erkrankung (keine spezifische Diagnose) die durch kurze Schmerzintervalle gekennzeichnet ist (19 Prozent der Arbeitnehmer klagen über arbeitsbedingte Rückenschmerzen).
  • Erkrankungen der oberen Gliedmaßen: eine unspezifische Erkrankung (15 Prozent der Menschen berichten über Muskelschmerzen in Nacken, Schultern und den oberen Gliedmaßen).
  • Rheumatoide Arthritis: eine spezifische Erkrankung, an der 540.000 Menschen und 0,66 Prozent der Bevölkerung leiden. Etwa ein Viertel ziehen sich nach der Diagnose aus dem Arbeitsleben zurück.
  • Spondyloarthritis: fortschreitende und chronische rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule befällt, aber auch Gelenke, Sehnen und Bänder. 1,3 Prozent der Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung.

 

Der Bericht ruft zu Verbesserungen bezüglich der Kostenerfassung auf und empfiehlt eine frühzeitige Intervention. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass eine langfristige Abwesenheit vom Arbeitsplatz meistens schädlich ist. Eine Partnerschaft zwischen Patienten, Arbeitgebern, Arbeitsmedizinern und dem behandelnden Arzt kann eine Balance herstellen zwischen der notwendigen Ruhe und der Arbeitsaktivität. Für einige Patienten kann ein schneller Zugang zu Physiotherapie oder zu medikamentöser Behandlung die Schwere, Ausprägung sowie das Fortschreiten der Erkrankung reduzieren. Die Verfasser des Berichts empfehlen auch bessere Mechanismen zur Bewertung und Überwachung der direkten und indirekten sozialen und arbeitsbezogenen Auswirkungen einer Erkrankung des Stütz-und Bewegungsapparats.

 

Der Bericht gibt fünf Empfehlungen:

 

  • Frühe Intervention ist notwendig,
  • Fokus auf die Arbeitsfähigkeit und nicht die Arbeitsunfähigkeit,
  • Kreative Arbeitsgestaltung ist ein Schlüssel zur Rehabilitation,
  • Über die physischen Symptome hinausdenken,
  • die direkten und indirekten Kosten von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates müssen bedacht werden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.fitforworkeurope.eu

 

 

Über Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates

Unter der Bezeichnung Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sind mehr als 200 Krankheiten zusammengefasst, die Muskeln, Gelenke, Sehnen, Bänder, periphere Nerven und versorgende Blutgefäße betreffen und bei den Betroffenen Schmerzen und funktionale Behinderungen verursachen (Punnett et al, 2004).



Über die Work Foundation

Die Work Foundation ist eine führende unabhängige Institution, die sich mit dem Gebiet der Arbeit und ihrer künftigen Entwicklung befasst. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Arbeitslebens und den damit verbundenen Nutzen für Unternehmen zu verbessern, indem sie Führungskräfte, Entscheidungsträger und Meinungsführer mit Evidenzen, Beratung, neuen Denkweisen und Netzwerken ausstattet. Darüber hinaus führt sie ein größeres Forschungs- und Beratungsprogramm im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden durch.



Über die Fit for Work Initiative

 

Die Fit for Work Initiative der Work Foundation wird durch Forschungsförderung vom globalen Gesundheitsunternehmen Abbott und durch organisatorische Arbeit von der Kommunikationsagentur Weber Shandwick unterstützt. Die Fit for Work-Berichte werden von der Work Foundation unabhängig verfasst, wobei die gesamte redaktionelle Kontrolle ausschließlich der Work Foundation unterliegt. Weitere Informationen unter www.fitforworkeurope.eu

 

 

Download

 

Die Work Foundation - Hintergrund The Work Foundation.pdf Hintergrund The Work Foundation.pdf (115.12 KB)

Fit for Work - Fit for Work Report Zusammenfassung.pdf Fit for Work Report Zusammenfassung.pdf (162.62 KB)

Fit for Work? Muscoskeletal Disorders in the European Workforce - Fit for Work Pan-European Report.pdf Fit for Work Pan-European Report.pdf (1.86 MB)

Hintergrundinformationen zu Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates in Europa - Hintergrund Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats.pdf Hintergrund Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats.pdf (118.54 KB)

 


Quelle: Pressegespräch der Firma Abbott zum Thema “Arbeiten mit chronischer Erkrankung – ungenutzte Potentiale erschließen: am Beispiel von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates” am 03.03.2010 in Berlin (Weber Shandwick) (tB).
 
Anzeigen

Medical News
Schmerz - PainCare
Wundversorgung
Diabetes
Ernährung
Onkologie
Multiple Sklerose
Parkinson