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19 | 10 | 2017
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Symposium „Zeitgemäße spezifische Immuntherapie ‑ Adjuvanzien machen den Unterschied"

Adjuvanzien wie MPL® machen die Therapie effektiv und sicher

Lübeck (28. September 2007) - Die Spezifische Immuntherapie (SIT) ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen Management der Allergietherapie, ihr klinischer Erfolg zweifelsfrei belegt. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf in Bezug auf Innovationen, erklärte Professor Dr. Harald Renz, Vorsitzender des Bencard Symposiums, anlässlich des 2. gemeinsamen Kongresses des Ärztevereins Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI).

Als ein Beispiel nannte er die Verbesserung der spezifischen Immuntherapie durch Kombination mit Adjuvanzien wie Monophosphoryl‑Lipid A (MPL). Neue Entwicklungen in der spezifischen Immuntherapie implementieren den Zusatz von Toll-like-Rezeptor-(TLR) Agonisten, die das Immunsystem stimulieren und dadurch eine kürzere Behandlungszeit erlauben. MPL ‑ Adjuvans des POLLINEX® Quattro ‑ ist ein solcher TLR(4)-Agonist, der die erwünschte Immunmodulation in Richtung der Th1‑gerichteten Immunantwort durch Stimulation sowohl des angeborenen als auch des erworbenen Immunsystems fördert.

Die Lebensqualität als klinisch relevanter Parameter für die Therapie
Als uneinheitlich bezeichnete Dr. Uta Rabe, Treuenbrietzen, die Methoden zur Bewertung der Effektivität der SIT. Allein die Korrelation von Laborparametern und klinischem Bild sei unzureichend, so Rabe. Das wichtigste Kriterium zur Effektivitätsmessung muss die Bewertung der Lebensqualität (Quality of life) vor und nach einer Therapie sein ‑ ein Parameter, der inzwischen auch in die Leitlinien (Klassifikation der allergischen Rhinokonjunktivitis) der DGAKI Eingang gefunden hat. Neben anderen Parametern wurde die Lebensqualität mittels standardisierter Fragebögen nach Juniper (Fragenbögen: allergische Rhinokonjunktivitis und Asthma) in einer multizentrischen Anwendungsbeobachtung gemessen, die, so Rabe, die Effektivität einer dreijährigen präsaisonalen Kurzzeit-Immuntherapie mit POLLINEX Quattro überprüfen sollte. Abgefragt wurde die Patientenbewertung auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 6 (völlig beeinträchtigt) zu drei Zeitpunkten (vor, während und nach Beendigung der Therapie). Für eine Teilgruppe (Birke/Erle/Hasel = 131 Patienten) stellte Rabe die Ergebnisse nach dem ersten Therapiezyklus vor. Während die Baseline‑Werte (Rhinokonjunktivitis) im Mittel bei 3,4 (mäßig beeinträchtigt) lagen, verbesserte sich der Krankheitsverlauf signifikant zur Mitte um 16 % (0,5 bis 0,9 Scorestufen) und zum Ende der Pollensaison bzw., nach Therapie um 31 % (1 bis 1,4 Scorestufen). Für den AQLQ (Asthma Quality of Life Questionnaire)-Fragebogen zeigten sich ähnliche Ergebnisse: Baseline-Werte von im Mittel 2,5 veränderten sich positiv um 29 und 32 %, in Scorestufen bedeutete dies 0,3 bis 1,1 (Mitte) und 0,4 bis 1,0 (Ende der ersten Saison).

Die Ergebnisse korrelierten positiv mit den „harten" Daten der Therapeuten. Bei 81 % der Patienten konnte eine Verbesserung der Symptome gesehen werden und 43 % konnten die Medikation ändern bzw. die Dosen reduzieren. 86 % der Patienten bewerteten die Verträglichkeit der Therapie mit gut bis sehr gut.

SIT auch bei atopischer Dermatitis eine Behandlungsoption

Nicht selten finden sich bei Patienten mit atopischer Dermatitis polyvalente Typ-I-Sensibilisierungen, die durchaus auch für diese chronische Hauterkrankung klinische Relevanz haben können. Klassische inhalative Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben können aerogen zur Auslösung eines Ekzem-Schubes oder zur Verschlimmerung beitragen. Analog zur Therapie der allergischen Rhinitis und des allergischen Asthmas könnte die spezifische Immuntherapie auch als kausale Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit atopischer Dermatitis in Frage kommen. Zum Einsatz von Pollenallergenextrakten bei atopischer Dermatitis existieren aber bislang nur wenige Daten. Professor Dr, Margitta Worm, Berlin, berichtete von einer offenen Untersuchung mit 18 Neurodermitis-Patienten im Alter von 19 bis 44 Jahren, die mit POLLINEX Quattro behandelt wurden. Es zeigte sich dabei eine sehr gute Verträglichkeit. Der SCORAD (Schweregrad der atopischer Dermatitis) betrug vor Therapie 40,3 und nach 4 Injektionen 31,2. Worm betonte, dass weitere Studien zum Einsatz von Pollenextrakten bei atopischer Dermatitis notwendig sind und dass sie MPL als Adjuvans für besonders interessant halte, da es in die Immunregulation eingreift und sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem stimuliert.

SLIT und MPL ‑ erste Ergebnisse

Die sublinguale spezifische Immuntherapie (SLIT) birgt das Potenzial eines Paradigmenwechsels, erklärte Professor Dr. Ludger Klimek, Wiesbaden. Die bisher verfügbaren Daten zur Effizienz sind allerdings, so der Allergologe, nicht immer einheitlich und den Studien liegt oft ein sehr langes Therapieschema zugrunde. Der Patient verlangt nach kürzeren Anwendungen und einer Kombination mit Adjuvanzien, die dies ermöglichen. Hierzu stellte Klimek die Ergebnisse mit MPL im Rahmen einer monozentrischen, randomisierten und plazebokontrollierten Doppelblind-Phase-I-Studie vor. 80 Graspollen-Allergiker bildeten vier Gruppen mit je 20 Patienten. Pro Gruppe erhielten 16 Patienten ein Verum und vier Patienten ein Plazebo.

Die Patienten der Verum‑Gruppe 1 erhielten ausschließlich 9,45
mg eines flüssigen Graspollen‑Extraktes, standardisiert an Phlp1,
die zweite Gruppe erhielt zusätzlich 21 mg MPL®,die dritte Gruppe zusätzlich 52,5 mg MPL und die vierte Gruppe erhielt 19,04 mg Phlp1 plus 52,5 mg MPL®
.

Die Patienten erhielten täglich sublinguale Applikationen des Verums oder des Plazebos über einen Zeitraum von acht Wochen. Der zu Beginn der Therapie bei allen Patienten positiv ermittelte nasale Provokationstest (NPT) wurde nach vier und zehn Wochen überprüft. Nach zehn Wochen (zwei Wochen nach Therapieende) zeigte sich in den Gruppen drei und vier (mit höherer MPL®Dosis) ein signifikant größerer Anteil von Patienten mit negativem NPT als in der Plazebogruppe. Für das spezifische IgG konnte in den Gruppen drei und vier ein schnellerer Anstieg beobachtet werden. „Die Daten zeigen, dass bereits eine 8‑wöchige SLIT mit MPL zu klinisch sichtbaren Ergebnissen führt ‑ die Veränderungen im Profil der Antikörper verdeutlichen die immunogene Wirkung von MPL", hob Klimek hervor.

Ein Ausblick in die Zukunft
Wirksamkeit und Sicherheit der spezifischen Immuntherapie zu optimieren, ist Anliegen immer weiterführender Forschung. Dabei dürfen kritische Fragen nach der Evidenz für die bessere Wirksamkeit neuer Methoden und nach eventuellen Nebenwirkungsprofilen nicht aus den Augen verloren werden. So haben erste Versuche mit der SCIT mit rekombinanten Allergenen Wirksamkeit gezeigt, berichtete Professor Dr. Ulf Darsow, München. Interessant ist die Entwicklung modifizierter Allergene mit verringerter Allergenität bei erhaltener Immunogenität. Möglicherweise eröffnen sich in Zukunft sogar Behandlungsstrategien für die prophylaktische Vakzinierung. Vielversprechende Ansätze sind die Verbindung von Allergenen mit immunstimulatorischen DANN-Sequenzen, die Anwendung von Fusionsproteinen mit inhibitorischen Eigenschaften für Mastzellen und Basophile sowie die Verwendung synthetischer Peptidfragmente von Allergenmolekülen. Größere Studien mit längeren Beobachtungszeiträumen werden sicherlich von Nutzen sein, um diese neuen Konzepte in Zukunft weiterzuentwickeln. Bereits jetzt trägt die Verwendung innovativer Adjuvanzien wie Monophosphoryl‑Lipid A (MPL) zur Entwicklung effizienterer Therapieschemata bei.


Quelle: Symposium der Firma Bendcard Allergyie zum Thema „Zeitgemäße spezifische Immuntherapie – Adjuvanzien machen den Unterschied“ am 28. September 2007 in Lübeck (Media Concept) (tB).
 
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