Home Allergie Effektivere Allergiekontrolle: Allergische Erkrankungen maßgeblich für schulischen Leistungsabfall, Krankschreibungen und Arbeitsun-fähigkeit verantwortlich
23 | 11 | 2017
PDF Drucken

Effektivere Allergiekontrolle

Allergische Erkrankungen maßgeblich für schulischen Leistungsabfall, Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeit verantwortlich

 

Wiesbaden (3. Oktober 2014) – Die Bagatellisierung allergischer Erkrankungen, wie der allergischen Rhinitis (AR) und die damit einhergehenden Behandlungsdefizite, führen dazu, dass viele Allergiker keine befriedigende Symptomkontrolle erreichen. Und das trotz z.T. gravierender Beeinträchtigungen der Betroffenen, steigender Patientenzahlen und hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem. „Eine inadäquat behandelte AR kann zu Asthma führen, was den Patienten nicht nur schwerwiegende Folgen für ihre Gesundheit beschert, sondern auch die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit ist[1]. Schüler mit Pollenallergie sind während der Pollen-Saison im Schnitt eine ganze Note schlechter als ihre allergiefreien Mitschüler[2] und im Straßenverkehr kann eine unbehandelte symptomatische AR die Fahrtauglichkeit wie ein halbes Promille Blutalkoholgehalt einschränken[3]“, berichtete Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Wiesbaden, bei dem von MEDA Pharma ausgerichteten Symposium „Management des allergischen Patienten in der Praxis“ anlässlich des Deutschen Allergiekongresses am 3. Oktober 2014 in Wiesbaden.

 

„Wir haben eine massive Unterversorgung der allergischen Patienten, der es mit allen Mitteln entgegenzuwirken gilt. Bei AR machen uns das moderne Medikamente, wie Dymista®, einfach“, so Klimek weiter. Allergien auf Nahrungsmittel oder Insektengifte würden von den Patienten – trotz lebensbedrohlicher Anaphylaxiegefahr – nicht immer hinreichend ernst genommen, wie Prof. Dr. med. Johannes Ring, München, erläuterte. Wichtig sei zunächst, dass die Patienten potenzielle Anaphylaxie-Auslöser kennen und konsequent meiden. Er verwies auf die neue S2-Leitlinie zur Akuttherapie und Management der Anaphylaxie[4] und betonte: „Karenz ist jedoch nicht immer möglich. Daher ist in der Akutsituation ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor lebensrettend und sollte immer mitgeführt werden.“ Prof. Dr. med. Thomas Werfel, Hannover, stellte das Update der Neurodermitis-Leitlinie vor. Es gebe keine grundlegenden Änderungen, so Werfel, das A & O im Management der Neurodermitis bleibe weiterhin, Schüben mit allen Mitteln vorzubeugen.

 

Allergien sind die stärksten Prädispositionsfaktoren für die Entwicklung eines Asthmas bei Kindern und Jugendlichen. Bei Erwachsenen sind sie primäre Morbiditätsfaktoren[5]. Dabei ist hierzulande jeder Dritte von mindestens einer Allergie betroffen und die Anzahl der Allergiker steigt nach wie vor[6]. Zugleich führt die bestehende Unterversorgung von Allergiepatienten zu schweren Folgeerkrankungen, wie Asthma und Neusensibilisierungen[7], und erhöht damit die Kosten im Gesundheitswesen[6]. Asthma bronchiale ist die häufigste Ursache von Arbeitsfehltagen und allergische Erkrankungen insgesamt sind für jede zehnte Krankschreibung verantwortlich[1]. Nicht zuletzt schränken Behandlungsdefizite die Lebensqualität von Allergikern erheblich ein. „Dennoch werden gemäß den Daten der Wasem-Studie[6] nur sieben Prozent der an AR bzw. fünf Prozent der an allergischem Asthma erkrankten Patienten mit einer ursächlichen Therapie, wie der allergenspezifischen Immuntherapie, behandelt“, so Klimek. Es bestehe daher dringender Bedarf für ein besseres Management von Allergiepatienten - zumal heute wirksame Therapieoptionen zur Verfügung stünden.

 

 

Keine Kompromisse bei der AR-Kontrolle

 

Die Kontrolle der nasalen und okularen Symptome muss das Ziel jeder AR-Therapie sein. Kommt eine spezifische Immuntherapie nicht in Frage, sollte auf die bestmögliche medikamentöse Behandlung zurückgegriffen werden, wie Klimek erläuterte. Die fixe Kombination aus Fluticasonpropionat und Azelastinhydrochlorid (Dymista® Nasenspray) ermöglicht aufgrund der eigens entwickelten Galenik eine schnelle, effektive und anhaltende Linderung sowohl aller nasalen als auch okularer Symptome[8,9,10]. Dabei weist das Kombinationspräparat gegenüber den Einzel-substanzen eine bessere Wirksamkeit auf. Dies wurde bei mehr als 4.600 AR-Patienten belegt: zum einen anhand einer signifikant höheren Reduktion des rTNSS (reflective Total Nasal Symptom Score) von der Baseline. Zum anderen konnte die Schwere der Symptome mit dem Kombinationspräparat drei Tage früher als mit Fluticasonpropionat und bis zu fünf Tage früher als mit Azelastinhydrochlorid halbiert werden[10,11,12]. Dabei wurde ein höherer klinischer Nutzen vom ersten bis zum letzten Tag der Studie beobachtet. „Dymista ist für uns Ärzte eines der sinnvollsten und durchdachtesten Medikamente für den entsprechenden Einsatz bei AR13,17 - es ist selbst bei schwer erkrankten Patienten wirksam, rezeptpflichtig und erstattungsfähig und ohne generische Alternative“, fasste Klimek zusammen.

 

 

Bei Asthma - Inhalationskontrolle vor Dosiserhöhung

 

Besteht bereits ein persistierendes Asthma, brauchen die Patienten einen einfach zu handhabenden Inhalator mit optimaler – am besten vierfacher – Inhalationskontrolle wie den Novolizer®, um eine adäquate Aufnahme der inhalativen Medikamente zu gewährleisten. Denn Fehler bei der Inhalation sind einer der wichtigsten Faktoren für nicht ausreichend kontrolliertes Asthma und sollten, laut aktueller GINA-Leitlinie[14], vor einer Erhöhung der Medikamentendosis ausgeschlossen werden. Um eine optimale Asthmakontrolle zu erreichen, sind zudem regelmäßige Anwendungsschulungen der Patienten unerlässlich.

 

 

Anaphylaxiegefahr nicht unterschätzen - im Zweifel immer Adrenalin!

 

Was es bedeutet, eine bekannte Anaphylaxiegefahr zu unterschätzen erläuterte Ring am Beispiel eines Patienten, der trotz Empfehlung ein Notfallset zur Soforthilfe bei einer drohenden anaphylaktischen Reaktion mit sich zu führen, darauf verzichtete und an einem Wespenstich verstarb. Daher empfiehlt die aktuelle Anaphylaxie-Leitlinie[4], dass alle Patienten ein Notfallset erhalten, die bereits eine anaphylaktische Reaktion hatten und bei denen mögliche Auslöser nicht mit Sicherheit vermeidbar sind. Zudem wird es allen erwachsenen Patienten mit Mastozytose empfohlen. In ein solches Notfallset gehören laut Ring ein lebensrettender Adrenalin-Autoinjektor, ein H1-Antihistaminikum, ein Glukokortikoid und bei Patienten mit Asthma ein inhalativer Bronchodilatator. Ring verwies darauf, dass die Patienten bzw. Angehörige das Notfallset regelmäßig hinsichtlich der Haltbarkeit der Inhaltsstoffe kontrollieren sollten und in der Anwendung des Autoinjektors geschult werden müssten, z.B. unter www.anaphylaxieschulung.de

 

 

Update Neurodermitis: Möglichst lange schubfrei ist weiterhin Ziel

 

Die Aktualisierung der Neurodermitis-Leitlinie von 2008 sei notwendig geworden, so Werfel, obgleich keine grundlegenden Anpassungen erforderlich waren. Speziell für die pädiatrischen Patienten sei nun ausdrücklich erwähnt, dass neben der Berücksichtigung eventuell vorliegender Komorbiditäten die betroffenen Kinder gemäß STIKO-Empfehlungen regulär zu impfen seien. Bei allen Patienten sollte eine individuelle Allergiediagnostik durchgeführt werden. „Die Bestimmung spezieller Laborparameter ist hingegen nicht notwendig“, ergänzte Werfel. An den Therapieempfehlungen hat sich nichts Wesentliches geändert. Ziel der Behandlung ist es, eine möglichst lange schubfreie Zeit zu erreichen. Komplementärmedizinische Optionen könnten dazu weiterhin nicht empfohlen werden, hier fehle es an prospektiven Studien, die die Wirksamkeit belegten, sagte Werfel. Die Grundlage der Neurodermitis-Behandlung ist und bleibt eine regelmäßige, nachhaltige Hautpflege. Darüber hinaus wird neben der topischen Therapie mit Steroiden der Einsatz von Calcineurininhibitoren empfohlen. Als First-Line-Therapie für sensible Hautareale (wie z. B. Gesicht, Hals, Intertrigines) ist der Einsatz eines topischen Calcineurininhibitors wie Pimecrolimus (z. B. als Creme 10 mg/g, Elidel®) bei leichter oder mittelschwerer atopischer Dermatitis bei Patienten ab 2 Jahren empfehlenswert, wenn eine topische Kortikoidbehandlung nicht in Frage kommt[15]. Dessen Vorteile bestehen u. a. darin, dass es auch nach längerer Anwendung nicht zu einer Atrophie der Haut kommt und Nebenwirkungen, wie z. B. steroidinduzierte Rosacea und periorale Dermatitis, im Gesicht ausbleiben, die bei einer längeren Behandlung mit topischen Glukokortikosteroiden auftreten können. Werfel betonte, dass Calcineurininhibitoren auch über die Abheilungsphase hinaus eingesetzt werden können. Zudem wies er auf eine fünfjährige Studie[16] hin, die gezeigt hatte, dass Pimecrolimus vergleichbar effektiv wie topische Glukokortikosteroide wirkt, deren Einsatzbedarf senken und auch bei Kleinkindern sicher eingesetzt werden kann. Pimecrolimus sei daher eine wichtige Therapiealternative beim Langzeit-Management der Neurodermitis.

 

 

Literatur 

  1. Badura B., Schröder H., Vetter, C. (Hrsg.). (2008): Fehlzeiten-Report 2007. Heidelberg: Springer Verlag
  2. Walker S. et al., 2007 J Allergy Clin Immunol 2007; 120(2): 381-387
  3. Vuurman E. F. et al. Allergy 2014; 69: 906-912
  4. Ring J. et al., Allergo J Int 2014; 23(3): 96-112
  5. Ring J., Bachert C., Bauer C.-P., Czech W.: Weißbuch – Allergie in Deutschland. München, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2010
  6. Biermann J., Merk H. F., Wehrmann W., Klimek L. Wasem J. et al., Allergo J 2013; 22(6): 366-373
  7. Bousquet et al., (ARIA) 2008 Update, Allergy 2008: 63(86): 8–160
  8. Meltzer E et al. Int Arch Allergy Immunol 2013; 161(4): 369-377
  9. Bachert C et al. Poster. Presented at EAACI 2011 in Istanbul
  10. Price D et al. J Investig Allergol Clin Immunol 2013; 23(7): 495-503
  11. Carr W et al. J Allergy Clin Immunol 2012; 129: 1282-1289
  12. Hampel FC et al.. Ann Allergy AsthmaImmunol 2010; 105: 168-173
  13. Leung D. Y. M., Szefler S. J. et al., J Allergy Clin Immunol 2012; 129(5): 1216
  14. www.ginasthma.org/local/uploads/files/GINA_Pocket_2014_Jun11.pdf
  15. Elidel®-Fachinformation Dez. 2013
  16. Luger T., Nieto A., Poster presented at EADV 2012, PRA12-0252
  17. Dymista® Fachinformation

 

Informationen über MEDA Pharma GmbH & Co. KG

 

MEDA Pharma GmbH & Co. KG, Bad Homburg ist die deutsche Niederlassung von MEDA AB, einem führenden internationalen pharmazeutischen Spezialitäten-Unternehmen mit Sitz in Solna, Schweden. Seine Niederlassungen befinden sich in fast 60 Ländern weltweit, in weiteren 60 Ländern wird das Unternehmen durch Partner vertreten. MEDA bietet Spezial- und OTC-Produkte sowie Markengenerika mit Fokus auf den Therapiegebieten Allergie, Atemwege, Dermatologie, Kardiologie, Neurologie und Schmerz/Entzündung an.

 

 


Quelle: MEDA Pharma, 20.11.2014 (tB).

 
Anzeigen

Medical News
Schmerz - PainCare
Wundversorgung
Diabetes
Ernährung
Onkologie
Multiple Sklerose
Parkinson