Wird in Deutschland zu viel operiert?
DKOU: Orthopäden und Unfallchirurgen stellen Versorgungssituation auf den Prüfstand
Berlin (27. Oktober 2011) – Ob insbesondere deutsche Orthopäden und Unfallchirurgen im Vergleich zu ihren Kollegen aus Nachbarländern zu häufig operieren, ist bislang nicht belegt. Ursache für die zunehmende Zahl an Operationen sind vor allem der medizinische Fortschritt und der steigende Versorgungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung. Doch aussagefähige Daten über die Versorgungssituation fehlen bislang. Dafür setzten sich daher jetzt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ein. Ihr Ziel ist es, Qualität und maximale Sicherheit in der orthopädischen und unfallchirurgischen Patientenversorgung sicherzustellen. Auf einer Pressekonferenz des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) informieren Vertreter der Gesellschaften über aktuelle Projekte, die die Versorgungsstrukturen in Deutschland im Sinne des Patienten aufdecken und verbessern.
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Knochenarbeit
Wissenschaftler forschen an stabilen Implantaten, die der Körper wieder abbauen kann
Berlin (2. August 2011) - Menschliche Knochen sind Regenerationswunder. Nach einem Bruch wachsen sie ohne Narbenbildung wieder zusammen. Überschreitet der Knochendefekt allerdings eine kritische Größe, ist die moderne Medizin gefordert. „In der Regel wird heute ein Implantat eingesetzt, das die Knochenenden verbindet und dadurch das knochenbildende System stimuliert“, weiß Professor Helmut Schubert vom Institut für Werkstoffwissenschaften und Technologien der TU Berlin. „Häufig wird dazu ein speziell gereinigter Rinderknochen benutzt.“
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Chirurgenkongress 2011
DGCH will Zahl der chirurgischen Infektionen in fünf Jahren halbieren
München (3. Mai 2011) – Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) setzt sich dafür ein, die Zahl chirurgisch bedingter Infektionen innerhalb von fünf Jahren um die Hälfte zu senken. Um dies zu erreichen, definierte die DGCH heute auf ihrem 128. Kongress gemeinsam mit den zehn chirurgischen Fachgesellschaften Forderungen wie verbesserte Hygiene, angemessenen Einsatz von Antibiotika und intensivierte Forschung. Dies ist das Ergebnis des heutigen Thementages „Chirurgische Infektionen“. Bis zum 6. Mai 2011 veranstaltet die DGCH auf ihrem Kongress täglich Thementage zu drängenden chirurgischen Anliegen.
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Operieren ohne Skalpell
Erlangen (25. März 2011) - Haut, Muskeln, Nerven und selbst Knochen: Messerscharf und äußerst präzise kann der Chirurg bei einer Operation mit einem Laser jedes Gewebe durchtrennen, ohne den Patienten auch nur zu berühren. Wie tief der Laser in das Gewebe eindringt und was er zerschneidet, kann der Arzt allerdings nicht kontrollieren und muss somit häufig auf dessen Einsatz verzichten. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Ingenieuren, Mathematikern und Physikern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) forscht daher gemeinsam nach einer Möglichkeit, den Laser besser steuern zu können.
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Starkes Übergewicht erhöht Risiko von Operationen und erschwert chirurgische Eingriffe
Berlin (10. März 2011) – Mit dem Gewicht des Patienten steigt für ihn auch das Risiko eines chirurgischen Eingriffs: Die Leibesfülle erschwert den Zugang zu den Organen, Operationswunden heilen schlechter, Thrombosen, Embolien und Druckstellen häufen sich und auch praktische Gesichtspunkte wie die Breite und Tragfähigkeit eines OP-Tisches spielen eine Rolle. Da die Menschen in Deutschland immer übergewichtiger werden, macht die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) auf diese Herausforderung für die Medizin aufmerksam. Die DGCH weist auf Risiken für Patienten hin aber auch auf die damit einhergehenden steigenden Kosten.
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Gefäßstütze löst sich von selbst auf
Heidelberg (2. März 2011) - Deutschlandweit erstmals setzen Ärzte der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg einem herzkranken Patienten einen bioresorbierbaren und medikamentenbeschichteten Stent ein Gerät der Blutfluss im Körper ins Stocken, weil ein Gefäß sich zu schließen droht, so wird es oft mit Hilfe eines gitterförmigen Röhrchens – einem sogenannten Stent – stabilisiert. Ärzte der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg haben nun in einem deutschlandweit einmaligen Eingriff einem Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine bioresorbierbare Gefäßstütze eingesetzt, die mit Medikamenten beschichtet ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen Stent aus Metall, der im Körper des Patienten verbleibt, löst sich das neuartige Implantat innerhalb von etwa zwei Jahren von selbst auf.
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Neuartiges Instrumentenwechselsystem (IWS) für die minimal-invasive Chirurgie
Stuttgart (11. Februar 2011) - Kürzere und kostengünstigere Operationszeiten, die den Patienten schonen und das Operationsergebnis verbessern – das ist der Wunsch vieler Chirurgen, der nun in Erfüllung gehen könnte. Am Fraunhofer IPA in Stuttgart wird derzeit ein automatisches Instrumentenwechselsystem (IWS) entwickelt, das auf einem hydraulischen Ansatz basiert und dadurch eine deutliche Qualitätssteigerung minimal-invasiver Eingriffe ermöglicht.
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Schweißen statt knoten – neues Instrument für Schlüsselloch-Operationen
Aachen (11. Februar 2011) - Die minimalinvasive Chirurgie entwickelt sich in einem rasanten Tempo, um immer komplexere Operationen mit dem Schlüsselloch-Prinzip durchführen zu können. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT zeigt während der Fachmesse MEDTEC auf dem Stand 6211 vom 22. bis 24. März in Stuttgart mehrere Instrumente für die patientenschonende Operationstechnik.
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Titanschäume ersetzen verletzte Knochen
München (1. September 2010) - Flexibel und fest wie der menschliche Knochen und sofort belastbar: Ein neuartiges Implantat aus Titanschaum ähnelt im Aufbau der Struktur im Knocheninneren. Dies macht ihn nicht nur weniger steif als herkömmliche massive Implantate. Es fördert auch das Einwachsen in den angrenzenden Knochen.
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Dasselbe gilt für seine Knochen: Werden sie stärker belastet, entwickelt sich dichteres Gewebe. Weniger stark beanspruchte Teile des Skeletts weisen eine geringere Knochendichte auf. Der Reiz der Belastung stimuliert das Wachstum der Matrix. Diesen Effekt wollen Mediziner künftig verstärkt nutzen, um Implantate dauerhafter und stabiler mit den Knochen des Patienten zu verbinden. Dafür muss der Knochenersatz jedoch so gestaltet sein, dass er ein Einwachsen begünstigt – mit Poren und Kanälen, durch die Blutgefäße und Knochenzellen ungehindert hindurch wachsen können. Material der Wahl bei Implantaten ist Titan der Legierung Ti6Al4V. Es ist langlebig, stabil und belastbar und wird vom Körper gut vertragen. Eher problematisch ist dagegen seine Verarbeitung: So reagiert Titan unter hohen Temperaturen mit Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. Es wird dadurch spröde und brüchig. Entsprechend begrenzt ist die Palette der Produktionsverfahren.
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Der Professor der dicken Bäuche
Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig erhält deutschlandweit erste ordentliche Professur für bariatrische Chirurgie
Leipzig (17. August 2010) - Prof. Dr. Edward Shang wird ab heute die Leitung der neuen Sektion für Adipositas Chirurgie in der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie übernehmen. "Damit ist erstmals eine ganzheitlich inderdisziplinäre Auseinandersetzung mit diesem Spezialbereich der Chirurgie möglich", so Prof. Michael Stumvoll, der wissenschaftliche Leiter des IFB, "Gerade der wissenschaftliche Aspekt, der ja mit dieser Universitätsprofessur verbunden ist, wurde in Deutschland bis jetzt kaum beachtet." Am IFB Adipositas sollen jetzt im Rahmen klinisch-wissenschaftlicher Forschungsprojekte bestehende Methoden der bariatrischen Chirurgie evaluiert und bewertet werden.
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Ersatzknochen aus der Laserschmelze
München (1. Juni 2010) - Ein Loch im Kopf wird im medizinischen Ernstfall häufig mit einem Implantat versorgt. Während Ersatz aus Titan lediglich Lücken schließt, fördert ein neuartiges resorbierbares Implantat die Regeneration des Körpers: Es ist maßgeschneidert und schwindet im selben Maße wie der Knochen nachwächst. Kleinere Knochenverletzungen kann der Körper selbst ausheilen, bei größeren braucht er Hilfe. Häufig kommen dann Implantate zum Einsatz. Im Gegensatz zu Dauerlösungen aus Titan sollen resorbierbare Implantate fehlende Knochenteile nur so lange ersetzen, bis die Lücke geschlossen ist. Je nach Größe des Defekts, Alters und Gesundheitszustands des Betroffenen kann das Monate oder Jahre dauern. Ein neues Implantat verbessert die Voraussetzungen für den Heilungsprozess.
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