Chirurgie-Medizin

Single Port Surgery: Darmoperation durch den Bauchnabel. Photo: Asklepios Klinik HarburgNeue Wege in den Körper

Single Port Surgery bietet Vorteile – aber nur von Fall zu Fall

 

Hamburg (21. Mai 2010) - Die Single Port Surgery – Operationen im Körper über einen einzigen Zugang – macht große Fortschritte. Damit entwickeln sich Operationen am menschlichen Körper noch weiter hin zu maximaler Schonung des Patienten, nachdem sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten das minimal invasive Operieren mit Laparoskopen bereits erfolgreich etabliert hat. Allerdings gilt es, Vor- und Nachteile der Single Port Surgery klar zu benennen und abzuwägen.

Maschinen im OP

Erste Studie zu computerbasierten Assistenzsystemen in der Chirurgie

 

Berlin (19. April 2010) - Ein Chirurg wird zunehmend von computerbasierten Assistenzsystemen unterstützt, die verhindern sollen, dass er bei der Operation versehentlich wichtige Gefäße oder Nerven verletzt. Lenken Maschinen die Operateure ab? Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus den technisch unterstützten chirurgischen Eingriffen?

HTA: Verbesserte Patientenversorgung mit Register über Gelenkersatz

 

Köln (26. Oktober 2009) - Ein deutsches Register über Gelenkendoprothesen könnte helfen, die Versorgungsqualität betroffener Patienten zu verbessern. Die Autoren eines jetzt vom DIMDI veröffentlichten HTA (Health Technology Assessment)-Berichts bescheinigen einem solchen Verzeichnis medizinisches und gesundheitsökonomisches Potenzial: Gelenkersatz könnte länger halten, die Lebensqualität von Patienten steigen, Kosten eingespart werden. Allerdings seien vor seiner Einführung der Datenschutz und die dauerhafte Finanzierung zu klären.

Mit ihrem Bericht wollen die Autoren den Entscheidungsprozess für ein Register über Gelenkersatz unterstützen. Sie zeigen Möglichkeiten und Grenzen von Registern auf und liefern Hinweise für eine deutsche Lösung.

Twitter-Nachrichten aus dem OP?

Ein gefährlicher Trend!

 

Hamburg (25. September 2009) - Twitter-Nachrichten direkt aus dem OP sind nach Auffassung des Berufsverbandes Niedergelassener Chirurgen (BNC) ein äußerst bedenklicher Trend. BNC-Präsident Dr. Dieter Haack äußerte sich zu aktuellen Medienberichten, wonach Kliniken in den USA derzeit den Einsatz des Mikroblog-Dienstes "Twitter" erproben, um Angehörige von Patienten in Echtzeit über den Verlauf der Operation zu informieren. In den Berichten ging es um eine 70-jährige Patientin, deren Gebärmutteroperation in über 300 Kurznachrichten live verfolgt werden konnte. Eine Kliniksprecherin hatte dabei an einem Computer im OP gesessen und getwittert. Haack warnte: "Wir sollten nicht jede Mode mitmachen, die aus den USA herüberschwappt." Er persönlich würde es als Operateur ablehnen, direkt aus dem OP Twitter-Nachrichten zu verschicken: "Die Konzentration auf die Operation ist wichtiger, als die Angehörigen sofort über alles zu informieren und sich womöglich durch das ‚Gezwitscher’ ablenken zu lassen."

 

Rauchstopp vor Operation zahlt sich aus

Eine Nikotinersatztherapie kann helfen, häufige Komplikationen zu vermeiden

Berlin (3. September 2009) - Wer mindestens vier Wochen vor einer Operation mit einer Nikotinersatztherapie beginnt, kann sein Risiko für Wundheilungsstörungen halbieren. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinen am 3. September 2009 auf Gesundheitsinformation.de veröffentlichten Informationen hin.

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)

TraumaRegister DGU: Qualitätsmodul ab sofort online

 

Berlin (13. August 2009) – Das Qualitätsmodul des TraumaRegisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), kurz TraumaRegister QM, steht ab sofort allen am TraumaNetzwerk teilnehmenden Kliniken online zur Verfügung. Es ergänzt das bereits bestehende TraumaRegister der DGU. 40 Parameter erfassen im webbasierten Modul anonymisiert relevante Daten über Verlauf und die Verletzungsfolgen von Patienten. Dadurch ist nicht nur ein regelmäßiges Benchmarking mit anderen Kliniken im Netzwerk möglich. Zudem können Teilnehmer auch kurzfristig therapeutische Maßnahmen abgleichen und verbessern. Das Hauptziel des derzeit weltweit einzigartigen Registers ist die bessere Versorgung schwerverletzter Patienten.

Qualitätssteigerung durch Gewebegesetz laut DGCH fraglich

Chirurgen kritisieren optimistische Bewertung der Bundesregierung

Berlin (12. August 2009) – Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) teilt die positive Bewertung des Gewebegesetzes durch die Bundesregierung nicht. Das im August 2007 in Kraft getretene Gesetz „überreguliere“ lediglich die Abläufe und verbessere nicht die Qualität. Die DGCH bezieht sich damit auf einen aktuellen Erfahrungsbericht. Darin bewertet die Bundesregierung unter anderem die gesetzlich neu geregelten Anforderungen an Gewinnung und Be- oder Verarbeitung von menschlichen Geweben und Zellen und das Inverkehrbringen von Gewebezubereitungen. Laut DGCH führt das Gesetz dazu, dass rein ärztliche Tätigkeiten zukünftig von arzneimittelrechtlichen Anforderungen überlagert werden.

Thromboseprophylaxe nach elektiven Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen

Rivaroxaban ist wirksam, sicher und spart Zeit

 

Kloster Hornbach (7./8. Mai 2009) – Nach den Empfehlungen der Leitlinien sollte die Thromboseprophylaxe bei größeren orthopädischen Operationen bis zu fünf Wochen erfolgen. Eine Analyse der gepoolten Daten der Studien RECORD1, 2 und 3 zeigt, dass Rivaroxaban über diesen Zeitraum hinweg wirksamer als Enoxaparin schützt und dabei ebenso sicher ist. Eine Umstellung auf den oralen direkten Faktor-Xa-Inhibitor ist daher sowohl für Akut- als auch für Rehakliniken attraktiv.

Venöse Thromboembolien stellen bei größeren orthopä­dischen Eingriffen ein hohes Sicherheitsrisiko dar. „Ohne entsprechende Prophylaxe entwickeln 40 bis 60 Prozent1 der Patienten nach Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen tiefe Venenthrombosen“, sagte Dr. Karsten Dreinhöfer, Berlin. Die Patienten müssten daher durch eine wirksame und sichere Antikoagulation bestmöglich geschützt werden.

Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) 

59 TraumaNetzwerke verbessern die Versorgung Schwerverletzter

 

Marburg (25. März 2009) - 59 TraumaNetzwerke (TNW) mit rund 700 Kliniken verbessern die Versorgung Schwerverletzter in Deutschland. Davon können jährlich rund 35.000 schwerverletzten Patienten profitieren. Denn entscheidend für das Überleben und die Lebensqualität des Patienten nach dem Unfall ist die schnelle und präzise Diagnose der Verletzungen sowie deren bestmögliche Behandlung. Um dies zu gewährleisten, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) das weltweit einzigartige Projekt TraumaNetzwerk etabliert. Anlässlich des 1. Jahreskongresses TraumaNetzwerk DGU diskutieren Experten, wie die Qualität sowohl in der Notfallrettung als auch stationär noch weiter verbessert werden kann.

Operations-Checklisten haben Nutzen belegt

Chirurgen tagen zu Qualitätssicherung in der Chirurgie

 

Berlin/Greifswald (30. Januar 2009) - Eine von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) empfohlene Sicherheits-Checkliste für Operationen hat bei Tests in weltweit acht Ländern ihren Nutzen belegt: Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen lassen sich um ein Drittel senken, wenn Operateure einfache aber grundlegende Kontrollen in den Ablauf einbinden. Die DGCH bekräftigt deshalb ihre Empfehlung: Chirurgen sollten die Checkliste der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) in der täglichen Klinikroutine anwenden. Im Rahmen der 17. Jahrestagung der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung in Greifswald thematisiert die DGCH weitere Ansätze, um Operationen noch sicherer zu machen.

Weltweit erste navigierte Wirbelsäulenoperation mit einem neuen Flachdetektor 3D Röntgengerät

 

Photo: Universitätsklinikum FreiburgFreiburg im Breisgau (29. Januar 2009) - Weltweit zum ersten Mal wurde heute in der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg eine navigierte Wirbelsäulenoperation mit einem neuen Flachdetektor 3D Röntgengerät durchgeführt.
Bei komplizierten Wirbelsäulenoperationen können zur besseren Orientierung für den Chirurgen Röntgenbilder mit einem mobilen Durchleuchtungsgerät gemacht werden. Dieses wird wegen seiner Form auch C-Bogen genannt. Bei dem neuen Flachdetektor 3D C-Bogen handelt es sich um die Weiterentwicklung der analogen zur digitalen Technik. Die neue Flachdetektor-Technik führt zu einer Strahlenreduktion, aber vor allem zu verzerrungsfreien und damit auch in den Randbereichen exakten digitalen Bildern. Der Flachdetektor 3D C-Bogen ist in der Lage, für die 3D Bildgebung, ähnlich wie ein Computertomograph, aus mehreren in verschiedenen Positionen aufgenommenen Bildern einen 3D Bilddatensatz zu berechnen. Hieraus können dann Schnittbilder in beliebigen Ebenen rekonstruiert werden. Da dies aus den verzerrungsfreien digitalen Bilddaten erfolgt, wird eine sehr hohe Bildqualität erreicht.