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Hexal

Innovative EGALITY-Studie mit 3-fachem Crossover-Design bestätigt klinische Äquivalenz des neuen Etanercept-Biosimilar GP2015 zu Enbrel®

Berlin (27. April 2017) – Heute wurden im Rahmen der 49. Haupttagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) auf einem von Hexal unterstützten Mittagssymposium die Daten der Multi-Crossover-Studie „EGALITY“ präsentiert. Die Ergebnisse der Studie konnten belegen, dass das Etanercept-Biosimilar GP2015 in Bezug auf Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität mit dem Referenzprodukt Enbrel® bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis vergleichbar ist.1 Bereits im August 2016 hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA daher die Zulassung für GP2015 erteilt. Ganz aktuell hat Sandoz am 21.04.2017 ein positives Votum vom Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinial Products for Human Use, CHMP) für die europäische Zulassung des Etanercept-Biosimilar GP2015 erhalten. Biosimilars leisten als qualitativ und klinisch zum jeweiligen Referenzprodukt äquivalente Alternative einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und wirtschaftlichen Versorgung chronisch kranker Patienten. Mit über zehnjähriger Erfahrung ist Hexal im Bereich der Biosimilars (u.a. Epoetin alfa Hexal® und Filgrastim Hexal®) Vorreiter und inzwischen einer der führenden pharmazeutischen Hersteller.


Biosimilars sind biotechnologisch hergestellte Folgepräparate von Biopharmazeutika (auch „Biologics“ oder „Biologika“), deren Patent abgelaufen ist, erklärte Dr. William Lamanna, Kundl/Österreich. Grundlage der Entwicklung eines Biosimilars ist die analy-tische und funktionale Vergleichbarkeit mit dem Referenzprodukt, die mittels biologischer Assays und analytischer State-of-the-art-Technologien erzielt wird.2-4 Nach der Entwicklung folgen präklinische und klinische Studien zur Bestätigung der Äquivalenz in Bezug auf Pharmakokinetik und Pharmakodynamik sowie eine Phase-III-Studie in einer sensitiven Indikation zum Nachweis der Äquivalenz hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit. „Äquivalenz“ bedeute dabei, dass keine klinisch bedeutsamen Unterschiede zwischen Biosimilar und Referenzprodukt bestehen, so Lamanna. Dem folgend könne –bei fundierter wissenschaftlicher Begründung und unter der Annahme, dass sich das-selbe Molekül in allen Indikationen des Referenzproduktes und in allen Patientengruppen gleich verhält –von der klinisch geprüften (sensitiven) Indikation auf weitere Indikationen des Referenzproduktes extrapoliert werden.5

Laut Lamanna kann dann das Biosimilar von der EMA aufgrund der Extrapolation die Zulassung für alle Indikationen erhalten, in denen das Referenzprodukt zugelassen ist. Es gebe jedoch keine automatische Extrapolation: Jede Indikation muss durch eine fundierte wissenschaftliche Begründung unterstützt und von den Regulierungsstellen im Einzelfall bewertet werden.6


Etanercept-Biosimilar GP2015 –klinische Äquivalenz zum Referenzprodukt Enbrel®

In der konfirmatorischen Phase-III-Studie EGALITY wurde das Etanercept-Biosimilar GP2015 „head to head“ mit dem Referenzprodukt Enbrel® hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis untersucht, berichtete Prof. Diamant Thaçi, Lübeck.1 Als innovatives Studiendesign wurde erstmals in einer konfirmatorischen Studie zu einem Biosimilar ein Multi-Crossover-Design gewählt: Zunächst wurden die 531 eingeschlossenen Patienten 1:1 randomisiert, entweder GP2015 oder Enbrel® (50 mg) zweimal wöchentlich s.c. zu erhalten. Nach zwölf Wochen wurden die Patienten, die mindestens ein PASI-50-Ansprechen erreicht hatten (mindestens 50%ige Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Index), in vier Gruppen erneut randomisiert und erhielten bis Woche 30 entweder kontinuierlich die primär zugeordnete Behandlung (einmal wöchentlich) oder drei sequenzielle Therapiewechsel zwischen GP2015 und Enbrel®. Von Woche 30 bis 52 wurden die Patienten dann in einer Extensionsphase mit dem jeweils zuletzt eingesetzten Wirkstoff weiter behandelt.

Im primären Endpunkt (PASI-75-Ansprechen) und allen sekundären Endpunkten bestätigte sich für GP2015 die klinische Äquivalenz zu Enbrel®, erklärte Thaçi. Auch das Sicherheitsprofil von GP2015 war mit ETN vergleichbar, und es wurden keine neuen oder unerwarteten sicherheitsrelevanten Aspekte beobachtet. Insbesondere die Inzidenz von Anti-Drug-Antikörpern (ADA) war niedrig, betonte der Dermatologe. Durch das Multi-Crossover-Design konnte zudem gezeigt werden, dass ein (auch mehrfacher) Wechsel zwischen Referenzprodukt und Biosimilar und umgekehrt keinen klinisch relevanten Einfluss auf Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität hat. Psoriasis wurde in EGALITY als sensitive Indikation gewählt, da zum einen der erwartete Wirk-effekt stark ist und auch kleine Unterschiede zwischen Biosimilar und Referenzprodukt erkannt werden können – sofern welche vorhanden –, und zum anderen Psoriasis-Patienten eine hohe Immunkompetenz aufweisen, da sie einer geringeren Beeinflussung durch immunsupprimierende Co-Medikationen wie z. B. MTX unterliegen als vergleichsweise Patienten mit rheumatoider Arthritis.


Leitlinienkonforme Versorgung von Psoriasis-Patienten

Psoriasis ist eine häufige, chronische Hauterkrankung mit zum Teil starken negativen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Allein in Deutschland leiden 400.000 Patienten an einer schweren oder schwersten Form von Psoriasis. Aufgrund der weltweit hohen sozioökonomischen und psychosozialen Bedeutung hat die WHO 2014 die Psoriasis als besonders versorgungsrelevante Erkrankung anerkannt. Laut PD Dr. Marc Alexander Radtke, Hamburg, werden Patienten mit Psoriasis vulgaris in Deutsch-land überwiegend ambulant durch Haut-und Hausärzte versorgt, Kinder mit Psoriasis zusätzlich durch Pädiater.7,8 Die Einführung von Biologika habe die leitlinienkonforme Versorgung in dieser Indikation, wie zuvor bereits z. B. bei der rheumatoiden Arthritis, revolutioniert, so Radtke weiter. Trotz ihres bewiesenen Nutzens werden Biologika in diesem Setting nach wie vor zurückhaltend eingesetzt –möglicherweise auf Grund fehlender Kenntnis in der Anwendung9 und/oder wegen der hohen Arzneimittelkosten. Daher stellen neue biosimilare Alternativen einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Patientenversorgung dar. „Die Implementierung von Biosimilars bietet eine Chance, die Rolle der systemischen Therapien in der Psoriasis neu zu bewerten und zu analysie-ren, insbesondere mit der Fragestellung, ob ein verbesserter Zugang zu Biologika einen patientenorientierten Therapieansatz ermöglicht“, schloss Radtke.

Von der FDA wurde dem Etanercept-Biosimilar GP2015 im August 2016 die Zulassung in den „Enbrel®-identischen“ Indikationen Plaque-Psoriasis, rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, ankylosierende Spondylitis und juvenile idiopathische Arthritis erteilt. Von der europäischen Zulassungsbehörde EMA wurde GP2015 in der zweiten Jahres-hälfte 2015 zur Zulassungsprüfung angenommen. Zum 21.04.2017 erhielt Sandoz ein positives CHMP-Votum für das Biosimilar Etanercept (GP2015).10


Referenzen

  1. Griffiths CEM et al., Br J Dermatol 2016, doi: 10.1111/bjd.15152 [epub ahead of print]
  2. McCamish M et al. Mabs 2011;3(2):209–217;
  3. McCamish M, Woollett G. The state of the art in the development of biosimilars. Clin Pharmacol Ther. 2012; 91(3): 405–417
  4. Schiestl M et al. Nat Biotechnol 2011; 29: 310–312
  5. Weise M et al. Blood 2014; 124(22): 3191–3196
  6. Weise M et al. Blood 2012; 120(26): 5111–5117
  7. Augustin M et al. J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (9): 648–655
  8. Augustin M et al. J Dtsch Dermatol Ges 2013; 11 (8): 751–755
  9. Nast A et al. German S3-guidelines on the treatment of psoriasis vulgaris (short version). Arch Dermatol Res 2012; 304 (2): 87–113
  10. Medienmitteilung Sandoz a Novartis Devision vom 21.04.2017



Hexal, ein Unternehmen eigener Qualität

Hexal entwickelt, produziert und vermarktet moderne Arzneimittel sowie komplexe, innovative Pharmazeutika. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von patentfreien Arzneimitteln in Deutschland und zählt mit rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehreren Standorten zu den größten deutschen Pharmaunternehmen.

Insgesamt versorgt Hexal Patientinnen und Patienten bundesweit mit rund 400 verschiedenen Wirkstoffen und bietet in jedem großen Therapiegebiet hochwertige Arzneimittel kostengünstig an. So leistet Hexal einen wichtigen Beitrag dazu, dass Patientinnen und Patienten auch in Zukunft die Arzneimittel bekommen, die sie benötigen. Das Sortiment reicht von bekannten OTC-Marken wie ACC® akut, Lorano® akut und Gingium® bis zu hochkomplexen biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln.

Hexal hat seinen Sitz im oberbayerischen Holzkirchen bei München. Als Unternehmen der Sandoz-/Novartis-Gruppe ist Hexal Teil eines weltweiten Kompetenznetzwerks, das sowohl hocheffiziente Produktion wie innovative Forschung umfasst.


Quelle: Hexal, 27.04.2017 (tB)

 
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