Home Dermatologie Optimierte Therapie der Plaque-Psoriasis - Etanercept: Beste Ansprechraten bei einer Dosierung von einmal 50 mg pro Woche
14 | 12 | 2017
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Optimierte Therapie der Plaque-Psoriasis

 

Etanercept: Beste Ansprechraten bei einer Dosierung von einmal 50 mg pro Woche

 

Münster (18. August 2008) - Die Behandlung mit dem einzigen TNFa-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) zeigt bei einer Dosierung von einmal 50 mg pro Woche eine effektive und anhaltende Reduktion der Symptomatik bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.[1] So weisen aktuelle Studienergebnisse nach, dass 71,1 Prozent der Patienten unter dieser Dosierung in Woche 24 eine 75-prozentige Verbesserung des PASI erzielten.[2] Präsentiert wurden diese Daten kürzlich auf einem Symposium anlässlich der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München[3]: Aufgrund dieser positiven Daten wurde für Enbrel® am 10. Juli 2008 die Dosierung von einmal 50 mg pro Woche zur Behandlung der Plaque-Psoriasis zugelassen. Bisher galt nach der Initialphase in der Behandlung mit Etanercept die Empfehlung von zweimal 25 mg pro Woche.

 

„Obwohl Biologics in Deutschland seit 2004 zur Therapie der Plaque-Psoriasis zugelassen sind, bieten nach wie vor verhältnismäßig wenige Dermatologen das ganze Spektrum systemischer Therapien an“, erklärte Professor Dr. Jörg Prinz, München. Doch während die tatsächliche Datenlage gerade bei älteren Präparaten häufig dünn ist, so Professor Dr. Ulrich Mrowietz, Kiel, gehören Biologics zu den am besten untersuchten Therapieverfahren in der Dermatologie.

 

Kontrollierte klinische Studien zeigen das Potenzial von Etanercept zur Therapie der Plaque-Psoriasis. Die positiven Ergebnisse der Studie 3.182 sind die Grundlage der Zulassungserweiterung: Studienteilnehmer waren Patienten mit einer stabilen Plaque-Psoriasis (mittelschwere bis schwere Ausprägung, Durchschnittsalter 45 Jahre), die auf eine vorausgegangene systemische Therapie oder Phototherapie nicht angesprochen, diese nicht vertragen hatten oder für die diese Therapien nicht geeignet waren. Zu Studienbeginn lag der mittlere PASI (Psoriasis Area and Severity Index) bei 21, im Median waren 28 Prozent der Körperoberfläche von der Erkrankung betroffen. Die Patienten wurden entweder mit Etanercept in einer Dosierung von einmal wöchentlich
50 mg (n=96) oder Placebo (n=46) behandelt.

 

 

PASI 75-Ansprechrate bei 71,1 Prozent der Patienten

 

In Woche 24 erzielten 71,1 Prozent der Patienten unter einmal 50 mg Etanercept pro Woche eine 75-rozentige Verbesserung des PASI. Mrowietz betonte: „Diesen Daten zu­folge scheint eine Dosierung von einmal 50 mg pro Woche optimal zu sein. Initial kann darüber hinaus mit zweimal 50 mg pro Woche ein schnelleres Ansprechen erreicht werden.“

 

Dies empfehlen auch die S3-Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), die in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) erarbeitet wurden.[4],[5] In der aktuellen Konsensusempfehlung  für die Therapie der Psoriasis vulgaris wird für die Dosierung von zweimal 50 mg Etanercept pro Woche ein Evidenzniveau von I (bestes Evidenzniveau) vergeben.

 

Hier wird Etanercept zur Induktionstherapie für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen. Dies gilt vor allem, wenn andere Therapieformen keine ausreichenden Therapieerfolge gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind. Außerdem wird Etanercept für die Therapie der Haut bei gleichzeitigem Vorliegen einer relevanten Psoriasis Arthritis angeraten.

Bessere, aber nicht optimale Versorgung von Psoriasis-Patienten

 

Anlässlich der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie präsentierte Professor Dr. Matthias Augustin, Hamburg, die aktuellen Ergebnisse der nationalen Versorgungsstudie PsoHealth 2007.[6] Diese zeigen, dass trotz Verbesserungen im Vergleich zum Jahre 2005 viele Patienten mit einer Psoriasis starke Einbußen ihrer Lebensqualität aufweisen.

 

In die bundesweite Querschnittsstudie wurden 142 dermatologische Praxen und Kliniken einbezogen und acht Indikatoren für die Versorgungsqualität der dort behandelten Psoriasis-Patienten evaluiert. Von den etwas mehr als 2.000 erfassten Betroffenen litten im Jahre 2007 11,6 Prozent unter einer schweren (PASI > 20) und 27,4 Prozent unter einer mittelschweren (PASI 10-20) Psoriasis. Im Vergleich zur Erhebung von 2005 ist der Anteil an Patienten, die jemals eine systemische Therapie erhalten hatten, gestiegen und lag bei den schwer betroffenen Patienten bei 66,7 Prozent. Dies bedeutet aber auch, dass nach wie vor etwa ein Drittel der Patienten nicht adäquat versorgt werden.

 

Quelle: Pressemitteilung der Firma Wyeth Pharma vom 18.08.2008 (tB).



[1] Tyring S et al., Am Acad Dermatol 2007; 56:AB182

[2] van de Kerkhof P et al., Brit J Dermatol 2008

[3] Mittagssymposium „Plaque-Psoriasis. Neue Chance. Neue Fakten“, anlässlich der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, 22. Juli 2008, München

[4] Nast et al. Der Dt. Dermatologe 54 (2006) 11, 769-776

[5] www.psoriasis-leitlinie.de

[6] Augustin M et al., JDDG 2008; DOI 10.1111/j.1610-0387.2008.06807.x

 
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