Drucken

Psoriasis 2009: Wie sind heute die Erwartungen an die Therapie?

Langzeittherapie als Herausforderung - Adalimumab als bewährte Substanz

 

Dr. Diamant Thaçi

 

Berlin (9. Oktober 2009) - Mit dem Einsatz von TNF-alpha-Antagonisten wie Adalimumab in der Psoriasis-Therapie hat sich in den letzten Jahren das Management der mittelschweren und schweren Plaque-Psoriasis grundlegend gewandelt. So zeigte die Adalimumab Zulassungsstudie CHAMPION, dass nach 16-wöchiger Behandlung 79,6 % der mit dem Antikörper behandelten Patienten eine Verbesserung ihres PASI um 75 % erreicht hatten, während dies unter der konventionellen systemischen Therapie mit Methotrexat lediglich bei 35,5 % der Teilnehmer der Fall war. Dass diese Wirksamkeit auch langfristig aufrecht erhalten werden kann, belegt die offene Verlängerung der einjährigen REVEAL-Zulassungsstudie, in der 86 % der ursprünglichen PASI-75-Responder auch nach zweijähriger Therapie mit dem Antikörper noch ein PASI-75-Ansprechen oder höher aufwiesen.

 

Wie die Ergebnisse der BELIEVE-Studie zeigen, sind mit Adalimumab vergleichbare Ergebnisse aber auch unter indikationsgemäßen Alltagsbedingungen möglich. In ihr wurden 730 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen mindestens zwei systemische Therapien fehlgeschlagen oder kontraindiziert waren, 16 Wochen lang mit Adalimumab behandelt. Eine Hälfte der Patienten erhielt zusätzlich eine topische Therapie mit Calcipotriol / Betamethason, die andere eine wirkstofflose Creme. Während die Kombinationstherapie bis zur vierten Behandlungswoche noch wirksamer war (PASI-75-Ansprechen: 40,7 vs. 32,4 %, p<0,05), zeigte sich ab Woche 8 ein nicht signifikanter Behandlungsvorteil für die Patienten unter der Adalimumab-Monotherapie (PASI-75-Ansprechen in Woche 16: Monotherapie: 70,9 %, Kombitherapie: 64,8 %, p=0,086). Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich im Fall der Lebensqualität, die sich unter der Kombinationstherapie zunächst ebenfalls stärker verbesserte, nach 16 Wochen jedoch unter Monotherapie höher war (DLQI-Veränderung: Monotherapie: -71,5 %, Kombitherapie -67,2 %). Die Therapie mit Adalimumab zeigte in der BELIEVE-Studie zudem beeindruckende Ergebnisse im Hinblick auf die Verbesserung der Gelenkbeschwerden sowie der psoriatischen Hautveränderungen an therapierefraktären und sichtbaren Arealen wie Nägel, Hände, Gesicht und Kopfhaut.

 

Neben der Wirksamkeit ist bei jeder neuen Therapieoption natürlich auch die Sicherheit von größter Bedeutung. Für Adalimumab liegt hierzu eine Metaanalyse von Burmester et al. (2009) vor, in die 36 klinische Studien der letzten zehn Jahre aus allen sechs Indikationen des Antikörpers aufgenommen wurden. Ihre Daten belegen, dass sowohl die Rate maligner Erkrankungen als auch die Mortalität unter einer Adalimumab-Therapie mit der der Normalbevölkerung vergleichbar war. Im Falle der Studien bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis lag das Risiko für maligne Erkrankungen, Lymphome und eine Reihe weiterer Erkrankungen sogar deutlich unter dem der Normalbevölkerung. Darüber hinaus ist auch die Selbstapplikation des TNF-alpha-Inhibitors mittels eines PEN einfach und sicher, denn wie Daten der Abbott-Qualitätskontrolle zeigen, ist die Anwendung in 99,8 % der Fälle erfolgreich.

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Abbott Deutschland im Rahmen des 18. Kongresses der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) zum Thema „Management der Psoriasis 2009 – Herausforderungen in der Praxis“ am 9.10.2009 in Berlin (Weber Shandwick) (tB).