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Allianz für Kinder und Jugendliche mit Schuppenflechte

 

  • BVDD und DDG beschliessen Versorgungsziele
  • PsoNet-Experten-Netzwerk
  • Neue Studie

 

Berlin (29. Oktober 2010) - Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis ist bisher unzureichend. Die notwendige Forschung auf diesem Gebiet steckt weltweit noch in den Kinderschuhen. Dermatologen aus Deutschland wissen aber schon jetzt: Schuppenflechte ist eine lebenslange Belastung und lebensverkürzende Bedrohung. Dermatologen beschließen daher erstmals in der Versorgungslandschaft Deutschland konkret messbare „Versorgungsziele 2010 – 2015“. Die Versorgung soll sich bis 2015 für Kinder und Erwachsene messbar verbessern: „Für mehr Lebensqualität – trotz Schuppenflechte“. Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Versorgungsziele leisten regionale Dermatologen-Expertennetzwerke und Qualitätszirkel. Immer mehr schließen sich unter dem Dach „PsoNet“ zusammen, tauschen sich fachübergreifend aus und bauen die Zusammenarbeit zwischen klinischen und niedergelassenen Dermatologen aus. Ein internationales Langzeitkonzept soll darüber hinaus erstmals untersuchen, welchen Einfluss Psoriasis auf die Lebensumstände von Patienten hat, z.B. bei der Berufs- oder Partnerwahl.

 

Zur Verbesserung der Psoriasisversorgung haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) mit Unterstützung des Competenzzentrums Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) erstmals messbare „Versorgungsziele 2010 - 2015“ formuliert. Dies ist eine Selbstverpflichtung, die in der medizinischen Versorgung in Deutschland bisher einmalig ist. Ganz bewusst schließen diese auch die frühzeitige und qualifizierte Versorgung von Kindern ein: „Kinder mit Psoriasis werden frühzeitig behandelt und erlangen eine gute Lebensqualität“. Die Versorgung von Kindern ist durch verzögerte und unzulängliche Diagnosestellung sowie uneinheitliche Therapien oft noch unzureichend. Durch fachübergreifende Kooperationen sollen leitliniengerechte Therapiestrategien flächendeckend etabliert werden. Zu diesen Leitzielen wurden messbare Teilziele formuliert, deren Erreichen nach festgelegten Fristen geprüft wird.

 

In vielen regionalen Psoriasis-Expertennetzwerken (PsoNet) schließen sich seit zwei Jahren immer mehr niedergelassene und klinische Dermatologen zusammen, um die Versorgung in der Praxis zu verbessern. Ihnen kommt bei der Umsetzung der „Versorgungsziele 2010 – 2015“ eine zentrale Rolle zu. Zum 7. Welt-Psoriasistag 2010 laden viele dieser Netzwerke zu regionalen Veranstaltungen ein, siehe www.weltpsoriasistag.de

 

Gesundheitliche Studien zur Lebensqualität haben bisher die Beeinträchtigungen für die Psoriasis-Patienten überwiegend auf der Grundlage von Querschnittsdaten und Momentaufnahmen quantifiziert. Sie belegen: Kinder und Erwachsene mit Schuppenflechte weisen ein doppeltes Risiko für Begleiterkrankungen, wie z. B. für Fettsucht (Adipositas), Depression und Bluthochdruck, auf. Eine neue Studie untersucht mögliche Auswirkungen auf das gesamte Leben eines Psoriasis-Patienten, z. B. welchen Einfluss die Erkrankung im frühen Lebensalter auf die spätere Partner- oder Berufswahl hat. Diese Daten gibt es bisher kaum. Dennoch deuten soziale und ökonomische Folgen darauf hin, dass ein sich anhäufender Effekt von negativen Einflüssen existiert.

 

Um die gesamten Auswirkungen von Psoriasis und ihren Begleiterkrankungen sowie Stigmatisierungen im Laufe eines Lebens der Patienten zu erfassen, stellen Wissenschaftler eines Forscherteams aus Italien, Deutschland, Großbritannien und den USA ein Konzept vor. Sowohl Häufungen als auch Belastungen, die eine Schuppenflechte-Erkrankung im Laufe des Lebens mit sich bringt, sollen erfasst werden. Das Konzept trägt den Titel Cumulative Life Course Impairment (CLCI).

 

Dermatologen bilden damit Schritt für Schritt eine Allianz zur besseren Versorgung von Schuppenflechte-Patienten.

 


Quelle: Pressemitteilung Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Regionale Psoriasis-Netze in Deutschland (PsoNet), Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (Cvderm), Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD),  29.10.2010 (PJ – Berliner Büro für Kommunikation) (tB).