Home Dermatologie Keratolyse bei Psoriasis und anderen schuppigen Hauterkrankungen - Neue Studie: Physikalisches Wirkprinzip ist Salicylsäure überlegen
16 | 12 | 2017
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Keratolyse bei Psoriasis und anderen schuppigen Hauterkrankungen

Neue Studie: Physikalisches Wirkprinzip ist Salicylsäure überlegen

 

Berlin (17. März 2015) - Es wirkt genauso effektiv, aber schneller. Es ist ergiebiger und hat eine größere therapeutische Breite als Salicylsäure: Das neue LOYON®, eine Kombination aus einem Trockenemolliens und Dimeticonen, entfernt Hautschuppen bei Kopfhaut-Psoriasis physikalisch. In einer aktuellen, verblindeten, randomisierten, klinischen Studie an 90 Patienten mit Psoriasis capitis entschuppte LOYON® genauso gut wie 10% Salicylsäure. Eine weitere Studie dokumentierte, dass LOYON® bei Milchschorf effektiv ist. Dieses Fazit zogen die Experten auf dem Mittagsseminar „Salicylsäurefreie Keratolyse: Aktuelle Studiendaten zu einem neuen Medizinprodukt“ anlässlich der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie am 17. März 2015 in Berlin.


Keratolyse ist bei Psoriasis meist unabdingbar: Sie entfernt lästige Schuppen, verbessert die Hydratation der Haut und stellt die Hautbarriere wieder her. Sie ist aber auch Voraussetzung dafür, dass topisch applizierbare, antientzündliche Wirkstoffe besser resorbiert werden können und eine Therapie mit UV-Licht überhaupt wirken kann, so Dr. Arnd Jacobi (Hamburg). Bisherige Behandlungsmöglichkeiten haben ihre Tücken: Harnstoff kann Hautirritationen und leichtes Brennen verursachen. Bei topischen Salicylsäurezubereitungen drohen chronische oder akute systemische Intoxikationen – vor allem bei langfristiger Behandlung großflächiger Körperareale oder bei Patienten mit eingeschränkter Leber- bzw. Nierenfunktion.

 

 

Neues Therapiekonzept LOYON®

 

Als neues Keratolytikum steht seit Kurzem die Kombination aus dem Trockenemolliens Dicaprylyl Carbonat  und Dimeticonen (LOYON®) zur Verfügung. Aufgrund der besonderen Kriech- und Spreiteigenschaften der Lösung, die eine nur sehr niedrige Oberflächenspannung hat, fließt sie unter die Schuppen und Krusten der Haut, breitet sich zwischen den interzellulären Spalten der Korneozyten aus und löst sie von der darunterliegenden Hautschicht ab. Durch die schonende physikalische Entfernung werden die sonst bei der mechanischen Ablösung häufig auftretenden blutigen Abrisspunkte vermieden. Das Medizinprodukt enthält keine pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffe und Hilfsstoffe, das Allergiepotential ist entsprechend gering, die Verträglichkeit sehr hoch. Die Applikation auf die Haut ist einfach, per Pipette oder Sprühkopf. Besonders angenehm: Das neue Präparat brennt, klebt und riecht nicht –  ein Vorteil bei Kopfhaut-Psoriasis.

 

 

Vielversprechende klinische Daten

 

Jetzt zeigte eine Vergleichsuntersuchung am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf (UKE) an 90 Patienten mit Psoriasis capitis, die entweder mit LOYON® oder mit 10% Salicylsäure behandelt worden sind: Patienten mit Kopfhaut-Psoriasis sprechen auf beide Behandlungsmöglichkeiten gleich gut an: Unter LOYON® und auch unter dem bisherigen Standard kam es zu einer gleichwertigen, statistisch signifikanten Abschuppung. Dabei wirkt LOYON® deutlich schneller als das Vergleichspräparat: Nach drei Tagen Behandlung reduzierte sich der Psoriasis Scalp Severity Index, ein Summenscore aus Schuppung, Erythem und Infiltration, unter LOYON® deutlich ausgeprägter als unter Salicylsäure-Therapie (Relative Reduktion: LOYON® 25%, Salicylsäure 14%).

 

 

Physikalische Keratolyse mit größerer therapeutischer Breite

 

Dazu hat das Trockenemolliens-Dimeticon-Gemisch eine deutlich größere therapeutische Breite als der bisherige Standard, weil es auch für Kinder, Schwangere und Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion geeignet ist. Und: Das neue Präparat ist deutlich ergiebiger: Der Verbrauch von Salicylsäure war mehr als doppelt so hoch wie der von LOYON®. Die Ergiebigkeit und auch die schnelle Wirkung  fördern die Adhärenz und Compliance von LOYON®-Patienten, so Prof. Dr. Matthias Augustin, der die Studienergebnisse auf der Pressekonferenz vorstellte.

 

Auch bei Milchschorf bewies das physikalische Behandlungskonzept seine Effektivität: In einer Pilotstudie an Kindern mit Milchschorf konnte das neue Präparat bei 80 Prozent der Studienteilnehmer einen Behandlungserfolg erzielen.(1)

 

Fazit: Das neue physikalisch wirksame Keratolytikum LOYON® ist klinisch genauso effektiv wie 10% Salicylsäure; es wirkt aber schneller – und ist weitaus besser verträglich. Deshalb ist es auch für Kinder, Schwangere und Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion geeignet.

 

 

Quelle 

  1. Hengge UR: Topical, Non-Medicated LOYON® in Facilitating the Removal of Scaling in Infants and Children with Cradle Cap: A Proof-of-Concept Pilot Study. Dermatol Ther, 2014; 4(2):221-32

 


Quelle: Pohl Boskamp, 17.03.2015 (tB).

 
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