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20 | 11 | 2017
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Hormonexperten tagen in Gießen

Wissen über hormonelle Krankheiten für Experten und Laien

 

Gießen (4. März 2009) – Heute beginnt das 52. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in der Kongresshalle und der Aula der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Etwa 800 Ärzte und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland erörtern dort fachübergreifend neueste Erkenntnisse aus der Endokrinologie. Dabei geht es um große Volkskrankheiten wie Diabetes, krankhaftes Übergewicht, Kropf oder Osteoporose, aber auch um Unfruchtbarkeit, hormonell bedingte Wachstums- und Entwicklungsstörungen und den Sexualhormonhaushalt. Für Patienten, Angehörige und Interessierte bietet die DGE darüber hinaus täglich kostenfreie Vorträge.

 

Hormone beeinflussen alle Lebensvorgänge – Fortpflanzung, Wachstum, Reifung, Altern. „Man könnte auch sagen: Hormone sind nicht alles, aber ohne Hormone ist alles nichts“, fasst Tagungspräsident Professor Dr. med. Reinhard Bretzel die Vielfalt des Faches zusammen. Umso wichtiger sei es, medizinisch hier anzusetzen. „Denn das Ausmaß der endokrin-metabolischen Volkskrankheiten in Deutschland ist immens und wächst scheinbar unaufhaltsam“, so der Gießener Endokrinologe. Hierzulande leben beispielsweise 35 Millionen Übergewichtige und krankhaft Fettleibige – etwa 75 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen. „Wir nehmen damit einen wenig ruhmreichen Spitzenplatz in Europa ein“, sagt der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen.

 

Übergewicht und Adipositas haben Folgen: Etwa 8 Millionen Deutsche leiden unter Diabetes mellitus Typ 2, etwa 25 Millionen leben mit einem zu hohen Blutdruck. Ein Typ-2-Diabetes und dessen Vorstufen erhöht unter anderem auf hormonellem Wege das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Nur intensive Forschung kann die komplexen endokrinologischen Prozesse aufklären und über Klinik und Praxis erfolgreiche Therapien auf den Weg bringen“, sagt Professor Bretzel.

 

In diesem Jahr bezieht die DGE verstärkt Patienten in ihren Kongress ein: Tägliche Vorträge für interessierte Laien in der Aula der Universität behandeln Themen wie Adipositas, Akne, Diabetes, Knochenschwund, Schilddrüsenerkrankungen, Hormonersatztherapie bei Mann und Frau und unerfüllter Kinderwunsch. Anschließend beantworten die Referenten Fragen aus dem Publikum. Auch hormonell bedingte Erkrankungen bei Haustieren stehen auf dem Programm. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

In den nächsten vier Tagen referieren auf dem Symposion der DGE mehr als 80 geladene Experten. In 40 Symposien, 10 Haupt- und Plenarvorträgen, 52 Vorträgen und 155 Postern erörtern sie Themen aus Grundlagenforschung und angewandter Endokrinologie. Traditionell verleiht die DGE ihre höchste Auszeichnung, die Berthold-Medaille. Preisträger Professor Dr. med. Werner A. Scheerbaum, Düsseldorf, hält die Berthold Lecture 2009 zum Thema „Autoimmunität bei Endokrinopathien“. Für herausragende wissenschaftliche Arbeiten verleiht die DGE im Rahmen ihrer Tagung 2009 fünf Preise. Die Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 55 000 Euro. Begleitend stellen 24 pharmazeutische, diagnostische und medizintechnische Firmen ihre Produkte vor und veranstalten sechs Satellitensymposien.

 

Endokrinologie ist die Lehre von Aufbau und Funktion aber auch bösartigem Wachstum der endokrinen Drüsen und Gewebe. Diese sondern ihre Produkte, die Hormone, in das Gefäßsystem oder benachbartes Gewebe ab. Im Gegensatz zu beispielsweise Talg- oder Schweißdrüsen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft derjenigen, die in diesem Bereich forschen, lehren, ärztlich tätig sind oder als Endokrinologieassistenten/innen im Team mitarbeiten. Die DGE veranstaltet jährlich ein Symposion, um den fachübergreifenden Meinungs- und Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Endokrinologie zu fördern.

 

 

52. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)

4. bis 7. März 2009, Kongresshalle/Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) vom 04.03.2009 (tB).

 
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