Home Epilepsie Prof. Dr. Herman Stefan und Dr. Elisabeth Pauli: Kognitive Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung und ihre Erfassung
17 | 12 | 2017
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Kognitive Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung und ihre Erfassung

 

Von Prof. Dr. Herman Stefan, Erlangen und Dr. Elisabeth Pauli, Erlangen

 

Rostock (22. Mai 2009) - In der medikamentösen Behandlung chronischer Epilepsien ist neben der Anfallsfreiheit die Erhaltung der psychosozialen und kognitiv‑mnestischen Leistungsfähigkeit und die Vermeidung psychisch‑psychiatrischer Nebenwirkungen von zentraler Bedeutung. Besonders bei Patienten, die in Schule, Studium oder Beruf hohen Anforderungen ausgesetzt sind, ist hinsichtlich möglicher kognitiver Nebenwirkungen Vorsicht geboten.

 

Insbesondere die älteren, aber auch einige neuere AE können eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit mit sich bringen. Vorrangig mindern Antiepileptika die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit (Kwan & Brodi, 2001), aber auch das gesamte Spektrum der kognitiven Leistungsfähigkeit kann betroffen sein.

 

Die Kontrolle dieser Nebenwirkungen setzt eine sorgfältige Erfassung des individuellen Nebenwirkungsspektrums voraus. Neuropsychologische und psychologische Untersuchungen dieser Funktionen und Störungen sind hoch zeitaufwändig und so nur schwer in den klinischen Ablauf einer Epilepsieambulanz zu integrieren. Deshalb entwickelten wir in Zusammenarbeit mit einer Softwarefirma eine neue computergesteuerte kognitive Testbatterie für Epilepsien (CCTEE) die die Prüfung der kognitiven Funktionen zeit‑ und personalökonomisch erlaubt. Die Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit unter antiepileptischer Medikation lässt sich so an einem Labtop mit angeschlossenem Touchscreen als Präsentations‑ und Eingabe ‑ Device für den Patienten prüfen. Das Testsystem ist geeignet, das kognitive Leistungsspektrum hinsichtlich aller relevanten Parameter reliabel und veränderungssensitiv zu erfassen. Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeits‑ und Konzentrationsfunktionen, verbales und nichtverbales Arbeitsgedächtnis, anterograde Gedächtnisfunktionen und Lernkapazität hinsichtlich des verbalen Gedächtnisses, des bildhafttopographischen Gedächtnisses, des inzidentellen Gedächtnisses des Sprachverständnisses und der exekutiven Funktionen von Problemlösen und Planen können modular zu spezifischen Testbatterien zusammengestellt werden. Die Testaufgaben werden auditiv und visuell dargeboten, die Ergebnisse in relationalen Datenbanken verwaltet. Nach Testende steht sofort die automatisierte Auswertung mit Alters‑ und geschlechtsspezifischen Normwerten zur Verfügung. Auf diese Weise ist eine Dokumentation kognitiver Veränderungen bei Medikamentenumstellungen und Veränderungen der Dosis praktikabel.

 


 

Quelle: Symposium der Firma Pfizer zum Thema „Einblicke in folgenreiche Facetten der Epilepsie: Alter, Kognition und Angststörungen – Was muss ich als Spezialist beachten?“ am 22.05.2009 in Rostock (Medical Consulting Group-MCG) (tB).

 
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