Ernährung

Genetischer Hinweis auf Unterschiede von weiblichem und männlichem Bauchspeck

 

München (24. Juli 2009) - Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München unter Federführung von Prof. Dr. Iris Heid haben zusammen mit Kollegen von der Oxford University und der Medizinischen Universität Innsbruck drei neue Genorte für die zentrale Fettleibigkeit gefunden. Einer der Geneffekte tritt nur bei Frauen auf. Damit ist erstmals ein genetischer Hinweis auf die typischen Unterschiede in der Bauchform von Männern und Frauen gefunden. Auf lange Sicht könnten die Forschungsergebnisse auch dazu beitragen, die Rolle der zentralen Adipositas für chronische Krankheitsbilder wie Diabetes oder Herzerkrankungen zu verstehen und so möglicherweise auch Therapieansätze zu entwickeln.

Warum Magersüchtige an ihrem gestörten Essverhalten festhalten

Geringe Verhaltensflexibilität durch Veränderungen im Gehirn

 

Heidelberg (21. Juli 2009) - Magersüchtige Patienten schränken ihre Nahrungszufuhr extrem ein und sind oft nicht in der Lage, ihr Verhalten zu ändern. Das kann zur lebensgefährlichen Abmagerung führen. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Heidelberg haben mit Hilfe der Magnetresonanztomographie erstmals Vorgänge in den Gehirnzellen entdeckt, die das gestörte Essverhalten erklären.

Mangelernährungskonferenz - unter der tschechischen EU Präsidentschaft tagen die Gesundheitsminister in Prag

 

DGEMBerlin (11. Juni 2009) - Bei zunehmendem Übergewicht in unserer Bevölkerung ist die Mangelernährung kranker und alter Menschen Europas Gesundheitsproblem im Verborgenen. Am 11. und 12. Juni 2009 lädt die tschechische EU Präsidentschaft alle Gesundheitsminister und Experten zu einer Konferenz nach Prag ein, um dieses Problem in Angriff zu nehmen.

Sowohl Prof. Olle Ljunqvist von der Europäischen Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) als auch Prof. Dr. Arved Weimann von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) gehen als Präsidenten der beteiligten medizinischen Fachgesellschaften davon aus, dass mit der Konferenz der Startschuss zu einer Europäischen Initiative gegeben wird, die das Problembewusstsein in den EU-Mitgliedsstaaten schärfen wird. Sie laden dazu ein, die Erfahrung und Expertise der Fachgesellschaften zu nutzen.

Neue Ausgabe der "Science Allemagne" zur Adipositasforschung in Deutschland jetzt Online verfügbar

 

Berlin (5. Juni 2009) - Diese Ausgabe des Wissenschaftsblatts "Science Allemagne" wird anlässlich der am 12. Juni 2009 im Auditorium der Französischen Botschaft stattfindenden Expertentagung "International Expert Meeting: Obesity Research in Germany and France" veröffentlicht. Weitere Informationen zur Teilnahme an der Expertentagung:
Programm der Veranstaltung sowie Anmeldeformular unter: http://www.wissenschaft-frankreich.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.

 

Weltweit 1,7 Milliarden Übergewichtige, davon 300 Millionen Adipöse im Jahr 2003: angesichts dieser Zahlen und der beunruhigenden Entwicklung wurde Adipositas als erste nichtinfektiöse Erkrankung von der WHO zur "globalen Epidemie" erklärt. Übergewicht ist nicht mehr allein den westlichen Ländern vorbehalten. Es handelt sich vielmehr um ein globales Problem, dass auf allen 5 Kontinenten unseres Planeten anzutreffen ist.

Molekulare Prävention:

Abnehmen mit neuen Lebensmitteln

Abb.: An einfachen Organismen erkennen Wissenschaftler Entzündungsreaktionen, die mit Übergewicht einhergehen. Sie können diese Entzündung an modifizierten Fliegen wie hier Drosophila sichtbar machen (hier grün). Copyright: CAU, Foto: Thomas RoederKiel (27. April 2009) - Eine neue Generation von Lebensmitteln, die Übergewicht vorbeugen oder reduzieren soll, indem sie die langfristigen positiven Erfolge von Diäten nachahmt: das ist die "Vision Epifood". Unter der Leitung des Kieler Ernährungswissenschaftlers Frank Döring wollen norddeutsche Wissenschaftler in Kooperation mit nationalen Industriepartnern diese Vision in den nächsten vier Jahren in die Realität umsetzen. Das gleichnamige Forschungsprojekt wird an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel koordiniert und mit 2,9 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert.
Forscher der Uni Kiel, des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf untersuchen, wie Kalorieneinschränkung die Lebensspanne, den Fettstoffwechsel sowie den Entzündungsstatus von Lebewesen beeinflusst. Ernährungswissenschaftler suchen nach pflanzlichen Extrakten, die sich positiv auf die Erbsubstanz auswirken.

IQWiG gibt Überblick über Versorgungs-Standard bei Fettleibigkeit

Empfehlungen aus aktuellen evidenzbasierten Leitlinien recherchiert und zusammengestellt

 

Berlin (3. April 2009) - Wie in allen Industriestaaten nimmt auch in Deutschland die Zahl der fettleibigen Menschen zu - und das in allen sozialen Schichten und Altersgruppen. Adipositas, so der medizinische Fachbegriff für Fettleibigkeit, wird mit vielen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. So leiden adipöse Menschen häufig an bestimmten Erkrankungen wie etwa Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck. Für die Adipositas entwickelt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) deshalb jetzt ein Modul, das bereits bestehende Disease-Management-Programme (DMP) ergänzen soll. DMP sind Behandlungsprogramme für chronisch erkrankte Menschen, die eine optimale Behandlung strukturiert und nach dem neuesten wissenschaftlichen Stand ermöglichen sollen.

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)

Der neue Expertenstandard liegt vor: „Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“

 

DNQPLogoOsnabrück (30. März 2009) - Seit Ende März ist der Sonderdruck zum Expertenstandard „Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ verfügbar. Die Entwicklung dieses inzwischen 7. Expertenstandard des DNQP wurde vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert. Der vorliegende Expertenstandard beschreibt den pflegerischen Beitrag zum Ernährungsmanagement und zielt darauf ab, eine bedürfnisorientierte und bedarfsgerechte orale Ernährung von kranken und pflegeabhängigen Menschen zu sichern und zu fördern. Mit einer angemessenen Unterstützung bei der Aufnahme von Speisen und Getränken sowie der Gestaltung der Mahlzeiten ist zu gewährleisten, dass eine Mangelernährung verhindert oder bereits bestehenden Ernährungsdefiziten begegnet wird.

Neuentwickeltes System erkennt Mangelernährung

 

Darmstadt (23. Februar 2009) - Dr. Sebastian Wieskotten vom Fachgebiet Regelungstechnik und Prozessautomatisierung der TU Darmstadt hat ein Assistenzsystem entwickelt, mit dem Ärzte Mangelernährung bei Patienten erheblich leichter und präziser diagnostizieren könnten als bisher möglich. Mangelernährung ist in den westlichen Gesellschaften paradoxerweise weit verbreitet.

57 kg Muskeln, Knochen, Haut und Organe, etwa 17 kg Fettgewebe und nur 0,4 l "überschüssig eingelagerte Körperflüssigkeit": Bei 80 kg Gesamtkörpergewicht und einer Größe von 1,80 m ist der 29-Jährige Jan Schlake damit im optimalen Bereich. Doch nicht jeder ist so gesund wie Schlake. Nach Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin sind 10 bis 50 Prozent aller Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden, mangelernährt: Das Verhältnis aus Fettgewebe, Flüssigkeit und Magergeweben wie Muskeln, Knochen, Haut und Organen stimmt nicht. Krebspatienten, Diabetiker und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen. Bei den Patienten sinkt die Lebensqualität und steigt die Sterblichkeit - was auf der anderen Seite mit erhöhten Kosten im Gesundheitswesen verbunden ist. Ein drängendes Problem also.

Studie: Diät stärkt Gedächtnisleistung im Alter

 

Münster (28. Januar 2009) - Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, in einer Studie mit älteren Menschen den Vorteil einer "gehirn-schützenden Diät" nachzuweisen. Dabei reduzierten die Forscher der Klinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Dr. Erich Bernd Ringelstein) am Universitätsklinikum Münster (UKM) bei einem Teil der Studienteilnehmer drei Monate lang die tägliche Nahrungsmenge auf bis zu zwei Drittel der üblichen Kalorienmenge ("kalorische Nahrungsrestriktion"). Die Arbeitsgruppe um Privatdozentin Dr. Agnes Flöel konnte dabei erstmals nachweisen, dass die Lernleistung nach kalorischer Restriktion um 20 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe ansteigt. Die Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren ohne gleichzeitige kalorische Restriktion hatte jetzt in der Kürze keinen positiven Effekt.

Mangel- und unterernährte Menschen haben ein Recht auf medizinsch notwendige Versorgung!

 

bpa begrüßt gesetzliche Neuregelung zur enteralen Ernährung

Kritik an Stellungnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses

 

Berlin (14. Oktober 2008) - Einen Änderungsantrag zur Verordnungsfähigkeit von enteraler Ernährung (Sondennahrung) hat die Regierungskoalition zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) eingebracht. Die Neuregelung in Paragraph 33a des fünften Sozialgesetzbuches sieht vor, den Anspruch der Versicherten auf eine medizinisch notwendige Versorgung mit Trink- und Sondennahrung erstmalig gesetzlich zu verankern und zu konkretisieren. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der bundesweit über 5.700 private Pflegeeinrichtungen vertritt, begrüßt diese Neuregelung.

 

Dr. Andrea Flemmer

Das Anti-Herzinfarkt-Ernährungsbuch

 

„Essen für ein gesundes Herz“ mit zahlreichen Tipps für eine herzgesunde Lebensweise mit vielen Rezepten zum herzgesunden Genießen.

Das Buch zeigt wie das Herz-Kreislauf-System funktioniert und welche Risikofaktoren ihm zusetzen. Auch wie man Herz und Gefäße schützen kann, um ein langes gesundes Leben zu führen, erfährt man in diesem Werk.

Man lernt, welch wertvolle Inhaltsstoffe so mancher Lebensmittel, Herz und Kreislauf unterstützen. Sie werden bei dieser Gelegenheit auch erkennen, inwiefern eine mediterrane Ernährungsweise hilft, Ihre Gesundheit zu erhalten oder wiederzugewinnen. 12 Goldene Regeln zur  herzgesunden Ernährung schließen den ersten Teil des Buches ab. Die Theorie wird im 2. Teil in Form von köstlichen Rezepten, die alle von der Autorin getestet wurden, in die Praxis umgesetzt, die Genuss bedeutet. Sie beginnen mit einem „Einstieg in einen schönen Tag“ und schließen  neben Rezepten für ein Picknick und Hauptgerichten und Salaten auch Kuchen, Desserts und Drinks mit ein. Damit auch Berufstätige und Eltern eine Chance haben die Vorschläge umzusetzen, sind viele Ideen für die schnelle Küche dabei.

Gestörter Treibstoffanzeiger

Wie steuern Nährstoffe das Essverhalten?

 

Was wir essen, ist von molekularen Signalketten im Gehirn abhängig, die Alexander Tups Nachwuchsforschergruppe an Nagern untersucht. Photo: Alexander TupsMarburg (1. Oktober 2008) - Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Nachwuchsforschergruppe an der Philipps-Universität Marburg. Das Team unter Leitung von Dr. Alexander Tups erhält vom Bundesforschungsministerium gut 1,4 Millionen Euro für seine Studien, verteilt auf die kommenden fünf Jahre.

Signalmoleküle wie das Hormon Leptin, die den Ernährungszustand des Organismus' ans Gehirn melden, spielen eine wichtige Rolle für das Ernährungsverhalten. Sie binden an Rezeptoren im Hypothalamus und setzen dadurch eine Kaskade von Signalübertragungen in Gang. Störungen in dieser Signalkette führen zu einer Unempfindlichkeit gegenüber Leptin, etwa wenn der Körperfettgehalt übermäßig erhöht ist. Resistenzen gegenüber Leptin und Insulin gelten als eine der Ursachen für krankhaftes Übergewicht und Diabetes: Die Treibstoffanzeige des Organismus' funktioniert dann gewissermaßen nicht ordnungsgemäß.

Künstliche Ernährung kranker Menschen bald nur noch für Selbstzahler?

 

DGEM kritisiert G-BA Forderung nach Abschaffung der Kostenübernahme für enterale Ernährung durch Krankenkassen

 

Berlin (1. Oktober 2008) – Nach dem Willen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sollen kranke oder ältere Menschen, die keine Möglichkeit haben, sich auf normalem Wege ausreichend zu ernähren, künstliche (enterale) Ernährung, das heißt Sonden- und Trinknahrungen, zukünftig nicht mehr als Krankenkassenleistung erhalten. Sie sollen diese enterale Ernährung selbst bezahlen. Nach Auffassung des G-BA handelt sich hierbei um „Aufwendungen für den normalen Lebensunterhalt“. Dies geht aus einer Stellungnahme des G-BA zum Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) hervor.

7. Konsensus-Konferenz zum Expertenstandard

"Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege"

 

Osnabrück (29. September 2008) - Die Ernährung ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen und spielt daher eine zentrale Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden. Kranke und pflegeabhängige Menschen sind selbst nicht immer in der Lage, sich angemessen mit Nahrung und Flüssigkeit zu versorgen und daher auf professionelle Unterstützung angewiesen. Sonst besteht die Gefahr einer Mangelernährung. Bei etwa einem Drittel der in der stationären Altenhilfe und in der ambulanten Pflege betreuten Menschen liegt laut Angaben des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände (2007) eine defizitäre Ernährungssituation vor. Auch im Krankenhaus stellt die Gewährleistung einer bedürfnis- und bedarfsgerechten Ernährung ein gravierendes Qualitätsproblem dar. Für die Betroffenen bedeutet unzureichende Ernährung eine massive Einschränkung der Gesundheit bis hin zu einer nachweislich erhöhten Morbidität und Mortalität.

1. Dialog Ernährung und Politik

Die vergESSENe Zukunft

 

Berlin (25. September 2008) - Eine Verbesserung der Ernährungsqualität sorgt für optimale Leistungsfähigkeit. Falsche und unausgewogene Ernährung ist in weiten Teilen der Bevölkerung in Deutschland ein gravierendes Problem. Als Folge können die Heranwachsenden ihre geistigen, motorischen und gesellschaftlichen Fähigkeiten nicht voll ausschöpfen. So gibt es inzwischen einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Mangelernährung und Nachteilen bei den Berufsaussichten.

 

Fehlernährung hat Folgen für die Wirtschaft

Maßnahmen zur Ernährungsoptimierung aus der Dritten Welt, wie sie die humanitäre Initiative SIGHT AND LIFE seit 20 Jahren durchführt, belegen immer wieder, dass eine ausgewogene Ernährung die Perspektiven von benachteiligten Kindern deutlich verbessert. Auch in Deutschland ist eine bedarfsgerechte Ernährung die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Eine aktuelle Untersuchung an Potsdamer Nachwuchssportlern und Schülern zeigt, wo in Deutschland konkrete Ernährungsdefizite bestehen: Unzureichend zugeführt werden demnach Vitamin D und Folsäure sowie die Mineralstoffe Jod, Eisen und teilweise Calcium. Wider Erwarten bestanden diese Defizite bei Gymnasiasten und jugendlichen Leistungssportlern. So kann eine verbesserte Nährstoffversorgung nicht nur den Ausbildungserfolg des Einzelnen unterstützen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig sichern. Bereits die Qualität unserer Nahrung ist ein Garant für die Zukunft unserer Kinder und den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Ernährungswissen auf einen Blick

Die neue Ernährungsdatenbank von FET e.V. stellt sich vor

Aachen (24. September 2008) – Eine möglichst umfassende Darstellung von Grundlagenwissen verknüpft mit weiterführenden und vertiefenden Informationen unter Berücksichtigung relevanter und aktueller wissenschaftlicher Literatur, das alles bietet die Ernährungsdatenbank der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.