Ethik

Deutscher Ethikrat beschließt Arbeitsprogramm 2009

 

Berlin (12. Dezember 2008) - Der Deutsche Ethikrat hat während seiner Plenarsitzung am 11. Dezember 2008 sein Arbeitsprogramm für das Jahr 2009 festgelegt.

Noch im ersten Halbjahr 2009 plant der Ethikrat, eine Stellungnahme zum Thema anonyme Kindsabgabe zu veröffentlichen. Die ratsinterne Arbeitsgruppe wird dem Plenum am 26. Februar einen Entwurf vorlegen und damit an zwei vorangegangene Plenardebatten anknüpfen: Nach einer ersten Diskussion am 26. Juni 2008 hatte der Ethikrat am 23. Oktober externe Sachverständige zu einer öffentlichen Anhörung geladen, in der diese aus ihrer jeweiligen Perspektive über Erfahrungen mit anonymer Geburt bzw. Babyklappen berichteten.

„Beratung vor und nach pränataler Diagnostik verstärken“

EKD-Bevollmächtigter fordert konkretere Regeln zur Vermeidung von Spätabbrüchen

 

Berlin / Hannover (12. Dezember 2008) - Eine deutliche Ausweitung der Beratung von Schwangeren vor und nach pränataler Diagnostik fordert der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Stephan Reimers. „Unabhängig von der medizinischen Beratung sollte es vor jeder pränataldiagnostischen Untersuchung ein psychosoziales Beratungsangebot geben, das Frauen freiwillig annehmen können“, sagte Reimers am Freitag in Berlin. Für den Fall, dass die Untersuchung einen auffälligen Befund ergebe, müsse eine begleitende psychosoziale Beratung gesetzlich verankert werden, betonte er im Blick auf die in der kommenden Woche im Deutschen Bundestag anstehenden Beratungen zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftsspätabbrüchen.

Soziale Menschenrechte endlich gleichberechtigt

Unteilbarkeit der Menschenrechte wird bestätigt

 

Berlin/Stuttgart (10. Dezember 2008) - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschließt am Tag der Menschenrechte einen zentralen Fortschritt auf dem Weg der Unteilbarkeit der Menschenrechte. Sie nimmt den Text eines Zusatzprotokolls zum Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte an. Dieses  Zusatzprotokoll wird die Behandlung von Individualbeschwerden vor einem Expertenkomitee der Vereinten Nationen erlauben. Individualbeschwerden gibt es als Instrument für die bürgerlichen und politischen Menschenrechte seit vielen Jahren. Pünktlich zum 60. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird nun der Text verabschiedet werden.

"Gute Theologie und die Kirche der Freiheit"

Vortrag Bischof Hubers anlässlich des 40. Todestages von Karl Barth

 

Hannover / Berlin / Basel, Schweiz (12. Dezember 2008) - Was sind Kriterien für eine gute Theologie? Das Charisma des Theologen, die Bindung der Theologie an die Wirklichkeit der Kirche und die gleichzeitige Beheimatung am Ort der Wissenschaft, das Reden von Gott unter Berücksichtigung globaler Pluralität und die Bewegung der Theologie in der "Kirche der Freiheit" – dies sind vier Gesichtspunkte, die der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, bei der Bestimmung guter Theologie als entscheidend skizziert. Diese Aspekte einer guten Theologie umriss er am Freitag, dem 12. Dezember, beim Symposium "Theologie als kirchliche Dogmatik? Transatlantische Erkundungen zur Aktualität der Theologie Karl Barths im 21. Jahrhundert", das zum 40. Todestag Barths in Basel stattfand.

Die Zehn Gebote als Lebensregeln für eine gute Welt

Margot Käßmann spricht auf Jahresempfang der Kirchen in Brüssel

 

Brüssel, Belgien (1. Dezember 2008) - „Ich bin überzeugt, die Zehn Gebote sind auch heute Regeln für ein gutes Zusammenleben“, so Landesbischöfin Margot Käßmann, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegenüber deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments und Mitarbeitern der Institutionen der Europäischen Union am 1. Dezember in Brüssel. Die Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sprach auf dem gemeinsamen EU-Jahresempfang des Bevollmächtigten des Rates der EKD, Prälat Stephan Reimers, und des Leiters des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten.

Die Bischöfin unterstrich in ihrem Vortrag unter der Überschrift „Werte bewahren und Zukunft gestalten – Christliche Orientierung für das Zusammenwachsen Europas“, dass sich die biblischen Gebote durch die Jahrtausende hindurch bewährt hätten. „Die zehn Gebote sind elementar und ein Leitfaden für ethisches Handeln – so elementar, dass sie ein Leitfaden eben nicht nur vor 3000 Jahren, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger des so modernen 21. Jahrhunderts sein können.“