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12 | 12 | 2017
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Selbstbestimmung im Sterben

RUB-Theologen untersuchen die deutsche Sterbekultur

 

Bochum (10. Februar 2009) - Obwohl der Tod mit der politischen Diskussion um Patientenverfügungen und Sterbehilfe mehr ins öffentliche Bewusstsein rückt, bedeutet Sterben immer noch Sprachlosigkeit: Groß ist die Angst vor dem Alleinsein, der Sprachlosigkeit, dem Kontrollverlust. Wer denkt schon gern ans Sterben? Bochumer Forscher um Dr. Sabine Salloch und Prof. Dr. Christof Breitsameter untersuchen die Sterbekultur in Deutschland jetzt in einem zweijährigen Projekt, das durch den Förderverein des Lukas-Hospizes in Herne ermöglicht wurde. Sie nehmen vor allem die Situation in Hospizen unter die Lupe: Was bedeutet hier Patientenautonomie? Wie viel Selbstbestimmung ist im Sterben noch möglich?

 

Welche Autonomievorstellungen leiten Hospiz-Mitarbeiter?

Die Hospizbewegung begreift den Menschen als bio-psycho-soziales Individuum, dessen Bedürfnissen auch in der letzten Lebensphase Rechnung getragen werden muss. So soll das Sterben als Teil des Lebens menschenwürdig, weitgehend beschwerdefrei sowie entscheidungs- und gestaltungsfähig ermöglicht werden, ohne auf unerwünschte lebensverlängernde Maßnahmen oder aktive Sterbehilfe angewiesen zu sein. Im Hospiz übernimmt meistens der Hausarzt die medizinische Versorgung. Häufig werden Medikamente verabreicht, gelegentlich auch künstliche Ernährung oder Infusionen. Auf Beatmung oder Wiederbelebungsversuche wird allerdings verzichtet. Was macht die Selbstbestimmung in dieser Situation aus? Welche Vorstellungen von Autonomie haben die Mitarbeiter von Hospizen?

Erkenntnisse sollen Menschen im Hospiz zugute kommen

Projektmitarbeiterin Dr. Sabine Salloch will die Situation im Hospiz mit der in Krankenhäusern vergleichen. Zur medizinischen Entscheidungsfindung in Kliniken gibt es bereits Literatur, die Situation im Hospiz ist weitgehend unerforscht. Um Informationen über die Realität im Hospiz zu gewinnen, wird sie die Mitarbeiter von Hospizeinrichtungen im Ruhrgebiet befragen. Unterstützt wird sie dabei durch den Lehrstuhl von Prof. Dr. Christof Breitsameter und dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin (Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann) sowie von Prof. Dr. Alexander Sturm, Vorstand des Fördervereins des Lukas-Hospizes in Herne. Weitere Fragen, die in der Folge beantwortet werden sollen, beschäftigen sich mit dem Verständnis Ethik am Lebensende und der Spiritualität im Hospiz. Neben wissenschaftlichen Publikationen sind auch Tagungen geplant, deren Ergebnisse veröffentlicht werden sollen - etwa zum Problem nichteinwilligungsfähiger Patienten. "Ziel ist es, das erarbeitete Wissen der Praxis im Hospiz und damit den Menschen in der letzten Lebensphase zugute kommen zu lassen", so Prof. Breitsameter.


 

Quelle: Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum vom 10.02.2009.

 
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