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22 | 10 | 2017
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Deutscher Ethikrat informierte sich über neue Entwicklungen der Synthetischen Biologie

 

Berlin (23. April 2009) - Der Deutsche Ethikrat hat in seiner öffentlichen Plenarsitzung am 23. April ethische Fragen neuer Entwicklungen auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie diskutiert. Nora Schultz, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Deutschen Ethikrates, skizzierte in einem einführenden Referat den Entwicklungsstand und die ethische Relevanz des noch jungen Forschungsfeldes.
Die Synthetische Biologie beruht auf dem Design biologischer Elemente und Systeme mithilfe standardisierter Bausteine und ingenieurswissenschaftlicher Prinzipien. Die fortschreitende Entwicklung von Genomforschung und Technik seit der Jahrtausendwende und besonders innerhalb der letzten fünf Jahre hat dazu geführt, dass die umfassende automatisierte DNA-Analyse und Gensynthese finanziell erschwinglich geworden und die präzise technische Konzipierung und Herstellung ganzer biologischer Systeme in greifbare Nähe gerückt sind.

 

Die Hauptziele der Synthetischen Biologie reichen von der künstlichen Nachbildung und Veränderung komplexer biologischer Funktionssysteme und der Entwicklung neuartiger Biomoleküle bis hin zur Erschaffung ganzer synthetischer Organismen, die mit natürlichen Vorbildern nur noch wenig gemeinsam haben.

 

Die ethische Relevanz, die sich aus der Synthetischen Biologie ergibt, betrifft insbesondere die möglichen Folgen der Erschaffung künstlichen Lebens für den Umgang des Menschen mit dem Leben, aber auch Risiken, die mit unbeabsichtigten Interaktionen künstlicher Lebewesen mit der natürlichen Umwelt oder dem gezielten Missbrauch synthetisch hergestellter Organismen verbunden sind.

 

Diese Fragen - das zeigte auch die anschließende Diskussion - sind jedoch nichts grundsätzlich Neues, sondern kennzeichnend für eine Entwicklung, die im 19. Jahrhundert mit der künstlichen Synthese von Naturstoffen ihren Anfang genommen und den Umgang des Menschen mit der Natur auf eine qualitativ neue Stufe gehoben hat. Sie stellen sich auch im Zusammenhang mit anderen biotechnologischen Entwicklungen, wenngleich in einer neuen Dimension. Allerdings ist derzeit noch gar nicht abzusehen, wann es hier konkrete Grundsatzneuerungen geben wird. Bei der Auseinandersetzung mit den Perspektiven der Synthetischen Biologie wird es darauf ankommen, einen biologischen Reduktionismus zu vermeiden und die Synthetische Biologie im Gesamtkontext der biotechnologischen Forschung zu sehen.

 

Der Ethikrat wird die Entwicklung der Synthetischen Biologie weiter aufmerksam verfolgen, sieht aber vorerst keine Veranlassung, dieses Thema in sein Arbeitsprogramm aufzunehmen.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des  Deutschen Ethikrates vom 23.04.2009.

 
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