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Abb.: Vor einer Amputation der Finger im Iran. Photo:IGFMIran: Menschenrechtler protestieren gegen neue Amputationen

IGFM: Iran bricht bindendes Völkervertragsrecht

 

Frankfurt am Main (23. Juli 2010) - Am Donnerstag, den 22. Juli, sollen fünf Personen wegen Diebstahls an den Händen amputiert worden sein. Akbar Biglari, Staatsanwalt der westiranischen Provinz Hamedan, kritisierte, dass die Amputationen nicht in der Öffentlichkeit, sondern in einer Haftanstalt vollstreckt wurden. Der Grund dafür sei seiner Meinung nach, zu verhindern, dass "der Feind daraus schließen würde, der Islam sei eine gewalttätige und Menschenrechte verletzende Religion".

 

Nach Ansicht des Staatsanwalts seien die Amputationen aber der Wille Gottes und dienten dazu, anderen Dieben "eine Lektion" zu erteilen.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisierte die Amputationen scharf, da es sich dabei "um eindeutig grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafen handle, die vom Völkerrecht geächtet sind."

Grundlage für die Amputationen ist das islamische Rechtssystem, die Scharia. In der Islamischen Republik Iran ist die Bestrafung für Diebstahl im Art. 201 des iranischen Strafrechtes formuliert:
 

Die hadd-Strafe für Diebstahl

 

Art. 201 – Die hadd-Strafe ist, wie im Folgenden erläutert:

 


 

Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), 23.07.2010 (tB).