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17 | 12 | 2017
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Kirche und Diakonie bitten um VerzeihungZDF-Film über Heimerziehung leistet weiteren Schritt zur Aufarbeitung

Kirche und Diakonie bitten um Verzeihung

 

Berlin (5. März 2013) - Die Diakonie begrüßt, dass das ZDF mit seinem Spielfilm "Und alle haben geschwiegen" am Montagabend das Schicksal von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren in der Bundesrepublik aufgegriffen und den Zuschauern nahe gebracht hat.

"Der Film und die anschließende Dokumentation leisten aus Sicht der Diakonie einen wichtigen Schritt zur weiteren Aufarbeitung von schwerem Leid und Unrecht, das Kinder und Jugendliche in den Nachkriegsjahren in staatlichen und kirchlichen Heimen erlitten haben", sagt Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand der Diakonie Deutschland am Dienstag in Berlin.

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland und ihre Diakonie hatten im September 2011 die ehemaligen Heimkinder öffentlich um Verzeihung gebeten, die in Heimen in evangelisch-diakonischer Trägerschaft Leid und Unrecht erfahren haben. In einer gemeinsamen Erklärung hatten sich damals der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, und der Präsident der Diakonie Deutschland, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, zum Versagen der evangelischen Heimerziehung in den Nachkriegsjahren bekannt. "Die persönlichen Schilderungen ehemaliger Heimkinder haben mich tief betroffen gemacht. Was damals in einigen evangelischen Heimen geschehen ist, steht deutlich im Widerspruch zu unseren christlichen Überzeugungen", hebt Diakonie-Präsident Stockmeier hervor.

 

EKD und Diakonie stellen sich ihrer Verantwortung auch über ihre Beteiligung am Heimkinder-Fonds. Der Hilfsfond in Höhe von 120 Millionen Euro wurde 2012 eingerichtet. Er ist das Ergebnis des Runden Tisches Heimerziehung.

 

Die Diakonie Deutschland nimmt den gestrigen Film zum Anlass und weist nochmals auf die Unterstützung und Hilfe für Betroffene aus dem Fonds Heimerziehung hin. Anlauf- und Beratungsstellen sind in allen Bundesländern eingerichtet worden.

 

"Dennoch sind wir uns bewusst, dass die materielle Hilfen das Leid und die verlorenen Lebenschancen nicht wieder gut machen können", betont Stockmeier.


Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände hatten sich seit Beginn der Diskussion 2006 an der Aufarbeitung des Themas beteiligt. Die Träger der früheren Heime haben Betroffenen Gespräche, Besichtigungen und Akteneinsicht ermöglicht sowie Hilfen bei der Aufklärung ihrer Heimbiografie und in schwierigen Lebenslagen angeboten. Beide Kirche hatten zudem eine wissenschaftliche Studie zur konfessionellen Heimerziehung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse seit Mai 2011 vorliegen.

 

"Die Diakonie Deutschland wird diesen begonnenen Weg der Aufarbeitung, der persönlichen Begleitung und des Dialogs mit den ehemaligen Heimkindern weitergehen", betont Loheide.

 

 


 

Quelle: Diakonie Deutschland, 05.03.2013 (tB). 

 
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