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Arbeitsorganisation im Krankenhaus dringend verbessern

 

Berlin (28. August 2014) - Die Ergebnisse des heute in Berlin veröffentlichten ‚Arbeitsreport Krankenhaus` weisen auf gravierende Fehlentwicklungen in der Arbeitsorganisation in Krankenhäusern hin. Die Studie wurde von dem Institut Arbeit und Technik im Auftrag der Hans Böckler Stiftung durchgeführt. „Diese Studie bestätigt unsere Bewertungen“, so Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. DBfK. „Die kleinteilige und unkoordinierte Verschiebung von Aufgaben wie Blutentnahme vom ärztlichen in den pflegerischen Bereich führt zu keiner grundsätzlichen Entlastung der Pflegefachpersonen oder einer Verbesserung der Versorgung.


Wir brauchen eine echte Neuorganisation der Arbeitsabläufe mit strategischer Planung. Pflege muss viel stärker in die Prozesssteuerung einbezogen werden und zusammenhängende Aufgabenkomplexe übernehmen. Nur das ist sinnvoll und bringt auch für die Patienten eine Verbesserung“, so Franz Wagner weiter. „Denn wichtige Beratungsgespräche mit Patienten, die Anleitung und Schulung - auch der Angehörigen - finden im Krankenhaus faktisch nicht mehr statt“. Das bestätigt der Report, in dem 60% der Pflegefachpersonen angaben, wegen Zeitmangel die Kommunikation, Beratung und Betreuung von Patienten und Angehörigen zu vernachlässigen. Ernüchternd ist zudem, dass 40% der Pflegefachpersonen angaben, durch Transportdienste, Reinigung und hauswirtschaftliche Verrichtungen von der Betreuung der Patienten abgehalten zu werden.

 

Auch der Anteil an Verwaltungsaufgaben ist viel zu hoch. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die Pflegefachpersonen müssen von berufsfremden Aufgaben entlastet werden und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, zum Beispiel durch eine bessere Personalausstattung. Nur so wird es gelingen, die Pflegefachpersonen im Beruf zu halten und den Beruf wieder attraktiver zu machen“, so Wagner. Die Aufgabenverteilung zwischen den Berufsgruppen muss systematisch geplant und umgesetzt werden.

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 28.08.2014 (tB).