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AWO

Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte keine Patentlösung

 

Berlin (25. August 2014) - „Die Anwerbung von ausländischen Arbeits- und Fachkräften in der Pflege ist ein Baustein, um dem aufklaffenden Fachkräftemangel in der Pflege beizukommen. Doch damit allein ist es überhaupt nicht getan“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Die Arbeiterwohlfahrt setzt sich gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege dafür ein, dass jegliche Bemühungen der Anwerbung auf ethische Grundsätze hin geprüft werden. Hierzu wurden wesentliche Kriterien zur fairen Mobilität zusammengefasst. Eine Anwerbung ist human, auf Menschenrechten basierend und verantwortungsbewusst zu gestalten. „Es liegt beispielsweise auf der Hand, dass es eine intensive sprachliche und kulturelle Vorbereitung der Fachkräfte braucht. Das kann jedoch nicht durch einen kurzen Sprachkurs geleistet werden, sondern braucht ausreichend Zeit“, hebt Döcker hervor.

 

Genauso entscheidend ist für die AWO, dass nicht nur eine Willkommenskultur unter Einbezug aller Beteiligten erarbeitet wird, sondern auch eine entsprechende Bleibekultur. „Wir müssen aus den Fehlern vorangegangener Anwerbephasen in Deutschland lernen und für die Angeworbenen und ihre Familienangehörigen verlässliche Arbeitsbedingungen schaffen. Das bedeutet auch, dass die Angeworbenen das Recht haben müssen, dauerhaft mit ihrer Familie hierbleiben zu können“, so das Vorstandsmitglied.

 

„Darüber hinaus darf Anwerbung nicht dazu missbraucht werden, den problematischen Status Quo in der Pflege zu zementieren. Wir müssen den Pflegeberuf insgesamt wieder attraktiver gestalten, unter anderem indem wir Pflegekräften mehr Zeit für ihre Pflegetätigkeiten geben, das heißt bessere Rahmenbedingungen schaffen. Ansonsten wechseln auch angeworbene Fachkräfte in attraktivere Arbeitsfelder. Genauso sind die vorhandenen Arbeitskräfte-Potenziale hier vor Ort zu heben, die bisher keinesfalls gänzlich genutzt werden“, ergänzt Döcker. Die Arbeiterwohlfahrt setzt sich deshalb intensiv für bessere Bedingungen in der Pflege ein. Anwerbung alleine kann den immensen Bedarf an Fachkräften nicht lösen, sondern es müssen aus Sicht der AWO die strukturellen Probleme angegangen werden. „Es wäre unverantwortlich sich nur schnell der einfachsten Lösung zu bedienen. Die Pflege braucht einen Maßnahme-Mix, um endlich genügend Fachkräfte zu gewinnen“, schließt Döcker ab.

 

 

 


Quelle: AWO Bundesverband e.V., 25.08.2014 (tB).