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BARMER GEK Pflegereport 2016 sieht Versorgungslücke von 50,1 Prozent

„Ohne mehr Personal kommt es 2030 zur Pflegekatastrophe“

Berlin (30. November 2016) - Bis zum Jahr 2060 wird die Zahl der Pflegebedürftigen bundesweit von 2,755 Millionen im Jahr 2015 auf 4,532 Millionen und damit um 64,5 Prozent steigen. Dadurch kommt es bei gleichzeitig sinkendem Erwerbspersonenpotential zu einer personellen Versorgungslücke an Beschäftigten in der Pflege, die von 2013 bis 2030 auf rund 350.000 Vollzeitäquivalente anwächst. Das entspricht einer bundesweiten Versorgungslücke v on 50,1 Prozent. Diese Zahlen gehen aus dem neuen Pflegereport der BARMER GEK hervor, der am Donnerstag (24. November 2016) vorgestellt wurde. Hierzu äußerte sich Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), heute in Berlin:


„Die Zahlen des BARMER GEK Pflegereports 2016 untermauern die seit langem aufgezeigte Prognose des Deutschen Pflegerats und zeigen eindeutig auf, dass wir alles Erdenkliche tun müssen, um professionell Pflegende für den Pflegeberuf zu gewinnen und im Beruf zu halten. Anderenfalls wird es in der pflegerischen Versorgung bereits im Jahr 2030 zur Pflegekatastrophe kommen.

Ein wesentlicher Punkt in der Frage der Personalgewinnung spielt dabei die Umsetzung des geplanten Pflegeberufereformgesetzes. Dieses ist Wertschätzung pur für den Pflegeberuf und führt dazu, dass sich mehr Menschen für den Pflegeberuf entscheiden werden. Der Deutsche Bundestag muss sich der Folgen bewusst sein, sollte er die Gesetzgebung zum Pflegeberufereformgesetz weiter blockieren. Dies gilt insbesondere für einzelne Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Die Pflege benötigt darüber hinaus ein umfassendes Maßnahmenpaket für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Hierzu gehört eine bessere Personalausstattung ebenso wie eine angemessenere Zusammensetzung der für die Leistungserbringung wesentlichen Qualifikationen. Die gebotene Anerkennung für die Berufe in der Pflege zeigt sich weiter in dringend anstehenden höheren Löhnen sowie in der Verringerung der viel zu hohen Teilzeitquoten in der Pflege.“


Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR)

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.


Mitgliedsverbände

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
 


Quelle: Deutscher Pflegerat, 30.11.2016 (tB) Thomas Backe