Gynäkologie

Für Vergleich mit bisheriger risikobasierter Strategie fehlen aussagekräftige Studien

B-Streptokokken-Test für Schwangere:
Vorteil von universellem Screening weiter unklar

Köln (5. Februar 2019) - Streptokokken der serologischen Gruppe B sind weit verbreitete Bakterien, die aber meist unbemerkt bleiben. Das gilt auch für die knapp 20 % der Schwangeren, bei denen Scheide oder Anus besiedelt sind. Ein Risiko sind die Bakterien aber für die Babys: Stecken sie sich bei der Geburt an, kann das im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen. Um dem vorzubeugen, bekommen Schwangere, bei denen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, kurz vor der Geburt Antibiotika (Risiko-Strategie). Allerdings ist auch ein Test auf dem Markt, den man allen Schwangeren anbieten könnte (Test-Strategie). Damit könnte man auch diejenigen Schwangeren finden, die keinen Risikofaktor, aber dennoch B-Streptokokken aufweisen.

Evidenz zu vaginaler („natürlicher“) Geburt recherchiert und bewertet

IQWiG unterstützt erstmals Fachgesellschaften bei neuer S3-Leitlinie

Köln (31. Januar 2019) - Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unterstützt erstmals Fachgesellschaften bei der Erstellung einer interdisziplinären S3-Leitlinie. Dafür hat das Institut Studien zu verschiedenen Fragen rund um das Thema „Vaginale Geburt“ recherchiert, bewertet und in insgesamt acht Evidenzberichten dargestellt. Auf dieser Grundlage erarbeitet eine Leitliniengruppe unter Federführung der deutschen Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie für Hebammenwissenschaft (DGHWi) nun Empfehlungen für die neue S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ (umgangssprachlich als „natürliche“ Geburt in Abgrenzung zur Entbindung mit Kaiserschnitt bezeichnet). Auch angesichts einer wachsenden Zahl von Kaiserschnitten soll die neue S3-Leitlinie medizinischem Fachpersonal künftig mehr Orientierung und Sicherheit in Hinblick auf ihre Entscheidungs- und Handlungsoptionen geben. Die Leitliniengruppe lobt die hohe Qualität der IQWiG-Berichte.

Neue Strahlenschutzverordnung

Ist Ultraschall in der Schwangerschaft gefährlich?

  • DEGUM-Experten weisen Kritik zurück

Berlin (29. Januar 2019) – Die neue Strahlenschutzverordnung ist zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Darin geht es unter anderem um den Einsatz des Ultraschalls in der Schwangerschaft: Er ist demnach ab Ende 2020 in nicht-medizinischen Kontexten – wie zur Durchführung des sogenannten „Baby-TVs“ – untersagt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) bekräftigt dazu, dass die Sonografie zu diagnostischen Zwecken hierzulande nur von Ärzten durchgeführt wird. Diese sei deutlich von dem sogenannten „Baby-Watching“ abzugrenzen, das sich auf dem freien Gesundheitsmarkt verbreitet habe. Da die Methode – der 3D-Ultraschall – jedoch die gleiche ist, sind Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft generell in die Kritik geraten. Die DEGUM weist diese vehement zurück: Es gäbe keinerlei Erkenntnisse, die einen ultraschallbedingten, medizinischen Schaden am Fötus nachweisen.

Rote Hand-Brief

Hormonelle Kontrazeptiva: Neuer Warnhinweis zu Suizidalität als mögliche Folge einer Depression unter der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva

Bonn (21. Januar 2019) - Die Zulassungsinhaber hormoneller Kontrazeptiva informieren in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über die Sicherheit hormoneller Kontrazeptiva.

Keine Gesundheitsgefährdung durch implantierte kupferhaltige Verhütungsmittel im MRT

  • Studie zur Risikobewertung kupferhaltiger Verhütungsmittel während bildgebender Untersuchungen mittels MRT und CT gibt Entwarnung

Mannheim (20. Dezember 2018) - Besteht für Frauen, die zur Empfängnisverhütung ein kupferhaltiges implantiertes Intrauterinpessar (ugs.: Spirale) nutzen, ein gesundheitliches Risiko, wenn sie sich im Rahmen der klinischen Diagnostik einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Computertomographie (CT) unterziehen müssen? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Computerunterstützten Klinischen Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg nachgegangen.

Eierstockkrebsfrüherkennung

Gynäkologen überschätzen den Nutzen und unterschätzen den Schaden

Berlin (18. Dezember 2018) - Evidenzbasierte Medizin setzt voraus, dass Ärzte die aktuell beste verfügbare wissenschaftliche Studienlage heranziehen, um gute Behandlungsentscheidung zu treffen. Die bisherige Forschung zeigt jedoch, dass dies in der Praxis nicht immer der Fall ist. So halten Ärzte zum Teil an medizinischen Maßnahmen fest, die nachweislich keinerlei Nutzen haben und unter Umständen sogar schaden können. Dies ist auch bei der Eierstockkrebsfrüherkennung der Fall, wie eine Onlinestudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung mit mehr als 400 US Gynäkologen zeigt. Die Ergebnisse wurden im Nature-Journal Scientific Reports veröffentlicht.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs künftig als organisiertes Programm

Berlin (22. November 2018) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ein organisiertes Programm beschlossen. Anspruchsberechtigt sind alle gesetzlich krankenversicherten Frauen ab dem Alter von 20 Jahren. Die ersten Informationsschreiben zur Teilnahme werden von den Krankenkassen ab dem 1. Januar 2020 versendet. Bis zu diesem Stichtag stellt eine Übergangsregelung den Anspruch auf die bisherigen Leistungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sicher. Vorgesehen ist weiterhin, dass die beschlossenen Screening-Inhalte einschließlich der Zeitabstände und Altersgrenzen nach einer mindestens sechsjährigen Beurteilungsphase überprüft werden.

G-BA vergibt Auftrag für die Erprobung

Neue Behandlungsmethode bei Uterusmyomen

Berlin (7. November 2018) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den ersten Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung einer Erprobung vergeben. Gegenstand der geplanten Erprobungsstudie ist die Magnetresonanztomographie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung von Patientinnen mit Uterusmyomen (gutartige Tumoren der Gebärmutter). Mit Hilfe der Erprobungsstudie sollen die möglichen Vorteile gegenüber einer operativen Myomentfernung, aber auch mögliche Nachteile genauer identifiziert werden. Der G-BA beauftragte das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) in Frankfurt am Main, die Studie wissenschaftlich zu begleiten und auszuwerten. Der Beauftragung durch den G-BA ist ein europaweites Ausschreibungsverfahren vorausgegangen.

62. DGGG-Kongress

Adjuvante Therapie mit Perjeta verbessert Prognose für Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom

Berlin (1. November 2018) - Perjeta® (Pertuzumab) kann sowohl in der Therapie des frühen als auch des fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinoms eingesetzt werden.1 Die Patienten profitieren in allen zugelassenen Indikationen von einer konsistent überlegenen Wirksamkeit der doppelten Antikörper-Blockade im Vergleich zur alleinigen Therapie mit Herceptin® (Trastuzumab) und Chemotherapie.2-4 So senkt die zusätzliche Gabe von Perjeta das Risiko für Rezidiv oder Tod in der adjuvanten Situation bei Patienten mit nodal-positiver oder Hormonrezeptor-negativer Erkrankung weiter um nahezu 25 %.2 Dies belegt die Studie APHINITY, auf deren Basis das Perjeta-Regime Ende Mai 2018 für die adjuvante Therapie zugelassen wurde. Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin stellte Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach, die relevanten Daten der Studie vor und diskutierte praxisrelevante Aspekte beim adjuvanten Einsatz von Perjeta.

medelalogo kGewichtsverlust des Neugeborenen nach der Geburt

Sind die Empfehlungen zum Zufüttern überholt?

  • Mehr als 40 Prozent der Babys erhalten bereits in der Klinik Muttermilchersatznahrung1
  • Medela Goldkonferenz: 150 Experten diskutieren den optimalen Stillstart in der Klinik
  • Eine aktuelle Studie2,3 stellt die gängige Lehrmeinung zur Gewichtsentwicklung bei Neugeborenen in Frage
  • Kaiserschnittbabys und späte Frühgeborene bekommen meist zu schnell Säuglingsnahrung1

Dietersheim  (23. Oktober 2018) - Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter 400 Müttern im Auftrag des Stillprodukte-Herstellers Medela ergab, dass im Krankenhaus zwar rund 95 Prozent aller Babys mit Muttermilch ernährt wurden, jedoch erhielten mehr als 40 Prozent aller neugeborenen Babys bereits in der Klinik zusätzlich Muttermilchersatznahrung. Frühgeborene Kinder erhielten mit 65 Prozent den höchsten Anteil, wobei auch 37 Prozent aller termingeborenen Babys Formula erhielten. Allen voran Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kamen.1 Dabei empfehlen internationale und nationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO oder die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen.

Erhöhtes Risiko für neurokognitive Störungen im Erwachsenenalter bei männlichen Nachkommen von Müttern mit nur milder Zikavirus-Infektion

Neue Erkenntnisse zu Langzeitfolgen einer Zikavirus Infektion während der Schwangerschaft

Hamburg (10. September 2018) - Ein Wissenschaftsteam aus der Abteilung „Virale Zoonosen - One Health“ des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat die dringende medizinische Frage untersucht, ob vermeintlich gesunde Nachkommen von Zikavirus-infizierten Müttern unter langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden. Die Ergebnisse sind nun im Journal „Nature Microbiology“ erschienen.

Zulassungserweiterung für Perjeta + Herceptin im adjuvanten Setting

Der nächste Schritt zur Chance auf Heilung für Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom

Frankfurt am Main (11. Juli 2018) - Seit Ende Mai 2018 ist Perjeta® (Pertuzumab) in Kombination mit Herceptin® (Trastuzumab) und einer Chemotherapie zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit frühem HER2-positivem Mamma-karzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodal-positive oder Hormonrezeptor-negative Erkrankung) zugelassen.1 In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie APHINITY profitierten insbesondere Patienten mit positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezeptorstatus von der zusätzlichen Perjeta-Therapie – zwei Patientenkollektive mit hohem Risiko, einen Rückfall zu erleiden. Das Risiko für Rezidiv oder Tod konnte bei diesen Patienten noch einmal um nahezu 25 % reduziert werden.2 Mit der neuen Zulassung kann die doppelte Antikörper-Blockade beim frühen Brustkrebs bei diesen Patienten nun auch adjuvant für insgesamt ein Jahr als Teil eines vollständigen Behandlungsschemas unabhängig vom Zeitpunkt der Operation eingesetzt werden.1 Anlässlich der Zulassungserweiterung erläuterten Prof. Dr. Bahriye Aktas, Leipzig, und Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, die Studiendaten zu Perjeta im adjuvanten Setting sowie den Stellenwert der neuen Therapie für die Patienten.

38. Deutscher Senologiekongress

Perjeta: Neue Perspektiven in der Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms

Stuttgart (14. Juni 2018) - Zielgerichtete Therapien beim HER2-positiven Mammakarzinom verbessern die Prognose der betroffenen Patientinnen deutlich. Im metastasierten Setting ist die Therapiesequenz mit Perjeta® (Pertuzumab) in Kombination mit Herceptin® (Trastuzumab) und Docetaxel in der First-Line sowie Kadcyla®▼ (Trastuzumab Emtansin) in der Second-Line fest etabliert – die Patientinnen haben damit die Chance auf einen maximalen Überlebensvorteil.1,2 Seit Ende Mai 2018 ist Perjeta in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie auch für die adjuvante Therapie von Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko* zugelassen.3 Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der Studie APHINITY: Durch die zusätzliche Behandlung mit Perjeta konnte das Risiko für ein Rezidiv oder Tod insbesondere bei Patienten mit befallenen Lymphknoten oder Erkrankungen mit negativem Hormonrezeptorstatus – zwei Patientenkollektive mit hohem Risiko, einen Rückfall zu erleiden – weiter um nahezu 25 % reduziert werden.4 Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) in Stuttgart diskutierten Prof. Dr. Bahriye Aktas, Leipzig, und PD Dr. Marc Thill, Frankfurt am Main, unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nadia Harbeck, München, wie die Therapie des frühen und metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms mit Perjeta und Kadcyla optimiert werden kann.

Levosert PackShot.Wohlbefinden, Gesundheit und Verhütung – der ‚Gedeon Richter Women’s Wellbeing Index‘ zeigt, was Frauen in Deutschland und Europa bewegt

Langzeitverhütung: intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem Levosert® jetzt für Liegedauer von vier Jahren zugelassen

München (14. März 2018) – Frauen in Deutschland ernähren sich mehrheitlich gesund (71 %) und fast die Hälfte von ihnen (45 %) treibt regelmäßig Sport. Damit sind Frauen hierzulande gesundheits­bewusster als die meisten anderen Europäerinnen. In Sachen Verhütung sind sich die Europäerinnen hingegen einig: Langzeitverhütungsmethoden fragen sie deutlich weniger nach als die Verhütungs­klassiker Pille und Kondom. Jede dritte zeigt sich jedoch aufgeschlossen gegenüber der zukünftigen Anwendung einer Hormonspirale. Dies sind einige der zentralen Ergebnisse des „Gedeon Richter Women’s Wellbeing Index“, einer internationalen Umfrage unter 7.000 Frauen in sieben Ländern. Der Spezialist für Frauengesundheit bietet mit Levosert® seit Juli 2017 ein neues intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem an, das seit Kurzem für eine längere Liegedauer von vier Jahren zugelassen ist. Aktuelle 4-Jahres-Ergebnisse der ACCESS-IUS-Studie und Erfahrungen aus der Praxis bestätigen die Wirksamkeit und Sicherheit dieser komfortablen Option für die Langzeitverhütung.

Abb.: Der Nephrologe Dr. Lothar Kornalik betreute die Dialysepatientin Tamara Basler bei beiden Schwangerschaften. Photo und Copyright: DGfNWeltnierentag 2018

Dialyse und Schwangerschaft: Ein Beispiel, das Mut macht

Berlin (8. März 2018) - Bei Tamara Basler kann man schon fast von einem Wunder sprechen, denn die 31-Jährige Dialysepatientin wurde im Sommer 2017 mit Sohn Elian schon zum zweiten Mal Mutter eines gesunden Kindes. 2013 brachte sie ihre Tochter Marlena zur Welt. Im Interview beschreiben Patientin und ihr behandelnder Nephrologe, Dr. Lothar Kornalik, leitender Arzt im KfH-Nierenzentrum Amberg, welche Hürden es dabei zu bewältigen galt.

7. Essener Symposium zur gynäkologischen Onkologie und Senologie: Klinische Studien und Praxisdaten untermauern Avastin als First-Line-Standard beim Ovarialkarzinom. Avastin® (Bevacizumab) in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ist der etablierte Standard für die First-Line-Therapie von Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (alte FIGO-Stadien IIIb-IV). Prof. Dr. Jacobus Pfisterer, Direktor des Zentrums für Gynäkologische Onkologie, Kiel, betonte in seinem Vortrag beim 7. Essener Symposium den zentralen Stellenwert von Avastin in der First-Line. Dabei verwies er auf die Daten der GOG-0218-Studie, in der Avastin in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) der Patientinnen signifikant um 6,2 Monate gegenüber der alleinigen Chemotherapie verlängert hatte.1,2 Die Resultate der Zulassungsstudie wurden kürzlich durch eine aktuelle Auswertung aus dem Klinikalltag untermauert.7. Essener Symposium zur gynäkologischen Onkologie und Senologie

Klinische Studien und Praxisdaten untermauern Avastin als First-Line-Standard beim Ovarialkarzinom

Essen (25. März 2017) - Avastin® (Bevacizumab) in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ist der etablierte Standard für die First-Line-Therapie von Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (alte FIGO-Stadien IIIb-IV). Prof. Dr. Jacobus Pfisterer, Direktor des Zentrums für Gynäkologische Onkologie, Kiel, betonte in seinem Vortrag beim 7. Essener Symposium den zentralen Stellenwert von Avastin in der First-Line. Dabei verwies er auf die Daten der GOG-0218-Studie, in der Avastin in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) der Patientinnen signifikant um 6,2 Monate gegenüber der alleinigen Chemotherapie verlängert hatte.1,2 Die Resultate der Zulassungsstudie wurden kürzlich durch eine aktuelle Auswertung aus dem Klinikalltag untermauert.3-5

 Kyleena™ – modernstes, kleinstes und niedrigstdosiertes LNG-IUS für 5 Jahre. Photo. Bayer HealthCareModernstes, kleinstes und niedrigstdosiertes 5-Jahres-LNG-IUS in Deutschland

Paradigmenwechsel in der Verhütung: KyleenaTM bietet auch Nulliparae fünf Jahre hohe kontrazeptive Sicherheit

Düsseldorf (20. März 2017) – Mit KyleenaTM bringt Jenapharm in Deutschland das weltweit kleinste levonorgestrelfreisetzende Intrauterinsystem (LNG-IUS) mit einer Wirkdauer von bis zu fünf Jahren auf den Markt. Die sehr gute Verträglichkeit, der niedrige Pearl-Index von 0,29 und die minimale lokal abgegebene Levonorgestrel-Menge stehen für das neue kontrazeptive Konzept. Das belegen die beiden weltweit durchgeführten Phase II- und Phase III-Studien, an denen insgesamt 623 nullipare und 1.074 pare Frauen zwischen 18 und 41 Jahren teilgenommen haben1,2,3. Mit KyleenaTM führt Jenapharm nach Mirena® und Jaydess® das dritte LNG-IUS in den Markt ein, das aber die Vorteile der beiden bisherigen LNG-IUS kombiniert: KyleenaTM ist niedrigstdosiert und genauso klein wie Jaydess®. Dabei zeigt es ein günstiges Blutungsprofil und ist fünf Jahre wirksam wie Mirena®. Gynäkologe Professor Dr. Thomas Römer vom Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal hält diese Erweiterung des Portfolios für besonders sinnvoll: „Das neue 5-Jahres-LNG-IUS bringt alles mit, um einen Paradigmenwechsel in der Verhütung einzuläuten. Jetzt haben auch junge nullipare Frauen, für die Familienplanung mittelfristig kein Thema ist, eine echte Alternative zur Pille.“

Ulipristalacetat ist mit seinem kausalen, nicht-invasiven Therapieansatz ein Meilenstein für die Behandlung von Gebärmuttermyomen

ESMYA®: 5 Jahre Therapieerfahrung in Deutschland

Düsseldorf (9. März 2017) – Millionen Frauen auf der ganzen Welt sind von Gebärmuttermyomen (medizinisch auch: Uterusmyome) betroffen. Die Marktzulassung von Ulipristalacetat (ESMYA®) im Februar 2012 läutete den Beginn einer neuen Ära in der medikamentösen Behandlung von Uterusmyomen ein. Statistiken zufolge wurden bislang mehr als 310.000 betroffene Frauen in 65 Ländern mit Ulipristalacetat (UPA) behandelt1, während gleichzeitig die Anzahl der Hysterektomien immer weiter zurück ging. ESMYA® wurde als erster Selektiver Progesteron­-Rezeptor-Modulator (SPRM) speziell für die Behandlung des symptomatischen Uterus myomatosus entwickelt und erlangt seitdem als medikamentöse Therapieoption immer größere Bedeutung, was auch der wachsende Trend zum Organerhalt bestätigt. Auf der Pressekonferenz ‚5 Jahre ESMYA®, waren sich Experten daher einig: Mit Ulipristalacetat steht eine effektive Therapie zur Verfügung, die nicht nur die Symptome wirkungsvoll und nachhaltig behandelt, sondern auch einen kausalen Wirkansatz hat. Die Substanz wirkt direkt auf das Endometrium, die Hypophyse und das Myom, stoppt rasch das Leitsymptom der starken Menstruationsblutungen, verringert die Größe der Myome und trägt so zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität bei.2

Qualität bei gynäkologischen Operationen, Geburtshilfe und Mammachirurgie künftig für Krankenhausplanung relevant

Berlin ( 15. Dezember 2016 ) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin einen ersten Beschluss über Qualitätsindikatoren gefasst, die zukünftig für die Krankenhausplanung relevant sein werden (sogenannte planungsrelevante Qualitätsindikatoren), sowie eine neue Richtlinie „plan. QI-RL“, in der die dazu erforderliche Datenerhebung sowie das Verfahren zur Ermittlung der Qualitätsergebnisse geregelt werden. Bei dem ersten Indikatorenset handelt es sich um Qualitätsindikatoren aus den Leistungsbereichen gynäkologische Operationen, Geburtshilfe und Mammachirurgie, die im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung erhoben werden.

Abb.: Mit einem europaweit einmaligen Operationsverfahren hat das Team ein ungeborenes Kind noch im Mutterleib am offenen Rücken (Spina bifida aperta) operiert. © Universitätsklinikum HeidelbergSpina bifida: Europaweit neue OP

Offenen Rücken schon während der Schwangerschaft erfolgreich behandelt

Heidelberg (11. August 2016) - Mit einem europaweit einmaligen Operationsverfahren hat ein interdisziplinäres Team aus Perinatalmedizinern und Neurochirurgen am Universitätsklinikum Heidelberg ein ungeborenes Kind noch im Mutterleib am offenen Rücken (Spina bifida aperta) operiert. Weitere elf Wochen konnte sich das Kind im Bauch seiner Mutter entwickeln, bevor es am Dienstag, 9. August, per Kaiserschnitt zur Welt kam. „Für den Eingriff während der Schwangerschaft haben wir die Gebärmutter ähnlich einem Kaiserschnitt eröffnet. Das Kind wurde vorsichtig ein Stück herausgehoben und blieb dabei mit der Nabelschnur verbunden“, erklärt Professor Dr. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

Ospemifen bei vulvovaginaler Atrophie: Zusatznutzen nicht belegt

  • Falsche Studienpopulation, Studien zu kurz, Vergleichstherapie-Vorgaben nicht eingehalten

Köln (1. August 2016) - Ospemifen (Handelsname Senshio) ist zur Behandlung von Frauen zugelassen, die nach den Wechseljahren mittelschwere bis schwere Beschwerden wegen einer vulvovaginalen Atrophie (VVA) haben und für die eine vaginale Estrogentherapie nicht infrage kommt. Seit Mai 2016 ist der Wirkstoff in Deutschland auf dem Markt. In einer frühen Nutzenbewertung hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun untersucht, ob er Vor- oder Nachteile gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie hat.