Gynäkologie

Sectio. Photo: Wikipedia en.Kaiserschnitt erhöht das Risiko für Typ 1 Diabetes

 

München (14. Februar 2012) - Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, haben laut der BABYDIAB-Studie ein mehr als doppelt so hohes Typ 1 Diabetes-Risiko als Kinder, die spontan entbunden wurden. In der Langzeit-Studie der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München wurde der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht. Die Studienteilnehmer wurden von Geburt an durchschnittlich 11 Jahre lang beobachtet. Eine Erklärung sehen die Forscher in der Tatsache, dass eine Entbindung per Kaiserschnitt die Zusammensetzung der kindlichen Darmflora verändert und damit die Entwicklung von Autoimmunität begünstigt.

 

Pfizer bringt vaginalen Verhütungsring Circlet® auf den MarktPfizer bringt vaginalen Verhütungsring Circlet® auf den Markt

 

Mit dem Monatsring nur alle vier Wochen an Verhütung denken

 

Berlin (7. Februar 2012) - Ab sofort wird Pfizer den vaginalen Verhütungsring unter dem Handelsnamen Circlet® vermarkten. Der Monatsring enthält 11,7 mg Etonogestrel und 2,7 mg Ethinylestradiol und ist zur Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter zugelassen. Mit Circlet® erweitert Pfizer das Kontrazeptiva-Portfolio um das innovative Verhütungsprinzip „Ring“ und bietet damit ein umfassendes Service-Angebot für Gynäkologen und Anwenderinnen.

 

Frauen leiden fünfmal häufiger unter Essstörungen als Männer

 

Leipzig (7. Februar 2012) - Eine repräsentative Studie zeigt, dass fünfmal mehr Frauen (5,9 Prozent) als Männer (1,5 Prozent) in Deutschland unter Störungen im Essverhalten leiden. Dazu zählen zum Beispiel die Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Störung), die Binge-Eating- oder Essanfallsstörung und die Anorexia Nervosa (Magersucht). Die Studie belegt außerdem, dass bei fettleibigen (adipösen) Frauen elfmal häufiger und bei adipösen Männern sogar 20-mal häufiger eine Störung im Essverhalten vorliegt als bei normalgewichtigen Frauen und Männern.

 

Fachgesellschaften fordern

Implantate vorsorglich entfernen

 

Berlin (9. Januar 2012) - Über das weitere Vorgehen in dem Skandal um fehlerhafte Brustimplantate der französischen Firma „PIP“ sind sich die Präsidenten der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), Prof. Dr. Peter M. Vogt, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, sowie der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Prof. Dr. Klause Friese, einig: „Wir raten zu einer Entfernung ohne Eile, wie es bereits die französische Expertenkommission empfohlen hat."

 

BfArM: Erweiterung der Empfehlung

Entfernung der PIP- und Rofil-Brustimplantate als Vorsichtsmaßnahme empfohlen

 

Bonn (6. Januar 2012) - Das BfArM hat am 23.12.2011 eine Empfehlung ausgesprochen, wonach sich betroffene Patientinnen vom Arzt auf mögliche Rissbildungen der Implantate hin untersuchen lassen sollten, um anschließend über jeweils geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung entscheiden zu können. Aufgrund in den letzten Tagen zunehmend eingehender Mitteilungen von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken erweitert das BfArM diese Risikobewertung von PIP- bzw. Rofil-Brustimplantaten. Diese Mitteilungen sagen aus, dass Silikon auch aus solchen Implantaten vermehrt und im Zeitverlauf zunehmend austreten („ausschwitzen“) kann, bei denen keine Rissbildung vorliegt.

 

Beckenboden-Chirurgie – Vorsicht mit Implantaten

 

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe warnt vor unkritischem Einsatz synthetischer Netze in der Beckenbodenchirurgie

 

Berlin (30. Dezember 2011) - Mehrere Geburten, starkes Übergewicht, Bindegewebsschwäche – es gibt viele Gründe, warum sich bei einer Frau eine Senkung des Beckenbodens entwickelt. Anzeichen für eine solche Senkung sind ungewollter Urinverlust, Druckgefühl im Unterbauch, der Eindruck, dass ein Fremdkörper in der Scheide liegt, Kreuz- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Sex. Allerdings sind die Möglichkeiten, diese Beschwerden zu heilen, heute ausgezeichnet.

 

Empfehlungen des BfArM für Patientinnen mit PIP-Brustimplantaten

 

Bonn (23. Dezember 2011) - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt Patientinnen mit PIP-Brustimplantaten, wegen des Risikos möglicher Rissbildungen in jedem Fall ihren implantierenden Arzt oder ihre Klinik aufzusuchen. „Ziel dieser vorbeugenden Sicherheitsmaßnahme ist eine individuelle Risikoabwägung bei den betroffenen Patientinnen. Nur so kann im Einzelfall über geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung entschieden werden“ sagte Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM.

 

Asthma-Spray in der Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes

 

Basel, Schweiz (19. Dezember 2011) - Wenn Mütter während der Schwangerschaft Glukokortikoid-haltige Sprays zur Behandlung von Asthma verwenden, trägt der Nachwuchs ein erhöhtes Risiko für hormonelle und Stoffwechselerkrankungen; er ist jedoch nicht anfälliger für eine Vielzahl anderer Erkrankungen. Das zeigt eine Studie, die Forschende der Universität Basel mit Kollegen aus der Schweiz, den USA und Dänemark im Fachmagazin «American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine» veröffentlicht haben.

 

Test auf Schwangerschaftsdiabetes wird GKV-Leistung

Merkblatt unterstützt die ärztliche Aufklärung

 

Berlin (15. Dezember 2011) – Schwangere Frauen haben künftig Anspruch auf einen Test auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Einen entsprechenden Beschluss, der unter anderem auf den Ergebnissen der Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) basiert, fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) heute in Berlin.

 

Wenn Hebammen Geburtshäuser leiten, stimmt die Qualität

Erstmals vergleichende Studie zwischen klinischer und außerklinischer Geburt

 

Berlin (2. Dezember 2011) - Sicherheit ist für werdende Eltern sehr wichtig. Das gilt auch für die Wahl des Geburtsortes. Beruhigend dürfte daher die Erkenntnis sein, dass außerklinische Einrichtungen, die von Hebammen geleitet werden, Krankenhäusern in Sachen Qualität nicht nachstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes und verschiedener Hebammenverbände. Erstmals für Deutschland wird darin die Versorgungsqualität von Krankenhäusern mit den von Hebammen geleiteten Einrichtungen wie Geburtshäusern, Hebammenpraxen und Entbindungsheimen verglichen. Entscheidend für dieses gute Abschneiden der außerklinischen Angebote ist offensichtlich eine sorgfältige Auswahl der Schwangeren, für die unter gesundheitlichen Aspekten eine Alternative zum Krankenhaus in Frage kommt.

 

Vom Kopf auf die Füße

Vorsorge für Schwangere wird allmählich umgebaut

 

Berlin (1. Dezember 2011) – Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto engmaschiger muss man die werdende Mutter untersuchen – dachte man bisher. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass durch eine genaue Vorsorgeuntersuchung schon nach drei Monaten Risiken frühzeitig erkannt werden können. Das erleichtert einerseits rechtzeitiges Eingreifen zum Wohle von Mutter und Kind, andererseits können, wenn keine Probleme vorliegen, die Untersuchungen im letzten Schwangerschaftsdrittel sogar reduziert werden. Dies erklärte Privatdozent Dr. Karl Oliver Kagan (Uni Tübingen) beim Deutschen Kongress für Perinatalmedizin, der vom 1. bis zum 3. Dezember in Berlin stattfindet.

 

"Verkehrte Welt"

Sexualität in der Schwangerschaft

 

Berlin (1. Dezember 2011) – Angebliche medizinische Gründe, die gegen Sex in der Schwangerschaft sprechen, beruhen auf Mythen. Womöglich sind sie aber eine gute "Ausrede" für den Mann. Denn in der Schwangerschaft ist die Welt ein wenig verdreht: Sie will mehr als sonst, er weniger. Darauf wies heute Dr. Babett Ramsauer vom Vivantes Klinikum Berlin Neukölln beim 25. Deutschen Kongress für Perinatale Medizin hin, der noch bis zum Samstag im Berliner ICC stattfindet.

 

Hausgeburten

Erhöhtes Risiko

 

Berlin (30. November 2011) - Eine große, soeben veröffentlichte Studie mit fast 65.000 Schwangeren in Großbritannien hat belegt, dass die Hausgeburt mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden ist. Sie bestätigt die bekannten Daten aus den Niederlanden und aus Deutschland.

 

Sonografie-Diagnostik beim Fötus

Unterentwicklung der Lunge mittels 3-D-Ultraschall erkennen

 

Bonn (18. November 2011) - Die Lungenhypoplasie ist eine schwere, oftmals tödlich verlaufende Unterentwicklung der Lunge bei Föten. Etwa eines unter tausend Neugeborenen leidet daran. Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen es, diese mangelnde Ausreifung der Lunge in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zu diagnostizieren. Eine frühe Diagnose ermöglicht betroffenen Eltern und Ärzten, die erforderlichen Vorbereitungen für die Entbindung zu treffen und mögliche Therapien zu planen. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

 

Hebammenverband kritisiert Antrag zu den Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

 

Karlsruhe (16. November 2011) - „Was für die Situation der Pflegeausbildung falsch ist, ist ganz besonders falsch für die Ausbildung der Hebammen“, so lässt sich der Unmut des Deutschen Hebammenverbandes zusammenfassen. Wieder einmal wird von politischer Seite versucht die Berufsgruppe der Hebammen mit der Pflege zu vergleichen und in ein gemeinsames Regelungswerk zu packen. Übersehen wird dabei, dass Hebammen eine vorbehaltliche Arbeit leisten und laut Gesetz ohne ärztliche Anordnung arbeiten können. Hebammen arbeiten deshalb eigenverantwortlich als Primärversorgerinnen in den Bereichen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Diese berufliche Autonomie und Verantwortung bedingt eine eigenständige politische Betrachtung.

 

Risiko von venösen Thromboembolien bei Einnahme von Drospirenon-haltigen kombinierten oralen Kontrazeptiva (Yasmin®/Yasminelle®, Aida®, Yaz®, Petibelle®)

Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 45, 11.11.2011

 

Berlin (11. November 2011) - Der AkdÄ wurde der Fall einer 22-jährigen Frau gemeldet, die ab November 2008 Aida® zur Kontrazeption eingenommen hatte (AkdÄ-Fall Nr. 151333). Es lagen keine Begleiterkrankungen vor, und es wurden keine weiteren Medikamente eingenommen. Die junge Frau war Nichtraucherin und leicht übergewichtig (Body-mass-Index [BMI]: 26,8). Es wird beschrieben, dass sie sich regelmäßig körperlich betätigt hat (Radfahrerin). Eine Immobilisation, z.B. durch eine akute Erkrankung, bestand nicht. Im September 2009 brach die Frau vor ihrer Haustür plötzlich bewusstlos zusammen. Der alarmierte Notarzt fand die Patientin komatös auf und begann unverzüglich mit Reanimationsmaßnahmen. Im EKG wurde einmalig Kammerflimmern bei ansonsten durchgehender Asystolie dokumentiert. Nach Eintreffen im Krankenhaus zeigte eine transthorakale Echokardiographie einen großen rechten Ventrikel mit paradoxer Septumkontraktion, so dass von einer fulminanten Lungenembolie als Ursache ausgegangen wurde. Unter einer daraufhin durchgeführten Notfall-Lysebehandlung gelang eine Kreislaufstabilisierung, die mit Volumensubstitution und Katecholaminen aufrechterhalten werden konnte. Im Verlauf zeigte sich jedoch ein schweres, nicht therapierbares Hirnödem, an dem die Frau starb. Eine Sektion wurde nicht durchgeführt. Bei einer retrospektiven Befragung von Kontaktpersonen ergab sich, dass die Frau in den Wochen vor dem Ereignis über Wadenschmerzen geklagt hatte, die sie zunächst auf das Radfahren zurückführte und die von ärztlicher Seite als Muskelzerrung interpretiert wurden.

 

Infektionen bei sehr kleinen Frühgeborenen fast immer lebensbedrohlich

 

Berlin (9. November 2011) - Das Immunsystem von sehr kleinen Frühgeborenen ist noch nicht in der Lage, Bakterien effektiv zu bekämpfen. Deshalb verlaufen Infektionen bei Frühchen häufig sehr schwer. Dass Herz, Lunge und alle anderen Organe eigentlich noch gar nicht auf das Leben außerhalb der Gebärmutter vorbereitet sind, erschwert den Kindern das Überleben. Bei einer drohenden Frühgeburt schöpfen deshalb Geburtsmediziner alle Möglichkeiten aus, die Schwangerschaft zu verlängern, so Prof. Klaus Friese, München, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Nicht immer sind sie dabei erfolgreich.

 

"Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist“

Informationskampagne zur vorgeburtlichen Diagnostik für einen unverstellten Blick auf Schwangerschaft

 

Karlsruhe (7. November 2011) - Schwanger zu sein ist die natürlichste Sache der Welt. Doch die damit einhergehenden körperlichen Veränderungen und umwälzenden Auswirkungen führen bei vielen Frauen zu Verunsicherungen und zu Ängsten – eine normale Reaktion auf so viel Ungewissheit. Dem Umfeld der Schwangeren, meistens die Familie, fehlt es oft an Unterstützungsmöglichkeiten. Mit zurück gehenden Kinderzahlen verlieren Erfahrungswissen und sozialer Austausch im Umgang mit Schwangerschaft und dem Kinderkriegen zudem an Bedeutung.

 

„Nah am Wunder der Natur“?

Hebammen und DHV kritisieren Werbung mit der Mutterbrust

 

Karlsruhe (7. November 2011) - Hebammen protestieren gegen die Vermarktung von Flaschennahrung mit Slogans wie "nach dem Vorbild der Muttermilch" und Bildern stillender Mütter, wodurch die industrielle Säuglingsnahrung der Muttermilch gleichgesetzt wird. Die Kritik der Fachkreise richtet sich auch an die zuständigen Überwachungsbehörden, die die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften kontrollieren und Verstöße entsprechend unterbinden müssten.

Frühgeburt durch Masern

In Deutschland hat sich die Zahl der Masernfälle seit 2010 verdoppelt

 

Berlin (2. November 2011) - Erkrankt eine schwangere Frau mit Masern, so kommt es in bis zu 25% der Schwangerschaften zu einer Frühgeburt. Die DGGG empfiehlt, den Impfschutz zu überprüfen und aufzufrischen.

 

Schwangerschaftsvergiftung erkennen und frühzeitig handeln

Test kann weiteren Krankheitsverlauf prognostizieren

 

Berlin (20. Oktober 2011) - Ein Bluttest kann bei Schwangeren mit Präeklampsie erkennen, ob ein hohes Risiko für eine baldige Entbindung besteht. Das berichtet ein Forscherteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin im American Journal of Obstetrics & Gynecology*. Der Test wurde in einer Studie gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Leipzig und fünf weiteren europäischen Studienzentren klinisch erprobt.