Home Gynäkologie und Geburtshilfe Ulipristalacetat ist mit seinem kausalen, nicht-invasiven Therapieansatz ein Meilenstein für die Behandlung von Gebärmuttermyomen - ESMYA®: 5 Jahre Therapieerfahrung in Deutschland
26 | 04 | 2017
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Ulipristalacetat ist mit seinem kausalen, nicht-invasiven Therapieansatz ein Meilenstein für die Behandlung von Gebärmuttermyomen

ESMYA®: 5 Jahre Therapieerfahrung in Deutschland

Düsseldorf (9. März 2017) – Millionen Frauen auf der ganzen Welt sind von Gebärmuttermyomen (medizinisch auch: Uterusmyome) betroffen. Die Marktzulassung von Ulipristalacetat (ESMYA®) im Februar 2012 läutete den Beginn einer neuen Ära in der medikamentösen Behandlung von Uterusmyomen ein. Statistiken zufolge wurden bislang mehr als 310.000 betroffene Frauen in 65 Ländern mit Ulipristalacetat (UPA) behandelt1, während gleichzeitig die Anzahl der Hysterektomien immer weiter zurück ging. ESMYA® wurde als erster Selektiver Progesteron­-Rezeptor-Modulator (SPRM) speziell für die Behandlung des symptomatischen Uterus myomatosus entwickelt und erlangt seitdem als medikamentöse Therapieoption immer größere Bedeutung, was auch der wachsende Trend zum Organerhalt bestätigt. Auf der Pressekonferenz ‚5 Jahre ESMYA®, waren sich Experten daher einig: Mit Ulipristalacetat steht eine effektive Therapie zur Verfügung, die nicht nur die Symptome wirkungsvoll und nachhaltig behandelt, sondern auch einen kausalen Wirkansatz hat. Die Substanz wirkt direkt auf das Endometrium, die Hypophyse und das Myom, stoppt rasch das Leitsymptom der starken Menstruationsblutungen, verringert die Größe der Myome und trägt so zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität bei.2

Deutsche Prävalenzstudie: Fast jede zweite Frau über 30 Jahre entwickelt ein Myom

Gebärmuttermyome sind die am häufigsten auftretenden Tumoren der weiblichen Geschlechts­organe und treten bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter bis zur Menopause auf. Aktuelle Daten einer Prävalenzstudie3 aus Deutschland zeigen laut Prof. Peyman Hadji, Frankfurt, erstmals, dass bei fast jeder zweiten Frau über 30 Jahre Gebärmuttermyome in der gynäkologischen Praxis diagnostiziert werden können. „Und nahezu jede zweite Frau, bei der ein Gebärmuttermyom festgestellt wurde, leidet an myombedingten Beschwerden“, erläutert Hadji weiter. Bei der Behandlung myombedingter Beschwerden sei ein Trend deutlich erkennbar. „Wurden in Deutschland im Jahr 2012 noch etwa 130.000 Hysterektomien durchgeführt und somit im internationalen Ländervergleich ein Spitzenplatz erreicht, zeigt sich in den letzten Jahren zunehmend ein Bewusstseinswandel bei der Behandlung von Gebärmuttermyomen.“ Immer mehr in den Vordergrund tritt dabei der Wunsch der Patientin nach Organerhalt, dem durch die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten zunehmend nachgekommen werden kann.


Ulipristalacetat: 5 Jahre Therapieerfahrung in Deutschland

Als im Februar 2012 mit Ulipristalacetat eine neue Möglichkeit zur wirksamen medikamentösen Myomtherapie verfügbar wurde, setzte ein Wandel in der Behandlung des Uterus myomatosus ein: Der Selektive Progesteron-Rezeptor-Modulator Ulipristalacetat (ESMYA®) nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ulipristalacetat (UPA) wurde in klinischen Phase III Studien (PEARL I-IV) über mehrere Jahre hinweg untersucht. Seitdem PEARL IV2,4,5,6 den Nachweis über die Wirksamkeit und Sicherheit von UPA über bis zu vier Behandlungsintervalle hinweg brachte, kann UPA auch als Langzeit-Intervall-Therapie eingesetzt werden, um eine Operation dauerhaft zu vermeiden. Studien zeigen, dass bei mehr als 95 % der Patien­tinnen, die eine Therapie mit ESMYA® erhalten hatten, im gesamten Beobachtungszeitraum keine Operation durchgeführt werden musste.5,11


UPA für Frauen in jeder Lebenssituation

„Die Therapie mit Ulipristalacetat ist für Frauen mit symptomatischem Uterus myomatosus in jeder Lebenslage geeignet. Sowohl Frauen mit abgeschlossener Familienplanung als auch Patientinnen mit Kinderwunsch profitieren von der Therapie“, erklärt Hadji. Für perimenopausale Patientinnen, die besonders häufig von Myomen betroffen sind, ist eine Langzeit-Intervall-Therapie zu erwägen, um die Zeit bis zur Menopause zu überbrücken, nach der die Myome durch den Hormonabfall oft von selbst schrumpfen. Bei dieser Patientinnengruppe stehen vor allem die Symptomfreiheit, das heißt die Beseitigung der Hypermenorrhö einschließlich Anämie und Schmerzen, sowie die damit einhergehende Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund der Behandlung. Auch für Frauen im gebärfähigen Alter ist die Therapie mit ESMYA® eine gute Option, da sich Myome negativ auf die Fertilität auswirken können, wenn sie, wie bei intramuralen Myomen, eine bestimmte Größe erreichen (> 2,8 cm).7,8,9 Hadji ergänzt abschließend: „Myome können auch während der Schwangerschaft Komplikationen verursachen. Eine Behandlung vor Schwangerschaftsbeginn empfiehlt sich, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern.“ So berichtet Dr. Ulrike Daferner, Stuttgart, selbst Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, wie sie mithilfe der Therapie mit Ulipristalacetat eine deutliche Größenreduktion ihres transmuralen Myoms und dadurch eine erfolgreiche Schwangerschaft erreichen konnte.


Patientinnenbefragung: Auswirkungen einer Myomerkrankung auf das Leben der Betroffenen

Die starken und lang anhaltenden Blutungen ebenso wie die Schmerzen zu reduzieren – dies stellte sich als das wichtigste Ziel von über 200 befragten Myom-Patientinnen heraus. In einer im Januar 2017 durchgeführten Online-Befragung10 berichteten Frauen zwischen 30 und 55 Jahren darüber, wie Myome ihr Leben beeinflussen. Alle befragten Frauen hatten in den letzten fünf Jahren die Diagnose ‚Uterus myomatosus‘ erhalten; die Gebärmutter wurde nicht operativ entfernt. Dr. Susanne Ditz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Heidelberg, betont, dass lediglich 18 % der Frauen mit Gebärmutter­myomen sofort nach dem Auftreten von Beschwerden einen Gynäkologen aufgesucht haben, die meisten jedoch zu lange warteten. Dies sei umso erstaunlicher, da die meisten der befragten Patientinnen die schmerzhaften starken und lang anhaltenden Blutungen als große Einschränkung in ihrem Alltag empfinden. So sorgen sich zum Beispiel 61 % der Befragten, aufgrund der starken Blutungen ihre Kleidung durchzubluten und fast jede zweite Frau ist in ihrer Tagesplanung und ihren Freizeit- oder Urlaubsaktivitäten eingeschränkt.

„Auch das Arbeitsleben der Betroffenen wird durch Myome stark beeinflusst“, führt Ditz weiter aus. Fast 36 % gaben an, Ersatzkleidung mit zur Arbeit zu nehmen, falls es zu starken Blutungen kommt. So erging es der Myompatientin Sylke Smidt, die sich an diese belastende Zeit folgendermaßen erinnert: „In meinem Beruf als Arzthelferin muss ich weiße Hosen tragen. Dabei hatte ich immer Angst, dass die starken Blutungen sichtbar werden, vor allem da die Blutungen in jedem Zyklus bis zu drei Wochen lang andauerten.“ Ebenso wurde festgestellt, dass etwa ein Drittel der Betroffenen durch ihre Erkrankung in ihrer Arbeitsleistung eingeschränkt ist oder sich sogar von der Arbeit freinehmen muss (21 %). Neben Alltag und Arbeitsleben beeinflussen Gebärmuttermyome auch das soziale und emotionale Leben und wirken sich bei ca. 30 % beispielsweise auf das Intimleben mit dem Partner (ein Drittel) und auf die Bereitschaft, sich auf eine Beziehung einzulassen (>70 %) aus.

Insgesamt machen die Ergebnisse deutlich „wie wichtig es ist, die Kommunikation mit den betroffenen Frauen und den behandelnden Ärzten zu verbessern“, so das Fazit von Ditz. „Genau hier sollten wir ansetzen, um die unter Myomen leidenden Frauen in Zukunft noch besser unterstützen zu können.“


Quellen

  1. Gedeon Richter: Unique treatment for uterine fibroids: ESMYA® celebrates 5 years on the market.
  2. Donnez J., Donnez O., Courtoy, G. E. & Dolmans, M. M. The place of selective progesterone receptor modulators (SPRMs) in myoma therapy. Minerva Ginecol. (2016).
  3. Ahrendt, H. J. et al. Prevalence of uterine myomas in women in Germany: data of an epidemiological study. Arch. Gynecol. Obstet. 293, 1243-1253 (2016).
  4. Donnez J., Hudecek R., Donnez O. et al. Efficacy and Safety of repeated use of ulipristal acetate in uterine fibroids. Fertil Steril 2015; 103(2):519-27.
  5. Donnez J., Donnez O., Matule D. et al. Long Term medical management of uterine fibroids with ulipristal acetate. Fertil Steril 2016; 105(1):165-73.
  6. Fischl F. Aktuelles: Ulipristalacetat (UPA) zur konservativen Myomtherapie und Blutungskontrolle bei Uterus myomatosus. J Gynäkol Endokrinol 2016; 26(1):30-36.
  7. Bühler K. Infertilität bei Uterus myomatosus. Gynäkologische Endokrinologie 2004; 2(1):33-37.
  8. Pritts EA., Parker WH. und Olive DL. Fibroids and infertility: an updated systematic review of the evidence. Fertil Steril 2009; 91(4):1215-1223.
  9. Yan L., Ding L., Li C., et al. Effect of fibroids not distorting the endometrial cavity on the outcome of in vitro fertilization treatment: a retrospective cohort study. Fertil Steril 2014; 101(3):716-721.
  10. Online-Befragung Gedeon Customer Insights, Februar 2017.
  11. Donnez, J. et al. Long-term treatment of uterine fibroids with ulipristal acetate. Fertil. Steril. 2014;
    101: 1565–73.e1–18.

     

Quelle: Pressekonferenz ‚5 Jahre ESMYA®, anlässlich des Fortbildungskongresses der Frauenärztlichen Bundesakademie (Foko), Düsseldorf, 9.03.2017 (tB).

 
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