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Fachgesellschaften stellen neue S3-Leitlinie vor:

Alles zur Diagnose, Therapie und Nachsorge bei Brustkrebs

 

Stuttgart (20. Oktober 2008) - Die neue S3-Leitlinie Brustkrebs bildet den aktuellen Stand in Wissenschaft und Medizin ab. Sie soll dabei helfen, die Sterblichkeit von Patientinnen mit Brustkrebs zu senken und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Vier Jahre nach Veröffentlichung der letzten Leitlinie wurde sie erneut überarbeitet und an den aktuellen Kenntnisstand angepasst. Einzelheiten zu den Änderungen und Neuerungen stellen die Experten auf der 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vor.

Die erste sogenannte S3-Leitlinie - S3 bezeichnet die höchste Qualitätsstufe - war 2004 erschienen. Seither, genauer im Zeitraum von 2003 bis 2006, verzeichneten medizinische Datenbanken wie Medline mehr als 10.000 neue wissenschaftliche Veröffentlichungen zur häufigsten Krebserkrankung der Frau. Insgesamt 243 dieser Arbeiten stufte ein Autorenteam unter Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg, Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm, als "methodisch belastbar" ein: Die Publikationen enthielten prospektive Studien und Metaanalysen. Prospektive Studien prüfen gezielt eine zuvor aufgestellte Hypothese, zum Beispiel in Form einer Placebo-kontrollierten Untersuchung. Metaanalysen fassen die Ergebnisse mehrerer prospektiver Studien auf hohem wissenschaftlichem Niveau zusammen. Hinzu kamen noch 87 Veröffentlichungen aus einer internationalen Datenbank für Leitlinien.

Im Ergebnis mussten für die neue 298 Seiten lange Leitlinie mehrere Kapitel völlig neu erstellt, andere komplett überarbeitet oder neu gegliedert werden. Dabei hielt sich das Autorenteam streng an internationale Vorgaben. Um dies zu dokumentieren, haben die Wissenschaftler begonnen, die Leitlinie in die internationale Wissenschaftssprache Englisch zu übersetzen. Absehbar ist, dass auch diese neue Leitlinie in einigen Jahren überholt sein wird. Das Ende der Gültigkeitsdauer wurde deshalb auf Dezember 2010 festgesetzt.

Wie wichtig für an Brustkrebs erkrankte Frauen eine leitliniengerechte Behandlung ist, zeigten die ersten Ergebnisse des Versorgungsforschungsprojektes "Quality of Breast Cancer Care Under evidence-based guidelines", kurz BRENDA, das unter Federführung von Kreienberg steht. Hier fanden die Experten heraus, dass je leitlinienkonformer Ärzte ihre Patientinnen behandeln, desto besser ist das Behandlungsergebnis.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 20.10.2008.