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11 | 12 | 2017
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Infektionen des oberen weiblichen Genitaltraktes

Moxifloxacin als neue Therapieoption zugelassen

 

Leverkusen (24. März 2009) - Das Antibiotikum Moxifloxacin wurde jetzt in Deutschland vom BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) aufgrund einer Empfehlung der EMEA (European Medicines Agency) auch für die Behandlung von leichten bis mäßig schweren entzündlichen Erkrankungen des Beckens zugelassen. Damit können Infektionen des oberen weiblichen Genitaltraktes einschließlich Salpingitis und Endometritis (englisch: Pelvic Inflammatory Disease = PID) nun auch mittels einer Monotherapie mit dem Chinolon-Antibiotikum statt wie bisher üblich mit einer Antibiotika-Dreifachkombination behandelt werden (sofern Moxifloxacin-resistente Gonokokken ausgeschlossen werden können). Denn Moxifloxacin hat sich in klinischen Studien als sicher und effektiv wirksam bei der PID erwiesen.

 

Infertilität, ein Beckenabszess oder auch eine Eileiterschwangerschaft sind drohende Komplikationen bei entzündlichen Erkrankungen des oberen weiblichen Genitaltraktes. Vor allem wegen dieser potentiellen Folgen, aber auch wegen der zum Teil erheblichen Beschwerden der betroffenen Frauen wie Schmerzen im Unterbauch, Dyspareunie, Fluor genitalis und Fieber ist eine frühzeitige Diagnosestellung und eine effektive Therapie der PID angezeigt.

Chinolon-Monotherapie statt dreifache Antibiotika-Kombination
Standard bei der Therapie ist derzeit die Kombination von drei Antibiotika, wobei üblicherweise Doxycyclin, Ciprofloxacin und Metronidazol verabreicht werden. Durch die Zulassung von Moxifloxacin (Avalox® 400 mg Filmtabletten) erweitert sich das Behandlungsspektrum nicht nur, die Therapie wird, in geeigneten Fällen, auch deutlich einfacher. Denn, soweit Moxifloxacin-resistente Gonokokken ausgeschlossen werden können, ist es ausreichend, den Wirkstoff als Monotherapie nur einmal täglich einzunehmen, was eine deutlich verbesserte Compliance erwarten lässt.

Moxifloxacin: Weltweit mehr als 98 Millionen behandelte Patienten
Moxifloxacin, das seine Hauptindikationsgebiete bislang bei Atemwegsinfektionen sowie bei komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen besitzt und sich bei weltweit mehr als 98 Millionen behandelten Patienten bewährt hat, zeichnet sich durch ein breites Wirkspektrum und eine rasche Bakterizidie aus. Der Wirkstoff weist eine gute Aktivität gegen die bei der PID relevanten Erreger auf. Das erklärt die in Studien beobachtete gute klinische Wirksamkeit des Chinolons bei der PID.

Moxifloxacin ist - einmal täglich oral in einer Standard-Dosierung von 400 mg verabreicht - einer komplexen Dreifachkombination aus 2 mal täglich 100 mg Doxycyclin, einer Einzeldosis von 500 mg Ciprofloxacin und 3 mal täglich 400 mg Metronidazol, wie sie derzeit üblich ist, ebenbürtig. Das belegt eine prospektive, randomisierte doppelblinde Multicenterstudie bei 669 Patientinnen, die in beiden Studiengruppen 14 Tage lang nach einem der beiden Regime behandelt wurden. Dies führte unter Moxifloxacin zu einer klinischen Erfolgsrate von 96,6 Prozent und unter der Kombinationstherapie zu 98,0 Prozent. Die klinische Erfolgsrate lag 21 – 35 Tage nach Therapieende bei 90,2 Prozent unter Moxifloxacin und bei 89,1 Prozent unter der Kombinationstherapie, sodass von einer vergleichbaren Wirksamkeit auszugehen ist.

Eine zweite Studie bei 741 Patientinnen, bei der die einmal tägliche orale Gabe von Moxifloxacin gegen ein Regime aus zweimal täglich 400 mg Ofloxacin plus zweimal täglich 500 mg Metronidazol untersucht wurde, zeigte außerdem eine vergleichbare bakteriologische Erfolgsrate von Moxifloxacin gegenüber der Vergleichsmedikation bei allen relevanten Erregern der PID.

Das Chinolon-Antibiotikum Moxifloxacin hat sich damit bei der neuen Indikation der PID gegenüber der üblichen Kombinationstherapie mit zwei oder sogar drei Antibiotika als äquivalent erwiesen und dürfte die Behandlung für die betroffenen Frauen künftig deutlich einfacher werden lassen. Kann aber eine Infektion mit Fluorchinolon-resistenten Neisseria gonorrhoeae nicht ausgeschlossen werden, so ist in solchen Fällen zusätzlich ein weiteres geeignetes Antibiotikum wie etwa ein Cephalosporin zu verordnen.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Firma Bayer HealthCare vom 24.03.2009.

 
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