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Mit Pap-Abstrich plus HPV-Test das Risiko für Gebärmutterhalskrebs halbieren

Wegweisend: das Wolfsburger Pilotprojekt

 

Schematische Darstellung eines Humanen Papillomvirus (HPV)München (24. März 2009) – Gebärmutterhalskrebs kann durch Früherkennung verhindert werden. Sie lässt sich bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr wesentlich verbessern, wenn der konventionelle Pap-Abstrich mit dem innovativen digene® HPV Test kombiniert wird, der nach der empfohlenen Hybrid Capture® 2 Technologie (HC2) arbeitet. Er weist in einem Zellabstrich vom Muttermund zuverlässig die 13 Hochrisiko-Typen humaner Papillomviren nach, die als Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gelten. Das Wolfsburger Modell zeigt die hohe Akzeptanz dieses Vorgehens und die hervorragende Effektivität der kombinierten Diagnostik: 85 Prozent der Frauen entschieden sich bei der routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung für dieses Angebot. Mehr als die Hälfte der Krebsvorstufen oder Krebserkrankungen wäre ohne HPV-Test nicht oder erst sehr viel später entdeckt worden. Fazit: Frauen können ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich senken, wenn sie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auf die Kombination von Pap-Abstrich und HPV-Test setzen.

 

6.200 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs, 1.800 Frauen sterben daran. Hauptursache sind Viren, genauer gesagt „Hochrisiko-Typen“ des humanen Papillomvirus (HPV). Eine Infektion mit HPV ist unabdingbare Voraussetzung für nahezu alle Formen von Gebärmutterhalskrebs. Fast jede sexuell aktive Frau infiziert sich im Laufe ihres Lebens mit dem HP-Virus; das Immunsystem unterdrückt die Infektion aber, sodass keine Probleme auftreten. Chronifiziert die Infektion, können die Viren jedoch Zellveränderungen hervorrufen, die langfristig in Gebärmutterhalskrebs münden können. Wird die HPV-Infektion mit Hochrisiko-Typen rechtzeitig erkannt und die Frau dann entsprechend betreut, ist die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs nämlich in nahezu allen Fällen vermeidbar.

 

Konventioneller Pap-Abstrich hat gravierende Mängel

Die Vorsorgesituation in Deutschland war bislang allerdings unbefriedigend. Denn der für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs verwendete konventionelle Pap-Abstrich ist zwar auf jeden Fall sinnvoll, birgt aber auch Nachteile, wie Professor Dr. Karl Ulrich Petry, Wolfsburg, erläuterte. Mehr als die Hälfte der fortgeschrittenen Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebse werden mit dieser Methode bei einmaliger Abstrichentnahme übersehen. Umgekehrt ist bei 13 Prozent der gesunden Frauen, die regelmäßig einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, mindestens ein Abstrich im Verlauf von fünf Jahren falsch positiv. Das heißt: der Pap-Abstrich meldet eine Krebsvorstufe oder Krebs, obwohl die Frau gesund ist.

 

Kombination mit HPV-Test von der DGGG empfohlen

Ein Quantensprung in der Prävention von Gebärmutterhalskrebs ist der Nachweis der gefährlichen HP-Viren im Zellabstrich des Muttermundes. Der HPV-Test gibt Auskunft darüber, ob eine Infektion mit einem HPV-Hochrisiko-Typ vorliegt – und damit über das Risiko für die Frau, einen Gebrärmutterhalskrebs zu entwickeln. In Kombination mit dem Pap-Abstrich bietet er Frauen ab 30 Jahren die höchste Sicherheit in der Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs. Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt seit vergangenem Jahr in der gynäkologischen Vorsorge für Frauen ab 30 die Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test, der die Hybrid Capture 2 Technologie (HC2) anwendet (digene HPV Test). Frauen, die mit Hochrisiko-Typen infiziert sind, können dann engmaschiger kontrolliert und frühzeitig behandelt werden. Operative Eingriffe werden seltener.

 

Überzeugend: Zwischenergebnisse des Wolfsburger Pilotprojekts

Das Wolfsburger Modell stellt die kombinierte Diagnostik seit 2006 unter Routinebedingungen auf den Prüfstand und konnte nun mit ersten überzeugenden Zwischenergebnissen aufwarten. In diesem Pilotprojekt, angeboten vom Klinikum Wolfsburg in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Wolfsburger Frauenärzten und der Deutschen Betriebskrankenkasse (BKK), können Frauen ab 30 Jahren bei ihrer routinemäßigen Vorsorge zusätzlich zum üblichen Pap-Abstrich einen HPV-Test durchführen lassen. Bei auffälligem Befund werden sie dann nach genau definierten Verfahren weiterbetreut. Nun liegen die ersten Zwischenergebnisse auf dem Tisch. Und sie sprechen klar für die Kombination der diagnostischen Methoden. Etwa 85 Prozent der Teilnehmerinnen entschieden sich für den zusätzlichen HPVTest.

 

Das bedeutet: Über 16.700 Frauen haben bereits an der kombinierten Untersuchung teilgenommen. Bei 94 Prozent konnten Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebs sicher ausgeschlossen werden, da weder Pap-Abstrich noch HPV-Test auffällig waren. Dann ist eine Kontrolluntersuchung des Gebärmutterhalses erst wieder in fünf Jahren notwendig. Bei 88 Frauen wurde eine direkte Krebsvorstufe und bei neun Frauen ein Gebärmutterhalskrebs erkannt. In allen Fällen konnten im HPV-Test Hochrisiko-Typen nachgewiesen werden. Mit der herkömmlichen Vorsorge ohne HPV-Test wäre die Hälfte der Fälle mindestens ein halbes Jahr später oder gar nicht entdeckt worden. „Würde der HPV-Test wie in unserem Modell flächendeckend eingesetzt, könnte in Zukunft etwa die Hälfte der Fälle von Gebärmutterhalskrebs vermieden werden“, betonte Projektleiter Professor Petry. Das bundesweit einmalige Projekt wurde erst kürzlich auch vom Europaparlament ausgezeichnet.

 

Das Gebärmutterhalsrisiko halbieren!

Frauen, die eine höchstmögliche Sicherheit bei der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs haben möchten, sollten ihren Frauenarzt bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung nach dem HPV-Test fragen. Damit können sie ihr Krebsrisiko halbieren.

 

Über den digene HPV Test

Der digene HPV Test ist ein molekularbiologisches Laborverfahren, das auf der Hybrid Capture 2 Technologie (HC2) basiert. Er identifiziert innerhalb weniger Stunden 13 Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus, die über 98 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen hervorrufen. Teilweise wird zum Nachweis einer HPV-Infektion auch die PCR-Methodik (polymerase chain reaction) verwendet. Der digene HPV Test ist aufgrund der verwendeten HC2-Technologie der PCR allerdings hinsichtlich der klinischen Sensitivität überlegen. Die neue S2k-Leitlinie für die „Prävention, Diagnostik und Therapie der HPVInfektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale“ der DGGG empfiehlt daher explizit die HC2-Technologie für das Primärscreening in Kombination mit dem Pap-Test. Zurzeit übernehmen die meisten privaten Krankenkassen die Kosten für den HPV-Test im Primärscreening. Gesetzlich versicherte Patientinnen müssen die Kosten im Rahmen einer IGeL-Leistung von 50-95 Euro (noch) selber tragen. Interessierte Frauen können sich auf der Website http://www.hpv-test.de über Humane Papillomviren und den digene HPV Test informieren und sich so optimal auf den nächsten Besuch beim Gynäkologen vorbereiten.

 

 

Über QIAGEN

QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Probenvorbereitungstechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar zu machen. QIAGEN hat über 500 Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren Automatisierung entwickelt. Das Unternehmen verkauft seine Produkte weltweit an molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie an Kunden in Märkten für angewandte Testverfahren (u. a. Forensik, Veterinär- und Lebensmitteltestung, pharmazeutische Prozesskontrolle). QIAGENs Testtechnologien umfassen eines der weltweit breitesten Portfolios an molekulardiagnostischen Tests. Dieses beinhaltet auch den von der FDA zugelassen und CE-markierten Test auf Humane Papillomviren (HPV), der primären Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. QIAGEN beschäftigt weltweit mehr als 2.900 Mitarbeiter an über 30 Standorten. Weitere Informationen über QIAGEN finden Sie unter http://www.qiagen.com/.

 

 

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Quelle: Pressekonferenz der Firma Quiagen zum Thema „Gebährmutterhalskrebs – Vorsorgeuntersuchung auf dem Prüfstand – Konzepte für eine 100-prozentige Diagnosesicherheit“ am 24.03.2009 in München (3K-Agentur für Kommunikation).