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21 | 10 | 2017
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"Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist“

Informationskampagne zur vorgeburtlichen Diagnostik für einen unverstellten Blick auf Schwangerschaft

 

Karlsruhe (7. November 2011) - Schwanger zu sein ist die natürlichste Sache der Welt. Doch die damit einhergehenden körperlichen Veränderungen und umwälzenden Auswirkungen führen bei vielen Frauen zu Verunsicherungen und zu Ängsten – eine normale Reaktion auf so viel Ungewissheit. Dem Umfeld der Schwangeren, meistens die Familie, fehlt es oft an Unterstützungsmöglichkeiten. Mit zurück gehenden Kinderzahlen verlieren Erfahrungswissen und sozialer Austausch im Umgang mit Schwangerschaft und dem Kinderkriegen zudem an Bedeutung.

 


An deren Stelle treten immer häufiger Angebote einer medizinischen Rundumkontrolle. Schwangere Frauen sollen sehr viele Untersuchungen machen – auch wenn alles normal verläuft. Tatsächlich tut es in dieser Situation Frauen gut, wenn man ihnen Normalität und ein Gefühl der Sicherheit vermittelt und ihr Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten bestärkt. Ein übertriebener medizinischer Blick auf Schwangerschaft entmündigt hingegen schwangere Frauen und lenkt ihre Aufmerksamkeit einseitig auf mögliche Gesundheitsgefahren. Der für die Eltern-Kind-Beziehung so wichtige frühe emotionale Bezug zum Kind wird beeinträchtigt oder vom Ergebnis medizinischer Tests abhängig gemacht („Schwangerschaft auf Probe“). Ausufernde Angebote vorgeburtlicher Diagnostik gefährden die Balance zwischen der Stärkung der Eigenkompetenzen gesunder Frauen und einer angemessenen medizinischen Betreuung in echten Risikosituationen.

 

 

Die gemeinsam von der Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V., dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft, AKF e.V. und dem Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik getragene Informationskampagne „Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist“ will Frauen darin bestärken, einen eigenen Weg im Umgang mit den vielfältigen Angeboten einer medizinisch überwachten Schwangerschaft zu finden.


Ein Leporello soll schwangere Frauen und ihre Partner/innen ermuntern, einen anderen Blick zu riskieren. Auch eine Ablehnung oder ein kritischer Umgang mit den Verfahren vorgeburtlicher Tests muss möglich sein. Cartoons bringen die Fragwürdigkeit eines Verständnisses auf den Punkt, das Schwangerschaft generell als ein behandlungsbedürftiges Unterfangen begreift. Kurze Texte zeigen die Risiken und Nebenwirkungen eines Ansatzes auf, der auf existenzielle Fragen schwangerer Frauen allein medizinisch-technische Antworten gibt.

Die Begleitbroschüre „Bauchentscheidungen – aber mit Köpfchen“ richtet sich an MultiplikatorInnen, die mit schwangeren oder potenziell schwangeren Frauen zu tun haben, an BeraterInnen, ÄrztInnen, Hebammen, sowie in Selbsthilfe- und Behindertenorganisationen, in der Bildungsarbeit und in Wissenschaft und Politik engagierte Menschen. Die Broschüre unterlegt die Aussagen des Leporello mit Hintergrundinformationen, erörtert die absehbare, weitere Entwicklung der Gendiagnostik vor und während der Schwangerschaft und untersucht die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe für den Wandel im Umgang mit Schwangerschaft und Kindern.

Beide Materialien können bestellt und auf den Homepages der beteiligten Organisationen eingesehen bzw. heruntergeladen werden. Ein Nachdruck des Leporellos ist ausdrücklich erwünscht.

Wir danken der Aktion Mensch für die finanzielle Unterstützung.

 


 

Quelle: Deutscher HebammenVerband e.V., 07.11.2011 (tB).

 
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