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11 | 12 | 2017
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Abb.: Vereinsgründung von 'Fälle für alle e. V.' (2010): Ans Luyben, Elke Mattern, Christiane Schwarz, Patricia Gruber, (vorn), Regine Knobloch, Isabelle Romano (vorn), Patricia Morgenthal. Dr. Küper-Koch (Notar), von links.Erstes deutschsprachiges Fallberichts- und Lernsystem für Hebammen geht online

„Fälle für alle“

 

Karlsruhe (26. Februar 2013) - Aus Fehlern lernen. Nach diesem Grundprinzip funktionieren sogenannte Fallberichtssysteme, bei denen kritische Ereignisse und Beinahe-Schäden anonym gemeldet und ausgewertet werden. Die Berichte sollen dazu beitragen, dass ähnliche Fehler in Zukunft vermieden werden können. Seit Februar 2013 gibt es ein solches Fallberichts- und Lernsystem jetzt auch für Hebammen. Der Verein „Fälle für alle“ hat es mitentwickelt und wird es betreuen.

 

„Gerade auch im Bereich unserer Tätigkeiten brauchen wir eine positive Fehlerkultur“, sagt Patricia Gruber. Die Hebamme ist Gründungsmitglied, Vorsitzende und Sachverständige bei „Fälle für alle e.V.“ Der Verein wurde 2010 von deutschsprachigen Hebammen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien (Südtirol) mit Spendengeldern gegründet. Das Hauptziel des Vereines ist die Qualitätssicherung und - Verbesserung der praktischen Hebammentätigkeiten. Mit dem Meldesystem CIRLS (Critical incident reporting and learning system) soll dies jetzt noch besser gelingen.

„Wenn wir Fehler und negative Ereignisse systematisch erfassen und analysieren, verbessern wir damit die Sicherheitssituation unserer Klientinnen“, sagt Patricia Gruber. „Weltweit kommen Menschen durch unerwünschte und potentiell vermeidbare Situationen im Rahmen der Gesundheitsversorgung zu Schaden. Gerade während der Schwangerschaft, Geburt und dem Wochenbett können die Folgen schwerwiegend und langwierig sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns diese Ereignisse genau ansehen und aus ihnen lernen. Oftmals reicht es, organisatorische Abläufe zu verbessern.“


Fallberichtssysteme werden im Gesundheitssektor immer wichtiger

Vor ein paar Jahren haben die ersten medizinischen Institutionen in Deutschland damit begonnen, vergleichbare anonyme Meldesysteme zu installieren und zu nutzen. In anderen Ländern wie der Schweiz sind solche Systeme sogar gesetzlich vorgeschrieben, zumindest für einige Bereiche.„Doch speziell im deutschsprachigen Raum gibt es hier noch Defizite im Bereich der Geburtshilfe und des Hebammenwesens“, berichtet Patricia Gruber. „Ich hoffe deshalb, dass unser neues Meldeportal gut von den Kolleginnen genutzt wird. Wir wissen, dass vor allem Hebammen, die in der außerklinischen Geburtshilfe tätig sind, ein solches Fallberichtssystem wünschen. Denn sie können kein bestehendes System nutzen. Dies hat uns eine Onlineumfrage aus dem Jahr 2011/2012 bestätigt.

Das neue Fallberichts- und Lernsystem, bei dem noch einige Funktionalitäten optimiert werden müssen, ist unter
www.fälle-für-alle.org unter dem Navigationspunkt „Meldeportal“ zu erreichen. Es ist anonym und zugangsgeschützt. „Damit entsprechen wir dem Wunsch vieler Hebammen, die erst einmal innerhalb der eigenen Berufsgruppe lernen möchten, mit konstruktiver und wertschätzender Kritik umzugehen. Für die Mitglieder des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) ist der Zugang kostenlos. Das Passwort erhalten Sie im Mitgliederbereich unter dem Reiter „Services“. Wir bitten Sie, diese Zugangsdaten vertraulich zu behandeln.


Weitere Informationen

 

 

Abb.: Vereinsgründung von "Fälle für alle e. V." (2010): Ans Luyben, Elke Mattern, Christiane Schwarz, Patricia Gruber, (vorn), Regine Knobloch, Isabelle Romano (vorn), Patricia Morgenthal. Dr. Küper-Koch (Notar), von links.

 


 

Quelle: Deutscher Hebammenverband, 26.02.2013 (tB.)

 
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