Home Gynäkologie und Geburtshilfe „Die Situation wird sich verschärfen!“ – Geburtshilfe für Hebammen unbezahlbar!
13 | 12 | 2017
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„Die Situation wird sich verschärfen!“

Geburtshilfe für Hebammen unbezahlbar!

 

Karlsruhe (18. November 2013) - Wie der Versicherungsmakler Securon dem Deutschen Hebammenverband (DHV) heute mitteilte, werden die Haftpflichtprämien für Hebammen zum 1. Juli 2014 erneut um über 20 Prozent erhöht. Damit wird Geburtshilfe für viele Hebammen unbezahlbar. Die Prämien haben sich in den letzten zehn Jahren bereits verzehnfacht – bei weiterhin niedriger Vergütung. Zudem kündigte Securon für 2015 weitere Steigerungen in gleicher Höhe an. Die Hebammen sind von dem Angebot abhängig, weil nur noch ein Versicherungskonsortiums diese Gruppenhaftpflichtprämie anbietet.

 

„Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett. Die Kolleginnen müssen viele Schwangere abweisen. Diese Situation wird sich mit der Haftpflichterhöhung im nächsten Jahr nochmals verschärfen“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Hier sind jetzt dringend gesetzgeberische Lösungen aus der Politik gefragt“, so Klenk weiter.

In der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen müssen wohl schon im nächsten Jahr über 5000 Euro im Jahr für die Versicherung bezahlen. Der Grund liegt nicht an einer Zunahme teurer Behandlungsfälle, sondern an steigenden Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern. Dem DHV liegt nur noch das Angebot eines einzigen Versicherungskonsortiums vor, das bereit ist, das Risiko für diese möglichen hohen Schadenssummen zu übernehmen.

„Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Denkbar wäre zum Beispiel ein staatlich finanzierter Haftungsfonds, der die Kosten über einer bestimmten Haftungsobergrenze übernimmt“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Außerdem brauchen wir unbedingt eine Regressdeckelung für die Forderungen der Sozialversicherungsträger. Ansonsten bleiben wir bei der absurden Situation, dass die Kranken- und Rentenkassen immer mehr Geld von den Hebammen zurückfordern und damit die Prämien in die Höhe treiben, gleichzeitig jedoch auch in der Verantwortung stehen, die steigenden Haftpflichtprämien auszugleichen.“

Vom 18. November bis zu 20. November findet in Fulda die jährliche Bundesdelegiertentagung (BDT) des Deutschen Hebammenverbandes statt. Rund 150 delegierte Hebammen aus den 16 Landesverbänden stimmen über die künftigen Schwerpunkte der politischen Arbeit des größten Hebammenberufsverbandes in Deutschland ab. Auch die Haftpflichtproblematik wird ein Thema sein.


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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.300 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.



Quelle: Deutscher Hebammenverband e.V., 18.11.2013. (tB)

 
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