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Behandlung der Hyperhidrose in der gynäkologischen Praxis

Leidensdruck verringern beim übermäßigen Schwitzen in den Wechseljahren und in der Krebstherapie

 

Düsseldorf (17. April 2015) – Wie eine aktuelle Erhebung zeigte, leiden etwa 13,3 Prozent der weiblichen Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren an einer häufig oder dauerhaft auftretenden Hyperhidrose.1 Neben seiner idiopathischen Form kann das übermäßige Schwitzen auch als Begleiterscheinung von Hitzewallungen während des Klimakteriums2 oder als Nebenwirkung der adjuvanten Therapie gynäkologischer Tumoren auftreten. Die meisten Betroffenen geben an, durch den gesteigerten Schweißfluss im Alltagsleben eingeschränkt zu sein.3 Wie Hyperhidrose adäquat behandelt werden kann, um den hohen Leidensdruck zu verringern und Patientinnen den Alltag zu erleichtern, erörterten Experten im Rahmen eines Pressegesprächs und stellten Methantheliniumbromid (Vagantin®) als pharmakologische, hormonfreie Therapieoption vor.4

 

„In der gynäkologischen Praxis tritt die sekundäre Hyperhidrose meist als Symptom des Klimakteriums auf“, erklärte Dr. Matthias Krick, niedergelassener Gynäkologe, Moers. Übermäßiges Schwitzen betrifft Patientinnen in den Wechseljahren, die aufgrund der hormonellen Umstellung an Hitzewallungen und damit verbundenem übermäßigen Schwitzen leiden.5 Auch kann das Unterbinden der körpereigenen Östrogenproduktion im Rahmen einer adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms zur sekundären Hyperhidrose führen.3 „Die Schwitzsymptomatik kann den Leidensdruck der Grunderkrankung erheblich verstärken. Hinzu kommt, dass übermäßiges Schwitzen besonders für Frauen mit einem starken Schamgefühl behaftet ist“, so Krick. „Das Leiden wird verschwiegen und der Kontakt zu anderen gemieden. Das kann zu psychologischen Problemen – bis hin zur sozialen Isolation – führen.“ Deshalb riet Krick dazu, übermäßiges Schwitzen immer gezielt zu erfragen und zu behandeln.

 

 

Hyperhidrose nicht-hormonell therapieren

 

Eine Hormonersatztherapie (HET) zur Behandlung der vasomotorischen Symptomatik wird kontrovers diskutiert und von einigen Patientinnen mit Wechseljahresbeschwerden abgelehnt.6 Auch ist die HET bei bestimmten Patientinnen kontraindiziert, z. B. bei Vorliegen eines Mamma- oder Endometriumkarzinoms.3 „In diesen Fällen ist Methantheliniumbromid eine hormonfreie Option“, erklärte Krick. „Auch für Patientinnen, bei denen die Behandlung mit Phytoöstrogenen nicht zufriedenstellend verläuft, kann das Anticholinergikum eine Alternative sein“, so Krick. Aufgrund des schnellen Wirkeintritts innerhalb von 30 Minuten und der Wirkdauer von etwa sechs Stunden, kann Vagantin® bei Bedarf oder bei dreimal täglicher Einnahme dauerhaft eingesetzt werden. Methantheliniumbromid überwindet aufgrund seiner hydrophilen Eigenschaften kaum die Blut-Hirn-Schranke, weshalb keine zentralnervösen Nebenwirkungen zu erwarten sind.7 In einer aktuellen Anwendungsbeobachtung bei peri- oder postmenopausalen Patientinnen mit Hyperhidrose verspürten 80 Prozent der Teilnehmerinnen eine deutliche, schweißverringernde Wirkung bei guter Verträglichkeit.8 Bereits innerhalb von zwei Wochen senkte die Behandlung mit Methantheliniumbromid den Schweregrad von 3 auf 2 (gemessen an der medianen Hyperhidrosis Disease Severity Scale, HDSS). „Patientinnen profitieren von der Therapie mit Methantheliniumbromid von einer gesteigerten Teilhabe am Sozialleben und gestärktem Selbstbewusstsein, die zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen“, berichtete Krick.

 

 

Fiktive Zulassung

 

Vagantin® ist derzeit noch fiktiv zugelassen, befindet sich jedoch im (Neu-) Zulassungs-verfahren. Während einige Krankenkassen die Therapie erstatten, haben andere Krankenkassen – trotz langjähriger Anwendung mit guten Erfolgen und Studien zur Wirksamkeit – die Erstattung bis zur Erlangung der Zulassung ausgesetzt. „Das Präparat sollte bis zur Neuerteilung der Zulassung auf Privatrezept verschrieben werden“, empfahl Krick. „Erfahrungsgemäß ist aufgrund des enormen Leidensdrucks die Bereitschaft vieler Patientinnen hoch, die Kosten selbst zu tragen.“

 

 

 

 

Über RIEMSER Pharma GmbH

 

Die RIEMSER Pharma GmbH ist ein wachsendes europäisches und international agierendes Spezialpharmazeutika-Unternehmen, das Arzneimittel für komplexe Krankheiten mit hohem medizinischen Bedarf vermarktet, verkauft und vertreibt. Mit einem strategischen Expansionskurs baut RIEMSER seine Marktposition vor allem in europäischen Schlüsselmärkten und für ausgewählte Indikationsbereiche aus. Durch den zielgerichteten Erwerb von Produkten und die strategische Akquisition von Unternehmen sowie ein hoch entwickeltes Life-Cycle-Management verfügt RIEMSER über eine starke Produktpipeline und generiert eine stabile Wertschöpfung. RIEMSER hat sich als moderne europäische Plattform für die Vermarktung von Spezialpharmazeutika etabliert und ist ein idealer Partner für innovative Pharmaunternehmen, die neue Märkte für ihre Spezialpharmazeutika erschließen oder die Lebensdauer und Ertragskraft ihrer Produkte verlängern und steigern möchten. Als verantwortungsbewusstes Unternehmen der Pharmaindustrie engagiert sich RIEMSER in diversen medizinischen Netzwerken. Dazu gehören unter anderem der Verein Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und die Deutsche Krebsgesellschaft.

 

 

VAGANTIN®.

 

Zusammensetzung: 1 überzogene Tablette enthält: 50 mg Methantheliniumbromid. Sonstige Bestandteile: Maisstärke, Povidon (K-30), hochdisperses Siliciumdioxid, Lactosemonohydrat, Magnesiumstearat, Hypromellose, Talkum, arabisches Gummi, Calciumcarbonat, Titandioxid (E 171), weißer Ton, Macrogol 6000, Sucrose, Gelborange S (E 110), Carnaubawachs.


Anwendungsgebiete:
übermäßiges Schwitzen, Reizblase (überaktiver Detrusor mit Blasenspasmen, Einnässen infolge neurogener Blase), Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Reizmagen verbunden mit erhöhter Magensäurebildung (Hyperacidität), vermehrte Bewegungsvorgänge im Magen- und Darmbereich, Reizdarm.


Gegenanzeigen:
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Gelborange S (E 110) oder einen der sonstigen Bestandteile, mechanische Verengungen des Magen-Darm-Traktes, schwere chronische entzündliche Darmerkrankungen, toxisches Megakolon, Harnverhaltung bei Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostataadenom) oder anderen Verengungen der Harnröhre, Vorliegen eines grünen Stars (Engwinkelglaukom), Herzrhythmusstörungen mit Beschleunigung des Herzschlages (Tachykardie), krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis).


Nebenwirkungen:
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥1/10); Häufig (≥1/100 – <1/10); Gelegentlich (≥1/1.000 – <1/100); Selten (≥1/10.000 – <1/1.000); Sehr selten (<1/10.000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Eine häufige Nebenwirkung ist Mundtrockenheit. Es können weitere Effekte im vegetativen Nervensystem, wie z.B. Hemmung der Schweißbildung (trockene Haut), Miktionsstörungen (Beschwerden beim Wasserlassen) und Steigerung der Herzfrequenz auftreten. Mit leichten Sehstörungen ist zu rechnen. Das gilt besonders für Patienten, die weitsichtig sind und nicht ausreichend korrigiert werden. In Einzelfällen kann es zu Erscheinungen an der Haut, wie Hautrötungen oder -abschälungen kommen. Der Farbstoff Gelborange S (E 110) kann allergische Reaktionen hervorrufen.


Warnhinweise:
Enthält Lactose, Sucrose und Gelborange S (E 110). Verschreibungspflichtig.


Pharmazeutischer Unternehmer:
RIEMSER Pharma GmbH, An der Wiek 7, 17493 Greifswald-Insel Riems, Deutschland.


Stand der Information:
Dezember 2012.

 

 

Literaturverweise 

  1. Augustin M et al. Dermatology 2013; 227: 10-13
  2. Sonntag M, Ruzicka T. Z Allg Med 2004; 80: 289-294
  3. Kubista E. Journal für Menopause 2003; 10: 16-19
  4. Pressegespräch „Der Hyperhidrose-Patient in der täglichen Praxis – Erkennen und behandeln“, Düsseldorf, 17. April 2015
  5. Brockie J. Nurs Stand 2013; 28: 48-53
  6. Fachinformation VAGANTIN®, Stand Dezember 2012
  7. Erste Ergebnisse aus einer Anwendungsbeobachtung der RIEMSER Pharma GmbH zur Behandlung der Hyperhidrosis peri- und postmenopausaler Frauen mit VAGANTIN®. 2014; data on file

 


Quelle: Riemser Pharma, 17.04.2015 (tB).