Home Hämatologie Aus der Praxis für die Praxis: Optimierter Therapiealltag mit Gerinnungs-Selbstmanagement
20 | 10 | 2017
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Aus der Praxis für die Praxis

Optimierter Therapiealltag mit Gerinnungs-Selbstmanagement

 

Berlin (11. September 2013) - Zur oralen Antikoagulation stehen seit vielen Jahrzehnten Vitamin-K-Antagonisten (VKA) zur Verfügung. „Eine Überlegenheit der neuen oralen Antikoagulantien gegenüber VKA ist heute durch Studien keinesfalls belegt und unwahrscheinlich, sofern die INR-Werte unter VKA gut eingestellt sind“, so PD Dr. Christoph Sucker, Labomed Gerinnungszentrum Berlin. Patienten können die orale Antikoagulationstherapie mit Vitamin-K-Antagonisten durch das Gerinnungs-Selbstmanagement (GSM) optimieren. Die Basis einer solchen Therapie ist eine umfassende Schulung durch Fachpersonal, um die Messung des INR-Wertes (International Normalized Ratio) und die Dosisanpassung selbstständig durchführen zu können. Im Rahmen eines Presse-Workshops von Roche Diagnostics Deutschland in Berlin erläuterte PD Dr. Christoph Sucker den Stellenwert der Kombination von VKA und GSM für den Therapiealltag. Anhand eines Rundgangs durch das Gerinnungszentrum sowie einer Einführung in die Schulungsinhalte erhielten Teilnehmer einen exklusiven Einblick in die Praxis.

 

Auch nach der Einführung der neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) haben VKA weiterhin einen hohen Stellenwert für unterschiedliche Therapiedomänen: Bei künstlichen Herzklappen, valvulärem Vorhofflimmern, Kontraindikationen oder Komorbiditäten wie schwere Niereninsuffizienz sind ausschließlich VKA zur Langzeittherapie zugelassen. „Im Gegensatz dazu verfügen NOAK derzeit nur über eine begrenzte Zulassung in den Bereichen Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern und Therapie tiefer Venenthrombosen sowie Lungenembolie“, betonte Sucker. Außerdem sei auch bei einem hohen gastrointestinalen Blutungsrisiko die Anwendung von NOAK nicht ratsam.

 

 

Gerinnungs-Selbstmanagement optimiert VKA-Therapie

 

Anders als eine Therapie mit NOAK erfordert der Einsatz von VKA immer auch ein Monitoring mittels INR-Bestimmung. Das konventionelle Management des Monitorings in der Praxis ist allerdings oftmals mit Hürden verbunden. „Neben der venösen Blutentnahme verzögern die lange Dauer der Ergebnisgenerierung sowie eine mögliche Dosisanpassung durch den Arzt die sofortige Therapieentscheidung. Darüber hinaus sind die Testintervalle häufig zu lang, so dass zeitnahe Reaktionen auf kritische Situationen nicht möglich sind“, erklärte Sucker. Aus diesem Grund sollte diese Therapieform – sofern möglich – mit der leitliniengesicherten(1) und kostengünstigen(2) Option des GSM durch z. B. das CoaguChek® XS System kombiniert werden.

 

Studien belegen, dass Patienten im GSM eine deutlich erhöhte TTR (time in therapeutic range) von 80 Prozent gegenüber konventionell betreuten Patienten (65 Prozent) aufweisen.(3) Das Gerinnungs-Selbstmanagement reduziert einer Meta-Analyse zufolge außerdem signifikant schwerwiegende thromboembolische Komplikationen und die Mortalität gegenüber der Routinekontrolle in der Arztpraxis um 55 Prozent bzw. 30 Prozent.(4) Um eine selbstständige und korrekte Durchführung der wöchentlichen INR-Messung durch Patienten zu gewährleisten, müssen diese im Vorfeld der Therapie entsprechend geschult werden. Grundsätzlich kann jeder Patient auf das GSM eingestellt werden, der kognitiv und physisch dazu in der Lage ist. Im Falle einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung können Angehörige, Pflegekräfte oder Betreuer stellvertretend an den Schulungen teilnehmen, um die Messungen des INR-Wertes durchzuführen.(5)

 

 

Schulungen als Basis des Gerinnungs-Selbstmanagements

 

Patientenschulungen werden beispielsweise auf Basis des sogenannten SPOG-Schulungsprogramms (Schulungsprogramm für Patienten mit oraler Gerinnungshemmung) in qualifizierten Schulungszentren von Fachpersonal durchgeführt. Das SPOG ist von der Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der oralen Antikoagulation (ASA) e.V. zertifiziert und wurde mithilfe von Roche Diagnostics entwickelt. „Ein wichtiges Schulungsziel ist es, den Patienten wieder einen flexiblen Alltag zu ermöglichen. Auch die Rückgewinnung der Selbstständigkeit durch das Gerinnungs-Selbstmanagement steht im Fokus der Schulungen“, so Claudia Ahl, Schulungsverantwortliche des Labomed Gerinnungszentrums. Die Vermittlung der Grundlagen des GSM erfolgt interaktiv in mehreren Schritten und umfasst zahlreiche Themengebiete. „In der Regel wird eine SPOG-Schulung in Kleingruppen mit drei bis sechs Patienten durchgeführt und besteht aus vier Unterrichtseinheiten zu jeweils 60 bis 90 Minuten“, so Ahl. Patienten werden in den Schulungen sowohl über die Grundlagen der Blutgerinnung als auch den individuellen therapeutischen Bereich informiert. Außerdem ist auch der Umgang mit schwierigen Situationen im Alltag – wie beispielsweise chirurgische Eingriffe – Gegenstand des Unterrichts. Hierfür stehen zahlreiche Materialien wie Schautafeln oder Patientenbücher zur Verfügung. Weitere Bestandteile einer Patientenschulung sind der Umgang mit einem Messgerät wie dem CoaguChek® XS System, die Durchführung der INR-Messung und die selbstständige Dosisanpassung.

 

 

Arzt-Patienten-Bündnis wird gestärkt

 

Der Patient kann nach erfolgreicher Schulung den INR-Wert selbstständig bestimmen und die Medikamentendosis gegebenenfalls direkt anpassen. Der Therapiealltag wird dadurch sowohl für den behandelnden Arzt als auch für den Patienten erleichtert: Die durch das GSM erlernte Eigenverantwortung fördert die Compliance des Patienten und vereinfacht die quartalsweise Besprechung der INR-Werte mit dem Arzt, wodurch das Arzt-Patienten-Bündnis gestärkt wird.

 

 

Über das Gerinnungs-Selbstmanagement mit dem CoaguChek® XS System

 

Die CoaguChek® Systeme bieten seit 20 Jahren eine flexible Selbstkontrolle des INR-Wertes bei der oralen Antikoagulationstherapie mit Vitamin-K-Antagonisten. Durch die hohe Präzision und einfache Handhabung des CoaguChek® XS Gerätes wird eine schnelle, schmerzarme und zuverlässige Messung ermöglicht. Die Messung erfolgt innerhalb einer Minute und benötigt nur eine geringe Menge Blut aus der Fingerbeere (8 μl). Auch zur Sicherung der Compliance mit einem regelmäßigen Monitoring sollte der kombinierte Einsatz eines Vitamin-K-Antagonisten mit Gerinnungs-Selbstmanagement in Betracht gezogen werden. Derzeit praktizieren in Deutschland rund 195.000 Menschen das Gerinnungs-Selbstmanagement.

 

Bei Fragen steht das CoaguChek Kunden Service Center unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/08 00 855 (bei Anrufen aus Deutschland) zur Verfügung.

 

Weitere Informationen und Services finden Ärzte und Patienten auch unter www.coaguchek.de

 

 

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Infektionskrankheiten, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie neurologische Erkrankungen. Roche ist führend im Diabetesmanagement und auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2012 beschäftigte Roche weltweit über 82.000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,5 Milliarden Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 14.000 Mitarbeitende. Für weitere Informationen: www.roche.com und www.roche.de

 

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 

 

Anmerkungen 

  1. Camm A et al. Eur Heart J 2010;31:2389-2429.
  2. Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2012; Version 1.0.
  3. Koertke H, Koerfer R. Ann Thorac Surg 2001;72:44-48.
  4. Heneghan C et al. Lancet 2012;379:322-334.
  5. Braun S et al. DMW 2009;134(14):695-700.

 


 

Quelle: Roche Diagnostics Deutschland, 11.09.2013 (tB).

 
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