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Erweiterte EU-Zulassung für drei HIV-Medikamente

Verbesserte Behandlungs-Möglichkeiten für Kinder mit HIV

 

München (20. Juni 2008) - Das HIV-Medikament Combivir® hat von der Europäischen Zulassungsbehörde (EMEA) die erweiterte Zulassung zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren erhalten. Die Behörde erteilte die Zulassung für Combivir®, Epivir® und Ziagen® in Tablettenform zur Behandlung von Kindern, die mehr als 14 Kilogramm wiegen.

Combivir® (Wirkstoffe: Zidovudin und Lamivudin) war bisher nur für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre verfügbar. Ab sofort können damit auch jüngere Kinder behandelt werden, sofern sie über 14 Kilogramm wiegen. Epivir® und Ziagen® werden in dieser Form voraussichtlich ab Oktober 2008 in deutschen Apotheken erhältlich sein.

 

Bisher waren die in dem Kombinations-Präparat Combivir® enthaltenen Wirkstoffe nur als Einzelsubstanzen in flüssiger Form für Kinder zugelassen. Die Tatsache, dass sie jetzt auch als Tabletten mit Bruchrille lieferbar sind, erleichtert vor allem in den Entwicklungsländern die HIV-Behandlung von Kindern. Denn HIV-Medikamente in flüssiger Form sind aufwändiger zu verabreichen und zu lagern. Zudem sind sie nicht als Kombinations-Medikament verfügbar, sondern jeder Wirkstoff muss einzeln verabreicht werden.

GlaxoSmithKline unterstützt eine Initiative der Weltgesundheitsbehörde WHO, die „kindgerechte“ Medikamente fordert. Die drei neuen Tabletten zur Behandlung von HIV erfüllen diese Forderung nach Medikamenten, die sich an den Bedürfnissen von Kindern orientieren.

Wenn Kinder ihre Medikamente als Tabletten schlucken können, verbessere dies die Behandlungsmöglichkeiten deutlich, so Gesundheitsexperten der WHO und der UNICEF. Denn Tabletten sind nicht nur einfacher zu verabreichen – vor allem, wenn zwei oder drei Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind –, sondern können auch leichter transportiert und gelagert werden.

„Viele Kinder mit HIV erhalten noch immer keine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten“, erklärt Prof. Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GlaxoSmithKline. „Dabei geben wir unsere wichtigsten HIV-Medikamente in den armen Ländern zum Selbstkostenpreis ab – bislang allerdings in suboptimalen Formulierungen, was eine große Hürde für eine effektive Behandlung darstellt. Mit den Tabletten, die es künftig geben wird, können wir hoffentlich die Behandlung von Kindern verbessern, die mit dieser Krankheit leben müssen.“

Die neuen Tabletten können auch einfacher dosiert werden. So kann zum Beispiel ein Kind, das 20 Kilo wiegt, morgens eine halbe Tablette Combivir® einnehmen und abends die zweite Hälfte der Tablette, kombiniert mit einem anderen antiretroviralen Medikament – statt wie bisher zweimal täglich 8 ml Epivir® und dreimal täglich 12 ml Retrovir®.

GSK unterstützt derzeit vier klinische Studien in Entwicklungsländern, bei denen es darum geht, die besten und erfolgversprechendsten Behandlungsmöglichkeiten für Kinder zu erforschen – im Jahre 2007 gab es weltweit schätzungsweise 2,5 Millionen HIV-positive Kinder.

 


Quelle: Presseinformation der Firma GlaxoSmithKline vom 20.06.2008 (tB).