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Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)

Orthopäden und Unfallchirurgen geben Tipps für die Sicherheit beim Trampolinspringen

Berlin (8. Juni 2017) - Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) macht zum Tag der Kindersicherheit am 10. Juni 2017 auf Verhaltensregeln beim Trampolinspringen aufmerksam. Auf deren Einhaltung sollten Eltern und ihre Kinder achten, damit Trampolinnutzer sicher springen und vor allem wieder sicher landen. Denn seitdem vielerorts große Trampoline in privaten Gärten stehen, steigt auch die Anzahl der Verletzungen: Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen, Prellungen und Platzwunden. Zu den Unfallursachen gehören beispielsweise gefährliche Sprünge wie Saltos, mehrere Kinder auf dem Sprungnetz sowie verwitterte bzw. kaputte Sicherheitsnetze.

„Das Trampolin ist ein Sport- und kein Spielgerät. Mit dem richtigen Gefahrenbewusstsein und der nötigen technischen Sicherheit lässt sich die Unfallgefahr verringern“, sagt DGOU-Generalsekretär Professor Dr. Reinhard Hoffmann. „Grundsätzlich tut der Springspaß aber der Stärkung der kindlichen Muskulatur als Ausgleich zum häufig bewegungsarmen Alltag sehr gut“, ergänzt Professor Dr. Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Eine 2014 erschienene Studie von deutschen Orthopäden und Unfallchirurgen zeigt, dass sich die Zahl der Trampolinunfälle bei Kindern (0-18 Jahre) seit etwa 15 Jahren mehr als verdreifacht hat. Rund 28 Prozent der Verletzungen infolge eines Trampolinunfalls sind schwer. Dazu zählen Brüche der Arme und Beine sowie der Wirbelsäule. Am häufigsten brechen sich Kinder dabei den Unterarm. Zu den leichten Verletzungen mit einem Anteil von etwa 70 Prozent gehören vor allem Verstauchungen des Sprunggelenkes, Prellungen und Gehirnerschütterungen. Auch Verstauchungen der Wirbelsäule sowie des Hand- und Kniegelenkes treten auf. Zudem zeigt eine aktuelle Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2016, dass das Trampolinspringen bei den Ein- bis Sechsjährigen eine der häufigsten Unfallursachen bei Unfällen unter Beteiligung eines Sport- oder Freizeitgerätes ist.

Auf dem Trampolin gelangen Kinder zum Teil meterhoch in die Luft und erreichen hohe Sprunggeschwindigkeiten. Schnell können sie dabei die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Kommt es dadurch zu einem ungünstigen Aufprall, wirken enorme Kräfte auf den Körper – Verletzungen sind die Folge. Am gefährlichsten sind dabei Stürze auf den Boden, gefolgt von Stürzen auf den Trampolinrand und die Stahlfedern sowie Zusammenstöße mit anderen Kindern. „Besonders verletzungsgefährdet sind Kleinkinder. Das liegt an den noch unzureichend ausgebildeten koordinativen und motorischen Fähigkeiten. Zudem sind ihre Gelenke noch äußerst instabil“, sagt Professor Dr. Peter Schmittenbecher, Leiter der Sektion Kindertraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU).

Eine Vielzahl von Unfällen entsteht, wenn sich mehrere Kinder auf dem Trampolin befinden. „Jedes Kind hat einen anderen Sprungrhythmus. Springen zwei Kinder gemeinsam, führt das fast zwangsläufig zu unkontrollierten Sprüngen oder Zusammenstößen“, erklärt der Leiter der DGOU-Sektion für Prävention Dr. Christopher Spering. Besonders gefährlich ist dabei, wenn Kinder unterschiedlichen Alters und Gewichts gemeinsam springen. „Durch den Gewichtsunterschied kommt es zu einem Energietransfer, der das leichtere Kind mitunter unkontrolliert durch die Luft fliegen lässt. Auch deshalb gehören Babys und Kleinkinder nicht auf das Trampolin“, ergänzt Spering.
Für einen ungetrübten Trampolinspaß empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen, dass Eltern mit ihren Kindern klare Regeln für das Trampolinspringen vereinbaren und auf deren Einhaltung achten. Dazu gehören:


Referenzen

  1. N. Berger, B. Bader, V. Bühren: Schutzmaßnahmen am Trampolin können schwere Verletzungen nicht vermeiden. Unfallchirurg, 2014
    https://link.springer.com/article/10.1007/s00113-013-2427-9
  2. Unfälle in Deutschland – Woran verletzen sich Kinder und Jugendliche? – Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert Koch-Institut, 2/2015 , 7. Jahrgang


Weitere Informationen


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. , 08.06.2017 (tB).