Infektiologie

RKI-Ratgeber zur Borreliose

Berlin (25. April 2019) - Das Robert Koch-Institut hat seinen Ratgeber zur Lyme-Borreliose grundlegend überarbeitet und im Epidemiologischen Bulletin 17/2019 veröffentlicht. Die Herausgabe der RKI-Ratgeber erfolgt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes § 4, Zielgruppe ist die Fachöffentlichkeit.

Schwere Infektionen: Leichtes Spiel für gefährliche Erreger 

Fehlendes Expertenwissen kostet Menschenleben

Köln (12. April 2019) – Für gesunde Menschen stellen sie kein Risiko dar, für Abwehrgeschwächte oder frisch Operierte sind sie jedoch brandgefährlich: Staphylococcus aureus und andere Erreger, die vor allem als Verursacher von Krankenhausinfektionen gefürchtet sind. Eine hohe Sterblichkeitsrate weist etwa die durch Staphylocccus aureus verursachte Blutstrominfektion auf. Schätzungsweise 30.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr allein an dieser Infektion, etwa 25 Prozent der Betroffenen versterben. Studien zeigen, dass eine Behandlung durch Infektionsspezialisten viele Patienten mit schweren Infektionen retten könnte. Doch diese Spezialisten sind im deutschen Gesundheitssystem nicht regelhaft vorgesehen und in vielen Kliniken nicht verfügbar. Auch eine Facharztausbildung zum Infektiologen gibt es in Deutschland nicht. In einem aktuellen Beitrag im Deutschen Ärzteblatt fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), die infektiologische Versorgung und Ausbildung in Deutschland schnellstmöglich zu verbessern.

5 Staphylococcus aureus KlL&R Expertenrunde zu SSI: Hygiene und Wundantiseptik

Über die Wirksamkeit der Waffen im Kampf gegen postoperative Wundinfektionen

 

Rengsdorf, Deutschland / Wien, Österreich (15. März 2019) – Postoperative Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) sind in Deutschland mit aktuell 22,4% eine der häufigsten Arten nosokomialer Infektionen (NI).1,2 Dies ist nicht allein auf die zunehmende Resistenz von Erregern gegen die Behandlung mit Antibiotika3 zurückzuführen. Auch Hygienemängel2 können als Gründe ins Feld geführt werden. Diese Entwicklungen hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut im April 2018 zum Anlass genommen, ihre Empfehlungen zur Prävention postoperativer Wundinfektionen (SSI) zu aktualisieren.4 Einen weiteren Aspekt im Kampf gegen SSI und Antibiotikaresistenzen greift 2018 ebenfalls ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Dr. med. Axel Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald auf, indem es in seiner „Aktualisierung des Expertenkonsensus Wundantiseptik 2018“ auf die Vorteile moderner Wundantiseptika eingeht.5 Im Zuge der von L&R initiierten Expertenrunde beleuchteten neben Prof. Axel Kramer auch Dipl.-Ing. Thomas Menitz, COO und Senior Executive Vice President von L&R, Tina Leeb, Abteilungsleitung R&D, Schwerpunkt Mikrobiologie, sowie Roland Knieler, Managing Director von Knieler & Team, am 15. März 2019 die Möglichkeiten zur Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen und diskutierten die Frage, wo Hygiene beginnt.

Robert Koch InstitutRobert Koch-Institut

Auswertung von Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Berlin (7. Februar 2019) - Mit der Anti­biotika-Resistenz-Surveil­lance (ARS) und der Antibiotika-Verbrauchs-Surveil­lance (AVS) sind zwei Surveillance­systeme im Sinne der Deut­schen Anti­biotika­resis­tenz­stra­tegie DART am RKI eta­bliert, seit 2008 bzw. 2014. Teil­nehmer sind bei ARS Labo­rato­rien und bei AVS Kran­ken­häuser. Kran­ken­häusern kommt eine beson­dere Be­deu­tung für die Um­setzung von Antibiotic Stewardship-Maß­nahmen zu. Sie sind nach § 23 Abs. 4 Infek­tions­schutz­gesetz auf­gefordert "[…] Art und Um­fang des Anti­biotika-Ver­brauchs fort­laufend in zu­sammen­gefasster Form [aufzu­zeichnen], unter Berück­sich­tigung der lokalen Resis­tenz­situation [zu bewerten] und sach­gerechte Schluss­folge­rungen [zu ziehen] […]". Die ge­for­derte Zu­sammen­schau der Daten zu Anti­biotika-Ver­brauch und -Resis­tenz ist eine Heraus­forderung. Sie ist mit den Daten aus AVS und ARS möglich, konnte jedoch bisher nicht stan­dar­disiert durch­geführt wer­den. Im Epi­demio­logischen Bul­letin 6/2019 stellen RKI-Wissen­schaft­ler ARVIA vor, die "ARS und AVS inte­grierte Ana­lyse". ARVIA steht nach einer Pilot­phase seit Anfang 2019 allen Kranken­häusern zur Ver­fügung.

Multiresistente Bakterien auf Oberflächen abtöten

Kaltes Plasma gegen Krankenhauskeime

Hannover (21. Januar 2019) - Bakterien, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind, gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren. Besonders in Krankenhäusern sind sie für geschwächte Patienten ein großes Problem. Forscherinnen und Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der terraplasma GmbH und des Robert Koch-Instituts prüften daher eine neue Methode, um multiresistente Bakterien auf Edelstahloberflächen abzutöten. Sie setzten dafür kaltes atmosphärisches Plasma ein – ein Gas mit antimikrobieller Wirkung, das geladene Teilchen enthält. Bereits nach fünf Minuten konnten sie so die Bakterienzahlen um bis zu 85 Prozent reduzieren. Die Ergebnisse ihrer Studie erschienen im Fachmagazin International Journal of Antimicrobial Agents.

Putzen von Oberfächen mit DesinfektionsmittelnBakterien und Co. könnten dabei helfen, Krankheiten zurückzudrängen

Mut zu weniger Reinlichkeit?

Leipzig  (21. Januar 2019) -  Gelten auf unserem Körper und in unseren Häusern die gleichen Gesetze der biologischen Vielfalt wie draußen in der Natur? Wenn ja, wären unsere aktuellen Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung aggressiver Keime teilweise kontraproduktiv. Das schreibt ein interdisziplinäres Forscherteam vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution und schlägt vor, die Rolle der Artenvielfalt verstärkt auch bei Mikroorganismen in den Ökosystemen Körper und Haus zu untersuchen. Die Erkenntnisse daraus könnten bisherige Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und resistenten Keimen auf den Kopf stellen.

Krankenhausinfektionen

Patienten bringen hochresistente ESBL-Keime mit in die Klinik

Jena (14. Januar 2019) - Jeder achte neu in eine Klinik eingewiesene Patient trägt bereits sogenannte ESBL-Keime in sich – dies konnten Wissenschaftler des InfectoGnostics Forschungscampus Jena jetzt in einer Beobachtungsstudie an 1334 Patienten belegen. Infektionen mit den eigenen ESBL-Erregern blieben zwar in der Studie noch ein Ausnahmefall, allerdings zeigten die Forscher, dass die Erreger ihre Resistenzgene an andere Bakterienstämme in der Klinik weitergeben könnten. An der klinischen Studie beteiligt waren InfectoGnostics-Wissenschaftler des Uniklinikums Jena, des Industriepartners Abbott sowie des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS One veröffentlicht.

Robert Koch-Institut

Neuer Ratgeber zu Yersiniose

Berlin (10. Januar 2019) - Im Epidemio­lo­gischen Bulletin 2/2019 ist ein neuer RKI-Ratgeber erschienen, der die beiden darm­patho­genen Erreger einer Yersiniose, Yersinia entero­colitica und Yersinia pseudo­tuber­culosis, betrachtet. Eine In­fek­tion kann vor allem über konta­mi­nierte Le­bens­mittel vor­wie­gend tie­ri­scher Her­kunft er­fol­gen, z.B. über rohes oder nicht durch­ge­gartes Schwei­ne­fleisch wie Mett oder Hacke­peter. Zum kli­ni­schen Bild ge­hö­ren Durch­fälle, Bauch­schmer­zen und Fieber. Als Folge­er­kran­kungen können Gelenk­ent­zün­dungen (reak­tive Arthri­tis) oder Ent­zün­dungen des Unter­haut­fett­ge­webes (Ery­thema nodo­sum) auf­treten.

Nano-Antibiotika

Mit Nanopartikeln gegen multi-resistente Keime

Mainz (19. Dezember 2018) - Antibakterielle Nanopartikel besitzen das Potential als effektive Antibiotika breite Anwendung zu finden. Bislang konnten sie jedoch die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen. Einen „Trick“, wie Nano-Antibiotika dennoch Einzug in den klinischen Alltag halten könnten, haben jetzt Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz entdeckt: Ein saurer pH-Wert in Nano-Antibiotika-haltigen Salben verbesserte die direkte Bindung der Nanopartikel an die Keime und ermöglichte eine effiziente Abtötung. Der Vorteil, infizierte Wunden heilten besser.

Robert Koch-Institut

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Berlin (13. Dezember 2018) - Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung). Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

Neue Ansätze für Impfungen gegen Hepatitis C-Viren

Hannover (6. Dezember 2018) - Seit einigen Jahren können Infektionen mit dem Hepatitis C-Virus gut behandelt und die Betroffenen mit modernen Medikamenten geheilt werden. Dennoch suchen Forschende nach einem Impfstoff gegen das Virus, das sich auf unsere Leber spezialisiert hat, chronische Infektionen verursacht und nach wie vor der häufigste Grund für Lebertransplantationen ist. Die Gründe für die Suche nach einem Impfstoff sind schnell genannt: Die Medikamente sind sehr kostspielig und längst nicht allen Infizierten zugänglich. Zudem schützt die Behandlung nicht vor einer Neuinfektion. Im Journal of Hepatology stellten Forschende des TWINCORE kürzlich neue Ansätze für einen Impfstoff gegen das Virus vor.