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20 | 10 | 2017
Infektiologie
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Neue Zielstruktur für Malaria-Therapie entdeckt

 

Hamburg (13. März 2009) - Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg haben einen neuen möglichen Angriffspunkt im Kampf gegen Malaria entdeckt. Der Beitrag ist in der jüngsten Ausgabe von PLoS Pathogen erschienen.

Malaria ist neben HIV und Tuberkulose die bedeutendste Infektionskrankheit weltweit. Über 500 Millionen Menschen werden jährlich infiziert, vermutlich 2 Millionen sterben, überwiegend Kinder unter 5 Jahren.
Malariaparasiten werden von Stechmücken auf den Menschen übertragen und entfalten ihre verheerende Wirkung, indem sie sich massenhaft in roten Blutkörperchen vermehren und somit kleinste Blutgefäße blockieren. Wesentliche Schutzmaßnahmen beschränken sich auf die Expositionsprophylaxe (z.B. Repellents, Moskitonetze) und vorbeugende Medikamenteneinnahme (z.B. Chloroquine). Die zunehmende Verbreitung von multi-resistenten Parasitenstämmen erschwert die Behandlung. Ein Impfstoff gegen Malaria steht nicht zur Verfügung.

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Tropenkrankheit: Neue Behandlung in Sicht

 

Würzburg (23. Februar 2009) - Zu den wohl furchtbarsten Plagen in Afrika gehört der Buruli-Ulkus. Diese Krankheit sucht besonders die Armen in den ländlichen Regionen heim und trifft häufig Kinder. Die Betroffenen leiden unter großflächigen Hautgeschwüren, die oft zu Entstellungen führen. Hoffnung gibt nun eine neue Behandlungsmethode, die Wissenschaftler aus Würzburg mitentwickelt haben.

Auslöser des Buruli-Ulkus ist ein Verwandter des Lepra-Erregers, das so genannte Mycobakterium ulcerans. Es nistet sich in der Haut des Menschen ein und verursacht dann die schlimmen Geschwüre. Die neue Behandlungsmethode nutzt einen großen Schwachpunkt der Erreger aus: Die sterben ab, wenn sie für längere Zeit einer höheren Temperatur ausgesetzt sind.

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Gelähmte Parasiten

Fehlt dem Erreger der Infektionskrankheit Toxoplasmose ein bestimmtes Protein, kann er seine Wirtszelle nicht mehr

 

Abb.: Mikroskopische Einblicke in den Erreger der Toxoplasmose: Ist das Dynamin B (grün gefärbt) funktionstüchtig, werden wichtige Eiweißstoffe (rot gefärbt) innerhalb des Parasiten an die richtigen Stellen transportiert und es können sich wichtige Zellstrukturen ausbilden (linkes Bild). Ist das Dynamin B gestört, dann bilden sich fehlerhafte Zellstrukturen innerhalb des Erregers. Der Parasit kann seine Wirtszelle nicht mehr verlassen und sich nicht weiter vermehren. Quelle: Universitäts-Hygiene-Institut Heidelberg.Heidelberg (20. Februar 2009) - Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg haben ein bisher unbekanntes Protein entdeckt, das für den Erreger der Toxoplasmose unentbehrlich ist. Die häufig auftretende Infektionskrankheit wird vor allem durch Katzen auf den Menschen übertragen und ist besonders für Schwangere gefährlich, da sie das ungeborene Kind schädigen kann. Laborversuche zeigen: Ist das so genannte Dynamin B des Erregers nicht funktionstüchtig, kann er menschliche Zellen nicht mehr befallen, da wichtige Parasitenstrukturen nicht gebildet werden. Die Erkenntnisse geben nicht nur Einblick in den Vermehrungszyklus der circa 15 Mikrometer kleinen Parasiten - sie könnten auch ein neues Ziel in der Bekämpfung von Toxoplasmose aufzeigen.

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FSME-Saison 2009: Deutliche Verbesserungen bei der Impfprophylaxe

 

  • FSME-Risikogebiete breiten sich europaweit aus - Bedeutung der FSME-Impfung bei der reisemedizinischen Beratung wächst
  • Mehr Flexibilität durch größere Auswahl an Impfschemata bei  Novartis-Impfstoffen
  • Längerer Schutz mit weniger Impfdosen bei Immunisierung

 

Der Stechapparat einer Zecke unter dem Mikroskop. Deutlich erkennbar sind die Widerhaken, die sich an der Einstichstelle in die Haut bohren. Quelle: Novartis BehringFrankfurt am Main (19. Februar 2009) – Auch 2009 wird sich der Trend zur Ausbreitung der FSME-Risikogebiete fortsetzen, das vermuten namhafte Experten. Bei einer Pressekonferenz des Impfstoffherstellers Novartis Behring zum Auftakt der Zeckensaison 2009 verdeutlichten sie, dass die Bedeutung der Impfung gegen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) weiter zunehmen wird. Denn zum einen sind die FSME-Fallzahlen in Deutschland im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 238 auf 287 gestiegen. Und erstmals wurde 2008 eine Übertragung des FSME-Virus in einer Höhe von mehr als 1.500 m über dem Meeresspiegel beobachtet.

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FSME in Deutschland – weiter verbreitet als bisher vermutet?

 

Von PD Dr. Kai Wohlfarth, BG Kliniken Bergmannstrost Halle/Saale

 

Adulte Zeckenweibchen legen nach einer Blutmahlzeit bis zu 3.000 Eier ab. Quelle: Novartis BehringFrankfurt am Main (19. Februar 2009) - Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zählt zu den häufigsten Flavivirus-Infektionen in Europa und ist die wichtigste und gefährlichste durch Zecken übertragene Virusinfektion des Menschen. Das FSME-Virus wird hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke (Ixodes ricinus) auf den Menschen übertragen. Andere seltene Infektionswege durch virus-infizierte Milch von Ziegen, Schafen oder Kühen sind beschrieben worden. Eine Infektion von Mensch zu Mensch kommt nicht vor. Nur bei ungefähr 30 % der Infizierten verläuft die Infektion symptomatisch. Nach einer Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen kommt es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden. Bei etwa 30 % der Betroffenen folgen nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche neurologische Symptome im Sinne einer Meningitis (ca. 30 %), einer Meningoenzephalitis (ca. 40 %) oder einer Meningoenzephalomyelitis (ca. 10 %).

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Reiseerkrankung FSME: Neue Risiken in Europa

 

Von DDr. med. Martin Haditsch, Krankenhaus der Elisabethinen, Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin, Linz, Österreich / TravelMedCenter Leonding

 

Ob bei der Fahrradtour oder beim Sonnenbaden: Vor allem im hohen Gras besteht die Ge-fahr von Zeckenstichen. Quelle: Novartis BehringFrankfurt am Main (19. Februar 2009) - Eingangs ist festzuhalten, dass die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) epidemiologisch eine zentrifugale Ausbreitung zeigt, die mittlerweile in 5 Richtungen als belegt gilt (alle Himmelsrichtungen und auch in höhere Regionen). Dies wurde und wird einerseits durch die migratorische Lebensweise jener (Wild-)Tiere, an denen Zecken üblicherweise anhaften, andererseits durch klimatische Veränderungen ermöglicht. Letztere haben auch zu einem in manchen Regionen zu beobachtenden zweiten Gipfel im Herbst als auch zu einer Verlängerung des gesamten Risikozeitraums geführt. Es ist somit besonders wichtig, durch epidemiologische Surveillance neue Risikogebiete und –zeiten zu definieren und – wo immer möglich – der Gefahr der Infektion entgegen zu wirken.

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FSME-Prophylaxe in Österreich: eine Erfolgsgeschichte

 

Von DDr. med. Martin Haditsch, Krankenhaus der Elisabethinen, Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin, Linz, Österreich / TravelMedCenter Leonding

 

 Auf der Haut ihres Wirtes sucht die Zecke eine möglichst dünne und geschützte Stelle für ihre Blut-mahlzeit. Quelle: Novartis BehringFrankfurt am Main (19. Februar 2009) - Vor mehr als dreißig Jahren begann man in Österreich auf Grund zahlreich beobachteter Fälle einer viral bedingten Meningoencephalitis (in erster Linie bei Personen mit beruflicher Exposition wie Jägern, Förstern, Waldarbeitern und Landwirten) an einem Impfstoff gegen FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) zu forschen. Gute Aufzeichnungen hinsichtlich der Durchseuchung existierten damals gar nicht, Inzidenzstatistiken (=Neuerkrankungen) belegten für die 70-er Jahre ca. 700 Fälle / Jahr (bei einer Population von ca. 8 Mio. Einwohnern). Ergänzend muss man festhalten, dass sowohl die Diagnostik als auch das Meldewesen zum damaligen Zeitpunkt nicht mit dem heutigen Standard vergleichbar waren, sodass in Wahrheit von einer deutlich höheren Zahl ausgegangen werden kann. Weiter ist auch zu berücksichtigen, dass die Endemiegebiete innerhalb von Österreich damals zweifellos noch kleiner waren.

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FSME-Impfprophylaxe wird komfortabler und flexibler –  bei Kindern und Erwachsenen

 

Von Dr. Eckhardt Petri, Medical Affairs Novartis Behring, Marburg

 

Sowohl zu Hause als auch auf Reisen: Eine Impfung ist der beste Schutz vor der FSME. Quelle: Novartis BehringFrankfurt am Main (19. Februar 2009) - Einen verlässlichen Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bietet nur die aktive Schutzimpfung mit FSME-Impfstoffen wie Encepur. Encepur-Impfstoffe sind erhältlich als Kinderimpfstoff (zugelassen bis zum vollendeten 12. Lebensjahr) und als Erwachsenen-Impfstoff. Die optimale Konzentration (im Sinne hoher Wirksamkeit bei bester Verträglichkeit) an Impfantigen für die jeweilige Altersgruppe wurde in frühen Dosisfindungsstudien ermittelt.

Encepur-Impfstoffe sind zugelassen zur Grundimmunisierung entweder in einem Standardschema (Impfungen an den Tagen 0, 1-3 Monate, 9-12 Monate) oder in einem Schnellschema (Impfungen an den Tagen 0, 7 und 21), wobei bei letzterem Schema die erste Auffrischung bereits nach 18 Monaten erfolgen sollte. Eine weitere Flexibilisierung in der Wahl des Impfschemas ist nun gegeben, da es zukünftig mit Encepur-Impfstoffen auch ohne Einschränkungen möglich ist, die zweite Impfung im Standardschema bereits 14 Tage nach der ersten Impfung durchzuführen. Die dritte Impfung – für eine vollständige Grundimmunisierung - folgt nach weiteren 9-12 Monaten. Damit verfügen die Encepur-Impfstoffe über die derzeit größtmögliche Wahlfreiheit in der Auswahl an zugelassenen Impfschemata, womit für den Arzt und den Patienten die Terminierung von Impfterminen erheblich komfortabler wird.

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Fressen und gefressen werden

 

Jena (16. Februar 2009) - Fressen und gefressen werden - eine Floskel, die nicht nur in der afrikanischen Savanne, im Dschungel Amazoniens und im Wirtschaftsleben ihre Berechtigung hat. Selbst bei Winzlingen, von denen einige Milliarden problemlos in einer gewöhnlichen Petrischale Platz finden, geht es bereits um den beständigen Kampf ums Überleben. Vor allem dann, wenn sich Räuber unter eine Bakterienpopulation mischen, wird es ernst für die meist wehrlosen Opfer. Die Räuber sind dabei selbst Bakterien. Sie gehören zu Gattungen mit exotisch klingenden Namen: Herpetosiphon etwa, übersetzt heißt das soviel wie "kriechende Röhre". Oder auch Lysobacter. Hier steckt die Auflösung von Bakterienzellen bereits im Namen.

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Winzige Details in drei Dimensionen

 

Erste Aufnahme mit Kryo-Elektronen-Tomographie vom Erreger der Borreliose

Neue Merkmale verschiedener Erregertypen identifiziert

 

Abb.: Dreidimensionales Kryo-Elektronen-Tomogramm von Borrelien. Photo: Universitätsklinikum HeidelbergHeidelberg (12. Februar 2009) - Sie werden durch Zecken übertragen und können akute und chronische Beschwerden in Gelenken, Muskeln und im Nervensystem verursachen: die Erreger der Lyme-Borreliose, an der in Deutschland rund 80.000 Menschen pro Jahr erkranken. Heidelberger Wissenschaftlern ist es nun gelungen, ihre Struktur genauer zu entschlüsseln. Mit dem Kryotomographie-Mikroskop können bislang unbekannte Strukturen des schraubenförmigen Bakteriums detailliert und dreidimensional dargestellt werden. Ein Befund: Dass Borrelien-Typen in Nordamerika eher die Gelenke und in Europa auch Haut und Nervensystem befallen, scheint unter anderem an der Ausprägung ihres Fortbewegungsapparats zu liegen.


Die Arbeitsgruppe um Professor Reinhard Wallich, Institut für Immunologie, und Dr. Friedrich Frischknecht, Abteilung Parasitologie des Hygiene-Institutes am Universitätsklinikum Heidelberg, hat in Kooperation mit Kollegen aus München und Freiburg ihre Ergebnisse in "Molecular Microbiology" publiziert. Die Forscher erhoffen u.a. neue Erkenntnisse über die vielfältigen klinischen Erscheinungsbilder der Erkrankung zu erlangen.

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Zitronenmelisse hält Herpes-Viren in der Zellkultur in Schach

 

Heidelberger Wissenschaftler für Untersuchungen zur Wirksamkeit von Arzneipflanzen mit dem Sebastian-Kneipp-Preis 2008 ausgezeichnet

 

Abb.: Zitronenmelisse. Photo: www.natur-lexikon.comHeidelberg (22. Januar 2009) - Schon die Kräutermedizin des Mittelalters setzte bei Entzündungen auf die Zitronenmelisse. Jetzt haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum und der Universität Heidelberg nachgewiesen, dass sie das Herpesvirus, das bei rund 20 Prozent der Bevölkerung Entzündungen an der Lippe (Lippenherpes) hervorruft, im Reagenzglas in Schach halten kann. Die Wissenschaftler wurden dafür im November 2008 mit dem Sebastian-Kneipp-Preis 2008 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an das Forscherteam Privatdozent Dr. Paul Schnitzler, Abteilung Virologie des Hygiene-Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg, und Professor Dr. Jürgen Reichling, Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg, und Professor Dr. Veronika Butterweck, University of Florida, USA, für ihre Untersuchung der angstlösenden Wirkung von Arzneipflanzen.

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