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17 | 12 | 2017
Infektiologie
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Zitronenmelisse hält Herpes-Viren in der Zellkultur in Schach

 

Heidelberger Wissenschaftler für Untersuchungen zur Wirksamkeit von Arzneipflanzen mit dem Sebastian-Kneipp-Preis 2008 ausgezeichnet

 

Abb.: Zitronenmelisse. Photo: www.natur-lexikon.comHeidelberg (22. Januar 2009) - Schon die Kräutermedizin des Mittelalters setzte bei Entzündungen auf die Zitronenmelisse. Jetzt haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum und der Universität Heidelberg nachgewiesen, dass sie das Herpesvirus, das bei rund 20 Prozent der Bevölkerung Entzündungen an der Lippe (Lippenherpes) hervorruft, im Reagenzglas in Schach halten kann. Die Wissenschaftler wurden dafür im November 2008 mit dem Sebastian-Kneipp-Preis 2008 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an das Forscherteam Privatdozent Dr. Paul Schnitzler, Abteilung Virologie des Hygiene-Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg, und Professor Dr. Jürgen Reichling, Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg, und Professor Dr. Veronika Butterweck, University of Florida, USA, für ihre Untersuchung der angstlösenden Wirkung von Arzneipflanzen.

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Therapeutische Impfstoffe

 

München (3. November 2008) - Forscher entwickeln einen DNA-Impfstoff gegen das gefährliche West Nil Virus WNV, das vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Das Besondere an diesem Impfstoff: Er hilft auch nach Ausbruch der Krankheit, denn er wirkt therapeutisch.

SARS, Vogelgrippe, Ebola - gefährliche Viruserkrankungen nehmen immer weiter zu. Gegen viele Erreger gibt es bislang noch keinen Impfschutz. Besonders gefährlich sind die Zoonosen: Diese Krankheiten können vom Tier auf den Menschen übertragen werden - mit teilweise tödlichem Ausgang. Ein solcher Erreger ist das West Nil Virus WNV, das 1937 in Uganda entdeckt wurde. 1999 in die USA eingeschleppt, hat WNV sich binnen fünf Jahren flächendeckend über ganz Nordamerika ausgebreitet und droht nun weltweit aufzutreten. Annähernd 400 Menschen sind in diesem Zeitraum in den USA an einer Infektion mit WNV verstorben. Ein neuer Impfstoff soll nun schützen.

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Masern, Mumps und Röteln (MMR) – ein gefährliches Trio

 

Gesunde JugendlicheBerlin (9. Oktober 2008) - Impfungen gehören für die meisten Menschen zu den größten Fortschritten der Medizin. Kaum einer kann sich heutzutage vorstellen, was für schreckliche Folgen Krankheiten wie Pest, Pocken und Cholera einmal hatten: Jahrtausende lang sahen Menschen, bei denen sich beispielsweise Anzeichen von Pocken zeigten, einem sicheren Tod entgegen - bei Kleinkindern waren es zeitweise sogar rund 80 Prozent. Doch dank der Einführung von Impfungen wurden diese Krankheiten ausgerottet.

Umso erstaunlicher ist es, dass in unserer heutigen Zeit immer wieder Krankheiten ausbrechen, von denen man glaubte, sie seien eigentlich längst nicht mehr existent. Zwar sind es nicht mehr Seuchen wie Pest und Cholera, die für Aufregung sorgen, sondern vermeintlich „harmlose“ Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln.

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Leicht und schnell wie der Wind

Windpocken können groß & klein gefährlich werden

 

Vorsorge bei JugendlichenDas Varizella-Zoster-Virus

Berlin (9. Oktober 2008) - den durch die Luft beziehungsweise den Wind (daher der Name), aber auch per Tröpfchen aus dem Nasenrachenraum weitergegeben. Die Rede ist von Windpocken, die durch die so genannten Varizella-Zoster-Viren verursacht werden. Auch kann das Virus durch direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt auf der Haut von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die für Windpocken so typischen Bläschen sollten deshalb möglichst nicht aufgekratzt werden, da die Flüssigkeit Viren enthält, die sehr infektiös sind. Das Tückische: Dem Kontakt mit Windpocken kann kaum einer entgehen. So reicht unter Umständen ein Aufenthalt, etwa eine Stunde oder länger, in einem Raum mit einer Person, die an Windpocken erkrankt ist, aus, um sich zu infizieren. Daher sind vor allem Kinder betroffen, die sich in der Krabbelgruppe oder im Kindergarten schnell und leicht anstecken können. Personen, die keine Antikörper gegen das Virus besitzen (so genannte Seronegative), können sich auch bei Gürtelrosepatienten infizieren. Kommt es zu einer Infektion während der Schwangerschaft, gelangen die Viren möglicherweise über den Mutterkuchen (Plazenta) zum ungeschützten und ungeborenen Kind mit unter Umständen lebensbedrohlichen Folgen.

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Winter ist auch (Keuch) - Husten Zeit

 

Keuchhusten-ImpfungDer Keuchhusten ist erwachsen geworden

Berlin (9. Oktober 2008) - Keuchhusten (Bordetella pertussis) ist eine hoch ansteckende Krankheit, die jeden treffen kann. Noch vor wenigen Jahren glaubte man, dies sei eine reine Kinderkrankheit. Untersuchungen zeigen allerdings, dass immer öfter Jugendliche und Erwachsene an Keuchhusten leiden. Sechs von zehn der Patienten sind über 25 Jahre alt. Experten schätzen, dass Jahr für Jahr in Deutschland 110.000 Erwachsene an Keuchhusten erkranken.

In unseren Breitengraden tritt Keuchhusten leicht vermehrt im Herbst und Winter auf, übertragen werden die Bakterien über Tröpfcheninfektion. Das Hauptsymptom bei Erwachsenen ist ein langwieriger Husten ohne zunächst wesentlich andere Krankheitszeichen. Die Hustenanfälle können über Wochen und Monate auftreten und besonders nachts heftig sein. Manchmal klagen die Betroffenen auch über Kratzen im Hals oder Schweißausbrüche. Zudem treten bei 25 Prozent der Patienten Komplikationen auf – wie beispielsweise eine Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder Krampfanfälle. Manchmal sind die Hustenanfälle sogar so stark, dass es zu Rippen- und Leistenbrüchen oder Bandscheibenvorfällen kommt.

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Vom Tier zum Menschen:

Wie gefährlich sind Bakterien?

 

Die Immunofluoreszenz zeigt spezielle Zucker auf der Oberfläche menschlicher Epithelzellen. (SEM Picture / Courtesy by ZMB Universität Basel and Chantal Fiechter)Basel, Schweiz (2. Oktober 2008) - Capnocytophaga canimorsus ist ein Bakterium, das im Maul von Hunden und Katzen vorkommt. Unschädlich für das Tier, kann es beim Menschen zu lebensbedrohenden Krankheiten führen. Forscher vom Biozentrum der Universität Basel haben nun einen Mechanismus entdeckt, mit dem der Erreger dem Menschen gefährlich werden kann. Die Resultate sind in der aktuellen Ausgabe von PLoS Pathogens veröffentlicht.

In seinem natürlichen Umfeld, dem Hunde- oder Katzenmaul, richtet das Bakterium Capnocytophaga canimorsus keinen Schaden an. Gelangt der Erreger aber durch einen Biss oder Kratzer in das menschliche Gewebe und Blut, kann er zu schwerwiegenden Krankheiten führen. Bei fehlender Behandlung durch Antibiotika können sich die Bakterien ungehindert vermehren und gefährliche Infektionen wie zum Beispiel Wundbrand, Blutvergiftung, Hirnhautentzündung oder Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut, auslösen. Im Extremfall kann eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus auch zum Todesfall führen.

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Universitätsklinikum Ulm gründet fächerübergreifendes Zentrum für Infektionskrankheiten

 

Ulm an der Donau (16. September 2008) - Das Comprehensive Infectious Diseases Center (CIDC) ist eine deutschlandweit bisher einmalige Einrichtung. In fächerübergreifenden Expertentreffen, den sogenannten Infektionsboards, werden komplizierte Fälle besprochen, individuelle Therapien festgelegt und Behandlungspfade entwickelt. Infektiologische Spezialvisiten ergänzen das Dienstleistungsangebot. In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschergruppe arbeiten Klinikärzte eng mit spezialisierten Labors und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen zusammen.

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Erster Kandidat für einen Tuberkulose-Impfstoff geht in die klinische Prüfung

Neue Wege gegen Tuberkulose

 

Berlin (12. September 2008) - Ein deutsches Forschungsbündnis zur Entwicklung von Impfstoffen bringt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einen neuen Tuberkulose-Impfstoff in die klinische Prüfung. Im Rahmen der Impfstoff-Initiative fördert das BMBF den schnellen Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die Produktion neuer Impfstoffe. Dafür stellt das Bundesforschungsministerium der Vakzine Projekt Management GmbH (VPM) von 2001 bis 2010 25,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die VPM organisiert und finanziert bundesweit die präklinische und klinische Entwicklung von Impfstoffen. Hierfür erwirbt sie Schutzrechte an vielversprechenden Impfstoffkandidaten aus deutschen Laboratorien und steuert deren Entwicklung bis zur weiteren Veräußerung an industrielle Partner.

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Wenn Erreger ihr Fett wegkriegen

 

Martinsried (28. August 2008) - Max-Planck-Forscher entschlüsseln die Struktur eines zentralen Enzyms des Fettstoffwechsels, das von einem Antibiotikum blockiert wird. Dieses Ergebnis könnte helfen, Infektionen wirksamer zu bekämpfen.
Fettsäuren gehören zu den unverzichtbaren Bausteinen aller lebenden Zellen. Ohne sie könnten die Zellen zum Beispiel keine Membranen bilden und sich auch nicht teilen. Sie werden von Fettsäuresynthasen hergestellt, was diese Enzyme zu vielversprechenden Zielmolekülen in der Bekämpfung von Krankheitserregern macht. Denn Bakterien und Pilze gehen ohne funktionierende Fettsäuresynthasen zugrunde. Oft aber blockieren Antibiotika mit entsprechender Wirkung auch menschliche Fettsäuresynthasen, die den Enzymen aus Bakterien und Pilzen extrem ähnlich sind. Ein Forscherteam um Martin Grininger und Dieter Oesterhelt vom Max-Planck-Institut für Biochemie konnte nun erstmals die molekulare Struktur der Fettsäuresynthase aus Hefe während der Hemmung durch ein Antibiotika entschlüsseln. Diese Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Synthese von Fettsäuren und könnten für die Entwicklung hochspezifischer Antibiotika, wie auch neuartiger Krebstherapeutika genutzt werden. (PNAS, Early Edition, 25.08.2008)

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Wie Notfall-Antibiotika Bakterien lahm legen

Strukturelle Einsichten ermöglichen gezielten Kampf gegen multiresistente Erreger

 

Das Antibiotikum Linezolid (gelb) blockiert die Eiweißproduktion im Ribosom (lila) unerwünschter, krankmachender Bakterien, so dass diese absterben. Photo: Jörg HarmsFrankfurt am Main (18. August 2008) -  Als das Antibiotikum Linzezolid im Jahre 2000 in den USA und später auch in Europa zugelassen wurde (Zyvox; Zyvoxid), galt es als Wunderwaffe gegen multiresistente Bakterienstämme, die insbesondere in Krankenhäusern und Altenheimen auftreten. Die anfängliche Euphorie wurde jedoch gedämpft, als nach knapp drei Jahren die ersten resistenten Erreger auftraten - und das trotz limitierter Anwendung als Notfall-Antibiotikum. Im Rahmen einer Kooperation des Excellenz-Clusters "Makromolekulare Komplexe" der Goethe-Universität, des Deutschen Elektronensynchrotrons (DESY) bei Hamburg und der Universität München konnten Wissenschaftler um Prof. Paola Fucini jetzt anhand dreidimensionaler Röntgenbilder aufklären, wie das Linezolid-Molekül Bakterien lahm legt. Aufgrund dieser Erkenntnisse sollte es künftig möglich sein, wirksame Derivate dieses Antibiotikums gezielter und damit schneller zu entwickeln, so dass die Forschung den multiresistenten Bakterien wieder einen Schritt voraus ist.

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Herpes Simplex-Attacke im Fokus

Elektronenmikroskopische Studien erlauben neue, native Einblicke in den viralen Infektionsvorgang

 

Abb.1: Kryo-Elektronentomographische Aufnahme der 3D-Struktur des Herpes-Virus. Die Hauptstrukturen des Virus sind farblich markiert. In grün sind die Glykoproteine wiedergegeben, mit denen sich das Virus an die Zelle anheftet, in dunkelblauer Farbe die Proteinhülle, in orange das Tegument dargestellt. Da Kapsid ist hellblau eingefärbt. Sehr deutlich ist die asymmetrische Verteilung der Proteinhülle zu erkennen. Photo: Kay Grünewald, Max-Planck-Institut für BiochemieMartinsried (31. Juli 2008) - Herpesviren etablieren sich nach einer Infektion lebenslang im Organismus und können immer wieder erneut zum Ausbruch einer Krankheit führen. Molekulare Details des Infektionsvorgangs waren bisher auf zellulärer Ebene noch nicht bekannt. Ulrike Maurer und Kay Grünewald vom Max-Planck-Institut für Biochemie und Beate Sodeik von der Medizinischen Hochschule Hannover zeigen jetzt detailliert, wie das Virus seine Wirtszelle befällt und in sie eindringt. Sie veröffentlichen ihre neuesten Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the U.S.A. (PNAS, 29.7.2008).

Viren können sich nicht selbständig vermehren, sondern müssen Wirtszellen infizieren und deren Stoffwechsel umprogrammieren, damit diese viele neue Viren produzieren und freisetzen. Während einer Infektion heftet sich das Virus an die Wirtszelle an und bringt seine genetische Information (DNA oder RNA) in die Zelle. Die DNA oder RNA des Virus sorgt dafür, dass zelluläre Prozesse auf die Virusvermehrung ausgerichtet werden, wobei die Zelle selbst dabei in der Regel zugrunde geht. Virusforscher am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried erforschen wie Viren sich an Wirtszellen anheften und welche Proteinstrukturen an der Infektion beteiligt sind. Sie konzentrieren sich dabei auf das Herpes Simplex Virus-1, das zu einer großen Virusfamilie gehört, die nicht nur Herpes-Bläschen am Mund hervorrufen, sondern neben Windpocken, Gürtelrose und Karzinomen für mehr als 60 verschiedene Krankheitsbilder bei Mensch oder Tier verantwortlich sind.

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