Infektiologie

Neuer RKI-Ratgeber für Ärzte erschienen: Amöbenkeratitis. Das Robert Koch-Institut hat im Epidemiologischen Bulletin 33/2015 einen neuen Ratgeber für Ärzte zum Thema Amöbenkeratitis veröffentlicht. Die durch Akanthamöben verursachte Ämöbenkeratitis, eine Entzündung der Hornhaut, wird häufig initial nicht erkannt. Zuerst tritt sie mit unspezifischen Symptomen wie Fremdkörpergefühl im Auge, zunehmenden Schmerzen, Tränen der Augen, krampfartiger Lidschluss (Blepharospasmus) und verschwommenem Sehen in Erscheinung. Eine solche Hornhautentzündung kann in den meisten Fällen durch strikte Kontaktlinsenhygiene vermieden werden. Akanthamöben sind Einzeller (Protozoen) und in der Natur weit verbreitete „Opportunisten“, die nur unter bestimmten Bedingungen pathogen sind. Photo: Robert Koch-InstitutNeuer RKI-Ratgeber für Ärzte erschienen

Amöbenkeratitis

 

Berlin (17. August 2015) - Das Robert Koch-Institut hat im Epidemiologischen Bulletin 33/2015 einen neuen Ratgeber für Ärzte zum Thema Amöbenkeratitis veröffentlicht. Die durch Akanthamöben verursachte Ämöbenkeratitis, eine Entzündung der Hornhaut, wird häufig initial nicht erkannt. Zuerst tritt sie mit unspezifischen Symptomen wie Fremdkörpergefühl im Auge, zunehmenden Schmerzen, Tränen der Augen, krampfartiger Lidschluss (Blepharospasmus) und verschwommenem Sehen in Erscheinung. Eine solche Hornhautentzündung kann in den meisten Fällen durch strikte Kontaktlinsenhygiene vermieden werden. Akanthamöben sind Einzeller (Protozoen) und in der Natur weit verbreitete „Opportunisten“, die nur unter bestimmten Bedingungen pathogen sind.

Schutzringe gegen Ebola

Erstmals Impfstoff gegen Ebola erfolgreich getestet

 

Bern, Schweiz (31. Juli 2015) - Ein in Westafrika erstmals im Feldversuch getesteter Impfstoff gegen das Ebola-Virus hat sich als wirksam erwiesen. Geimpft wurden Personen, die engen Kontakt zu einem neu Infizierten hatten und besonders gefährdet sind. Berner Mediziner sind an der von der Weltgesundheitsorganisation WHO organisierten Impfstudie massgeblich beteiligt. Obwohl die Fallzahlen von Ebola in Westafrika seit Jahresbeginn markant zurückgegangen sind, ist die Epidemie noch nicht besiegt. Ein einzelner Erkrankungsfall in den betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone kann die Seuche wieder ausbrechen lassen. Deshalb wurden unter Hochdruck zwei Impfstoffe entwickelt und bereits an Menschen erprobt. Einer davon mit der Bezeichnung «rVSV-ZEBOV» wurde nun erstmals in einer Impfstudie im westafrikanischen Guinea getestet.

Abb.: Die Viren werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Zellkulturen angezüchtet. Foto: V.M. CormanMERS-Coronavirus (MERS-CoV)

Eine Impfung für Alle

 

                                    • Mangelhafte Krankenhaus-Hygiene gibt dem Virus leichtes Spiel

 

Bonn (13. Juli 2015) - Im Kampf gegen das gefährliche MERS-Coronavirus (MERS-CoV) gibt es einen Hoffnungsschimmer: Möglicherweise reicht ein einziger Impfstoff aus, um alle momentan bekannten genetischen Linien von MERS-CoV effektiv zu bekämpfen. In diese Richtung deuten zumindest Ergebnisse der Universitätsklinik Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Ihre Studie ist jetzt im Journal of Clinical Microbiology online erschienen.

RKI: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch 2014. Das Infektionsepidemiologische Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für das Jahr 2014 ist veröffentlicht worden. Das Jahrbuch enthält detaillierte Informationen und Auswertungen des Robert Koch-Instituts zu den rund 60 meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Das Jahrbuch ergänzt die aktuelle Berichterstattung über das Infektionsgeschehen im wöchentlich erscheinenden Epidemiologischen Bulletin, die krankheitsspezifischen Jahresberichte und die Meldedaten in der Online-Datenbank SurvStat. RKI

Infektionsepidemiologisches Jahrbuch 2014

 

Berlin (7. Juli 2015) - Das Infektionsepidemiologische Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für das Jahr 2014 ist veröffentlicht worden. Das Jahrbuch enthält detaillierte Informationen und Auswertungen des Robert Koch-Instituts zu den rund 60 meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Das Jahrbuch ergänzt die aktuelle Berichterstattung über das Infektionsgeschehen im wöchentlich erscheinenden Epidemiologischen Bulletin, die krankheitsspezifischen Jahresberichte und die Meldedaten in der Online-Datenbank SurvStat.

Bundesgesundheitsblatt: Epidemiologie, Methodik, Praxis: Migration und Gesundheit. Differenzierte Daten sind wichtig für zielgenaue Maßnahmen zur Ver­bes­se­rung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung. Menschen mit Migra­tions­hinter­grund sind eine große Bevölkerungsgruppe: Etwa 20% der Einwohner von Deutschland sind zugewandert oder Kinder von Zuwanderern. Das Thema Migration und Gesundheit ist mit insgesamt elf Beiträgen Themen­schwer­punkt der Juni-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts.Bundesgesundheitsblatt

Epidemiologie, Methodik, Praxis: Migration und Gesundheit

 

Berlin (10. Juni 2015) - Differenzierte Daten sind wichtig für zielgenaue Maßnahmen zur Ver­bes­se­rung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung. Menschen mit Migra­tions­hinter­grund sind eine große Bevölkerungsgruppe: Etwa 20% der Einwohner von Deutschland sind zugewandert oder Kinder von Zuwanderern. Das Thema Migration und Gesundheit ist mit insgesamt elf Beiträgen Themen­schwer­punkt der Juni-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts.

Abb.: Krankenhauskeime können auch bei Operationen zum Problem werden. Photo: Pfree 2014Krankenhauskeim Staphylococcus aureus

Neuer Wirkstoff gegen gefürchtete Krankenhauskeime

 

Braunschweig (29. Mai 2015) - Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) schließen sich Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, Münster und München zusammen und bereiten gemeinsam mit der Firma Hyglos die klinische Prüfung eines Wirkstoffs gegen den gefürchteten Krankenhauskeim Staphylococcus aureus vor: Die prophylaktische Behandlung der Nasenbesiedlung könnte einer Ausbreitung insbesondere Methicillin-resistenter Erreger (MRSA) in Kliniken entgegenwirken und Infektionen beim Patienten verhindern.

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Keime

Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie - DART 2020

 

Berlin (13. Mai 2015) - Zum heutigen Beschluss der neuen "Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie - DART 2020" stellt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), fest: "Die DKG begrüßt die "Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie - DART 2020". Sie fordert seit langer Zeit, die Resistenzbildung von Bakterien gegen Antibiotika nicht auf ein Krankenhaus-Hygiene-Problem zu reduzieren, sondern die Resistenzbildung als bevölkerungspolitisches Problem breit anzugehen. Sehr viele Patienten, die Infektionen im Krankenhaus erleiden, haben die verursachenden Keime selbst mit in die Klinik gebracht. Daher ist es konsequent, dass die Kliniken die Patienten, bei denen besondere Risiken bestehen, schon in der Krankenhausaufnahme auf diese Keime hin untersuchen. Noch besser wäre es, schon im Vorfeld geplanter stationärer Eingriffe Risikopatienten von ambulant tätigen Ärzten untersuchen und gegebenenfalls behandeln zu lassen, so dass diese Patienten bereits ohne multiresistente Keime in die Klinik kämen. Hier sind die Krankenkassen gefordert, mit den niedergelassenen Ärzten entsprechende Vergütungsmöglichkeiten zu schaffen.

Virionen des Hepatitis-E-Virus. Photo: WikipediaRKI

Hepatitis E in Deutschland

 

Berlin (13. April 2015) - Im Epidemiologischen Bulletin 15/2015 ist ein ausführlicher Beitrag zu Hepatitis E erschienen. Die Infektion mit einem Hepatitis-E-Virus verläuft meist asymptomatisch, kann aber auch fulminante Leber­ver­sagen auslösen. Das Hepatitis-E-Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden und über verunreinigtes Wasser übertragen. In Europa und anderen westlichen Industriestaaten stellt die Übertragung vom Tier (z.B. Wild- und Hausschwein) über tierische Lebensmittel auf den Menschen den sehr wahrscheinlich wichtigsten Infektionsweg dar.

MERS-Virus weiter verbreitet als angenommen

 

Braunschweig (9. April 2015) - Das 2012 entdeckte MERS-Virus scheint weiter verbreitet zu sein als nach offiziellen Fallmeldungen angenommen. Das belegt eine internationale Studie unter Federführung der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Demnach verläuft vermutlich der größte Teil der Infektionen ohne schwere Krankheitssymptome. Ursprünglich ging man dagegen von einer Sterblichkeitsrate von bis zu 30 Prozent aus. Die Studie ist jetzt in der Zeitschrift Lancet Infectious Deseases erschienen.

Multiresistenter Tuberkulosestamm wird im Schnelltest nicht erkannt

 

Braunschweig (23. März 2015) - Mehr als ein Viertel der multiresistenten (MDR) Tuberkulosestämme, die im Rahmen einer nationalen Studie in Swasiland isoliert wurden, können durch die aktuell verwendeten molekularbiologischen Tests nicht erkannt werden. Grund dafür ist eine bestimmte resistenzvermittelnde Mutation des Erregerstammes, wie Ärzte ohne Grenzen und Wissenschaftler vom Forschungszentrum Borstel und vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in der aktuellen Ausgabe des New England Journals of Medicine aufzeigen konnten.

Abb.: Schlagzeilen über Epidemien beeinflussen deren Wahrnehmung - inwiefern untersuchten HZI-Forscher in einer Studie. © HZI / DornbuschWahrnehmung der Ebola-Krise in Deutschland

Unzureichende Aufklärung über Ebola

 

Braunschweig (23. März 2015) - Ob Schweinegrippe, SARS oder Ebola, immer wieder sind in den letzten Jahren weltweit Epidemien ausgebrochen. Ausbrüche, die für Schlagzeilen sorgen und das Verhalten von Menschen beeinflussen, selbst wenn diese weit weg vom Krisengebiet leben. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben nun untersucht, wie der aktuelle Ebola-Ausbruch von den Menschen in Niedersachsen wahrgenommen wurde und wie er ihr Verhalten beeinflusst hat.