Infektiologie

RKI: Norovirus-Infektionen in Deutschland. Quelle: Robert Koch-Institut, 12.05.2014. Photo: Robert Koch-InstitutRKI

Norovirus-Infektionen in Deutschland

 

Berlin (12. Mai 2014) - Akute Gastroenteritiden gehören zu den häufigsten Erkrankungen beim Menschen. Eine herausragende Rolle spielen dabei Infektionen durch Noroviren. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa die Hälfte aller Gastroenteritis-Ausbrüche durch Noroviren verursacht werden. Norovirus-Gastroenteritis ist die Erkrankung mit den meisten jährlich gemäß Infektions­schutz­gesetz an das RKI übermittelten Erkrankungs­fällen. Im Epidemiologischen Bulletin 19/2014 vom 12. Mai 2014 werden die dem Robert Koch-Institut übermittelten Melde­daten insbesondere der Jahre 2009 bis 2013 analysiert sowie Daten aus dem Konsiliar­labor für Noroviren, das sich am Robert Koch-Institut befindet.

 

Abb. oben: Klinikum der Maximalversorgung: Universitätsklinikum FreiburgModellprojekt beweist

Der Antibiotikaverbrauch lässt sich in Kliniken gezielt senken

 

Freiburg (7. Mai 2014) - Die Besorgnis wächst: In den Kliniken tauchen vermehrt Bakterien auf, gegen die kein „Kraut“ gewachsen ist. Der häufige Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika fordert seinen Preis: Er geht einher mit der Bildung von multiresistenten Bakterien, die in Krankenhäusern einen guten Nährboden finden und kritisch Kranke gefährden können. Eine wichtige Strategie, dieses Problem in den Griff zu bekommen, ist der gezieltere und intelligente Einsatz von Antibiotika – auch mit dem Begriff „Antibiotic Stewardship“ (ABS) bezeichnet. Am Universitätsklinikum Freiburg konnten Wissenschaftler in einem Pilotprojekt zeigen, dass sich diese Strategie erfolgreich umsetzen lässt.

 

Abb.: Der Kontakt zwischen Dromedar und Mensch birgt das Krankheitsrisiko. Foto: Norbert Nowotny / Vetmeduni ViennaRasante Ausbreitung in der arabischen Welt

MERS-Coronavirus von Kamel auf Mensch übertragbar

 

Wien, Österreich (2. Mai 2014) - Das MERS-Coronavirus breitet sich derzeit in der arabischen Welt rasant aus. Eine Infektion betrifft Menschen wie auch Dromedare und kostete mittlerweile mehr als 100 Personen das Leben. Forschende der Vetmeduni Vienna zeigen, dass MERS-Coronaviren von Menschen und Dromedaren aus derselben geografischen Region fast identisch sind. Die Erkenntnisse sprechen für eine Übertragung zwischen Tier und Mensch und wurden im Journal Eurosurveillance veröffentlicht.

 

Abb.: Mycobacterium tuberculosis. Längsschnitt. Transmissions-Elektronenmikroskopie, Ultradünnschnitt. Maßstab = 500 nm. Quelle: Muhsin Özel, Gudrun Holland/RKINeues zur Tuberkulose in Deutschland

Welttuberkulosetag 2014 im RKI

 

Berlin (24. März 2014) - Die Zahl der Tuberkulosen sinkt kaum noch, bei multiresistenten Erkrankungen steigen die Fallzahlen sogar geringfügig. Das zeigt der aktuelle jährliche Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose für 2012, mit dem das Robert Koch-Institut die Situation in Deutschland umfassend darstellt. „Die gemeinsamen Anstrengungen in der frühen Erkennung und Prävention von der Tuberkulose müssen daher intensiviert werden“, sagt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März. „Der öffentliche Gesundheitsdienst braucht für die erforderlichen Maßnahmen auch ausreichende Ressourcen“, unterstreicht Burger.

 

InfectoGnostics

Neues Verfahren zur Bestimmung multiresistenter Tuberkulose-Erreger

 

Jena (21. März 2014) - Tuberkulose ist eine der häufigsten und schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Die Zahl der mehrfach resistenten Erreger nimmt zu und erschwert die Behandlung. Nur das schnelle Erkennen des Erregers und seiner möglichen Antibiotikaresistenz gewährleistet eine optimale Therapie und bremsen so die weitere Verbreitung über die Luft. Wissenschaftler, Mediziner und Medizintechnik-Hersteller des Jenaer Forschungscampus InfectoGnostics entwickeln gemeinsam ein neues Testverfahren, um sicher und schnell Tuberkuloseerreger und ihr Resistenzpotential am Ort des Geschehens zu diagnostizieren.

 

Helmholtz. Abb.: Mit dem Hemmhoftest überprüfen Wissenschaftler, ob Bakterien gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Die Filterplättchen enthalten ein Antibiotikum, das empfindliche Bakterien am Wachsen hindert. Photo: HZI/Bergmann und Nitsche-Schmitz„Comeback“ eines aufgegebenen Antibiotikums

Trimethoprim gegen Streptokokken wirksamer als gedacht

 

Braunschweig (19. März 2014) - Hinter Scharlach, Haut- und Racheninfektionen steckt oftmals das Bakterium Streptococcus pyogenes. In weniger entwickelten Ländern fehlen häufig günstige und gut verträgliche Antibiotika für die Therapie. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben herausgefunden, dass Trimethoprim hier geeignet sein könnte. Die Bakterien sind nicht, wie lange vermutet, grundsätzlich unempfindlich gegenüber dem Mittel. In ihrer aktuellen Veröffentlichung in wiesen die Forscher jedoch drei mögliche Wege der Resistenzentwicklung nach – Streptokokken können folglich leicht unempfindlich gegen das Antibiotikum werden und diese Eigenschaft auch schnell weitergeben.

 

Neisseria meningitidis. Photo Mushin Oezel; Rolf Reissbrodt / RKIEpidemiologisches Bulletin

Ratgeber zu Meningokokken-Erkrankungen

 

Berlin (24. Februar 2014) - Im Epidemiologischen Bulletin 8/2014 ist ein vollständig aktualisierter Ratgeber für Ärzte zu Meningokokken-Erkrankungen erschienen. Die Herausgabe dieser Ratgeber-Reihe durch das Robert Koch-Institut erfolgt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (§ 4). Praktisch bedeutsame Angaben zu wichtigen Infektionskrankheiten sollen aktuell und konzentriert der Orientierung dienen. Die Beiträge werden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentren, Konsiliarlaboratorien sowie weiteren Experten erarbeitet. Die Erstpublikation erfolgt im Epidemiologischen Bulletin und im Internet.

Über 100 Millionen Neuinfektionen weltweit

Antibiotika-Resistenz wird bei «Tripper» zum Problem

 

Bern, Schweiz (5. Februar 2014) - Gonorrhoe oder «Tripper» ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie wird durch Bakterien ausgelöst, die zunehmend gegen Antibiotika resistent sind. Die Entwicklung von neuen Tests, die eine Erkrankung und zugleich eine allfällige Resistenz diagnostizieren können, ist dringend notwendig, sagt Nicola Low, Professorin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin.

 

Abb.: Mycobacterium tuberculosis in der Ziehl-Neelsen-Färbung (säurefeste Stäbchen). Photo: WikipediaWirksame Abtötung sämtlicher Formen von hochresistenten Tuberkulosebakterien

Neues Medikament gegen resistente Tuberkulose-Bakterien

 

Zürich, Schweiz (27. Januar 2014) - Forschende der Universität Zürich haben zusammen mit Wissenschaftlern aus den USA ein neues Medikament gegen Tuberkulose entwickelt. Das Mittel wirkt sogar gegen die gefürchteten hochresistenten Tuberkulose-Erreger.  Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) traten 2012 weltweit mehr als acht Millionen neue Fälle von Tuberkulose-Erkrankungen auf. Ausserdem erweisen sich immer mehr Tuberkulose-Erreger als resistent gegenüber Antibiotika; es gibt gefürchtete Formen, die multiresistent oder sogar komplett resistent sind.

 

AQUA-Institut sucht Teilnehmer für Machbarkeitsprüfung

Vermeidung von nosokomialen Infektionen: Entwicklung für Qualitätssicherung

 

Göttingen (20. Januar 2014) - Die Qualitätssicherung (QS) zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen geht voran. Die vom AQUA-Institut erarbeiteten QS-Verfahren zu postoperativen Wundinfektionen und Gefäßkatheter assoziierten Infektionen wurden 2013 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) abgenommen. Darauf aufbauend erteilte der G-BA Ende 2013 dem AQUA-Institut den Auftrag, eine Machbarkeitsprüfung für die postoperativen Wundinfektionen vorzunehmen. Es wird damit gerechnet, dass voraussichtlich im Frühjahr 2014 die Beauftragung für die Machbarkeitsprüfung zu Gefäßkatheter assoziierten Infektionen erfolgen wird.

Cytomegalovirus in a specimen of human embryonic lung. Photo: Dr. Craig Lyerla 1977/CDCRKI

Ratgeber zu Zytomegalievirus-Infektionen

 

Berlin (20. Januar 2014) - Das Zytomegalievirus ist weltweit verbreitet und gilt als häufigster viraler Erreger einer kongenitalen Infektion. Im Epidemiologischen Bulletin 3/2014 ist erstmals ein RKI-Ratgeber zu Zytomegalievirus-Infektion veröffentlicht worden. Die RKI-Ratgeber für Ärzte sind eine vom Robert Koch-Institut herausgegebene Reihe mit praktisch bedeutsamen Informationen zu wichtigen Infektionskrankheiten. Sie werden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentren, Konsiliarlaboratorien und weiteren Experten erarbeitet.