Infektiologie

Abb.: Die an den Forschungen beteiligte Doktorandin Claudia Lüdecke an einem hochmodernen Rasterelektronenmikroskop der Universität Jena; auf den Monitoren sind Krankenhauskeime abgebildet. Foto: Jan-Peter Kasper/FSUNeues Testsystem beim Kampf gegen Bakterien

Krankenhauskeime mögen keine nanorauen Oberflächen

 

Jena (7. Januar 2014) - Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund eine halbe Million Menschen im Krankenhaus an Infektionen. Bis zu 15.000 Menschen sterben pro Jahr daran. Eine Reihe dieser heimtückischen Infektionen entwickelt sich im Zusammenhang mit Implantatmaterialien und Medizinprodukten wie Hüft- oder Knieendoprothesen, Herzklappen, Zahnimplantaten oder Kathetern.

 

DAK-Gesundheit rät zur Impfung

Masern: Immer mehr Erwachsene stecken sich an

 

Hamburg (12. Dezember 2013) - Von wegen „Kinderkrankheit“: Fast 40 Prozent der diesjährigen Masernkranken waren über 20 Jahre alt. Das ist ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Darauf weist die DAK-Gesundheit unter Bezug auf die neuen Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) hin. Ärzte warnen vor den Folgen: Denn gerade bei Erwachsenen können Masern schwere Komplikationen auslösen.

 

Abb.: Masern-Viren unter dem Transmissions-Elektronenmikroskop. Quelle: Gelderblom, Kolorierung: Schnartendorf / RKIAktuelle Epidemiologie und Impfquoten

Wer erkrankt in Deutschland an Masern?

 

Berlin (2. Dezember 2013) - Masern gelten als eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen überhaupt. Trotz global zur Verfügung stehender Impfstoffe wird geschätzt, dass im Jahr 2010 weltweit immer noch fast 140.000 Kinder infolge dieser Infektion starben. Die Elimination der Masern und Röteln ist globales Ziel aller WHO-Regionen und soll in der europäischen WHO-Region und somit auch in Deutschland bis zum Jahr 2015 erreicht werden.

 

Robert Koch-Institut

Impfempfehlung gegen Polio beachten

 

Berlin (25. November 2013) - Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat vor dem Hintergrund des Polioausbruchs in Syrien in einer aktuellen Stellungnahme auf die bestehenden Impfempfehlungen gegen Poliomyelitis und den RKI-Ratgeber für Ärzte hingewiesen. Die STIKO-Stellungnahme ist im Epidemiologischen Bulletin 47/2013 am 25.11.2013 erschienen.

 

Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) grundlegend überarbeitet

Resistenzen gegen Antibiotika gemeinsam bekämpfen

 

Berlin (18. November 2013) - Zum sechsten Europäischen Antibiotikatag hat die Bundesregierung am Montag in Berlin die grundlegend überarbeitete Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) vorgestellt. „Wir sind uns alle bewusst, dass wir die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen gemeinsam bekämpfen müssen – Veterinär- und Humanmedizin Hand in Hand. Damit die Strategie aufgeht, müssen sich neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zur Verbesserung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes darin widerspiegeln. Der vorliegende Entwurf stellt nicht nur den derzeitigen Stand der Wissenschaft dar, sondern setzt auch einen wichtigen Diskussionsprozess in Gang“, sagte Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Warnung vor Einschleppung des Poliowildvirus

Poliovirus-Zirkulation in Syrien und Israel gefährdet auch Europa

 

Tübingen (8. November 2013) - Prof. Dr. Martin Eichner vom Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie am Universitätsklinikum Tübingen und Stefan O. Brockmann vom Kreisgesundheitsamt Reutlingen warnen in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet (online-Veröffentlichung am 8.11.2013, 0:00 WEZ, http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(13)62220-5) vor der Einschleppung des Poliowildvirus nach Europa.

 

Roche und Polyphor arbeiten im Kampf gegen Infektionen mit multiresistenten Bakterien zusammen

 

  • Roche erwirbt eine Lizenz für den Arzneimittelkandidaten POL7080 von Polyphor. POL7080 bekämpft mit neuartigem Wirkmechanismus die Spezies Pseudomonas . Dieses «Superbakterium» tritt häufig in Spitälern auf und ist inzwischen gegen viele Antibiotika resistent geworden.

 

Basel, Schweiz (4. November 2013) - Roche und das private gehaltene Pharmaunternehmen Polyphor haben heute den Abschluss einer exklusiven weltweiten Lizenzvereinbarung bekannt gegeben. Diese betrifft die Entwicklung und Vermarktung des antibiotischen Arzneimittelkandidaten POL7080 von Polyphor, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt wird, die durch Pseudomonas aeruginosa verursacht werden.

 

Das Bakterium Treponema pallidum ist der Verursacher der Syphillis. Photo: CDC/Dr. David CoxRobert Koch-Institut

Weiterer Anstieg bei Syphilis

 

Berlin (4. November 2013) - Der seit 2010 beobachtete Anstieg der Syphilis-Fallzahlen hat sich auch 2012 fortgesetzt. Der Anstieg war zwischen 2011 und 2012 mit 19% fast so stark wie im Jahr zuvor (22%). Im Jahr 2012 wurden dem Robert Koch-Institut 4.410 Syphilis-Fälle gemeldet. Die meisten gemeldeten Fälle gehen auf Erkrankungen bei Männern zurück. Der Anstieg bei Männern ist nach wie vor zum größten Teil auf Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, zurückzuführen. Im Epidemiologischen Bulletin 44/2013 werden die Daten analysiert und Maßnahmeempfehlungen diskutiert, um eine Verringerung der Fallzahlen zu erreichen.

Abb.: Fledermausquartier in der Alten Mühle in Werdorf. Photo: O. SchäferBatmans gefährliche Seite

Welche Krankheitserreger stecken in Fledermäusen?

 

Frankfurt am Main (30. Oktober 2013) - Legenden und Mythen ranken sich um die Fledermaus; neben der Vorstellung vom blutsaugenden Vampir gibt es auch Batman, den Superhelden. Was steckt wirklich in den geflügelten Kleinsäugern? Aus Sicht von Parasitologen ganz klar: Viren und andere Krankheitserreger. Am 31. Oktober erscheint mit „Bats (Chiroptera) as Vectors of Diseases and Parasites – Facts and Myths“ ein Buch, das den aktuellen Stand der Forschung zu Fledermäusen als potenzielle Überträger von Infektionskrankheiten und Parasiten analysiert und zusammenfasst.

 

Abb.: Listerien (hier grün gefärbt) können Gene anderer Bakterien aufnehmen und so Resistenzen erwerben. Bild: Monika Dzieciol / Vetmeduni ViennaListig und lästig

Listerien werden häufig resistent gegen Desinfektionsmittel

 

Wien, Österreich (29. Oktober 2013) - Milch und Käse sind schmackhafte Lebensmittel. Ihr Verzehr birgt aber auch ein gewisses Gesundheitsrisiko. Die sogenannten Listerien kommen häufig in Produktionsstätten für Käse und Milchprodukte vor. Eine Infektion kann gerade schwache und ältere Menschen gefährden. Forscher der Vetmeduni Vienna haben nun herausgefunden, warum Listerien gegenüber herkömmlichen Desinfektionsmitteln resistent werden. Sie besitzen einen sprunghaften genetischen Mechanismus der ihnen rasche Anpassung an äußere Umstände erlaubt. Die Forscher veröffentlichten ihre Daten im Online Journal Plos One.

 

MERS-Coronavirus. © RKI / Hocke - 2013 by the American Thoracic SocietyRKI

Schwere Lungenschädigungen durch das MERS-Coronavirus

 

Berlin (2. Oktober 2013) - Seit dem Jahr 2012 erkrankten mindestens 130 Menschen vor allem in Ländern der arabischen Halbinsel an dem neuartigen MERS-Coronavirus (MERS-CoV), das eine schwere Infektion der unteren Atemwege verursachen kann; mehr als 50 Patienten sind an der Infektion gestorben. Auf welche Weise die schweren Lungenschädigungen ausgelöst und welche Zellen der Lunge insbesondere durch das MERS-Virus getroffen werden, ist bisher nicht genau verstanden, unter anderem weil keine Autopsie-Berichte vorliegen. Ein deutsches Wissenschaftlerteam unter Koordination von Forschern der Berliner Charité – Universtitätsmedizin und des Robert Koch-Instituts infizierten explantiertes menschliches Lungengewebe mit dem MERS Virus.