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Schweinegrippe:

Empfehlungen für Gesundheitsbehörden veröffentlicht

 

Berlin (27. April 2009) - In den USA und vor allem in Mexiko sind insgesamt mehrere hundert Menschen an Schweine-Influenza erkrankt, die durch ein neuartiges Influenzavirus verursacht wurden, auch in Kanada wurden erste Fälle bestätigt, in Spanien gibt es einen Fall. Die Symptome sind ähnlich wie bei saisonaler Influenza, vor allem Fieber, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen; in Mexiko gab es eine Reihe von Todesfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dieses so genannte A/H1N1-Virus am 25.4.2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft, eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003. Die pandemische Warnstufe 3 der WHO, die seit einigen Jahren aufgrund der Vogelgrippe A/H5N1 gilt, ist jedoch bislang nicht verändert worden.



"Auf eine solche Situation hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren vorbereitet" sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. Das Robert Koch-Institut hat den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Pandemieplan Anfang 2005 und eine aktualisierte Fassung 2007 veröffentlicht. Der Pandemieplan enthält Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen und erläutert die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung.

Es ist denkbar, dass einzelne Influenzafälle durch Reisende eingeschleppt werden. Für diesen Fall haben die Gesundheitsbehörden des Bundes und der Länder bereits Maßnahmen ergriffen. Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das RKI die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme-Empfehlungen sind auch auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar. Darunter sind auch Empfehlungen für Gesundheitsbehörden vor Ort zum Vorgehen bei einem Schweinegrippe-Verdachtsfall, zur Probenentnahme und Hinweise für Flugpassagiere, in deren Flugzeug sich Personen mit Atemwegserkrankungen aufhielten (in Englisch, Deutsch, Spanisch). Bezüglich des Schutzes des Medizinpersonals greifen die bestehenden Empfehlungen, wie sie bei Influenza üblich sind.

Für die Bevölkerung wird derzeit keine allgemeine Gefährdung durch die Schweinegrippe gesehen. Generell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen wie Händewaschen sollten aber besonders beachtet werden, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen. Bei der saisonalen Influenza können Infizierte auch schon etwa einen Tag vor Auftreten der ersten Symptome infektiös sein. Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und darüber weiterverbreitet werden. Daher wird beim Husten empfohlen, in den Ärmel zu husten. Ausführliche Informationen zu persönlichen Schutzmaßnahmen bei Virusinfektionen sind in der Broschüre "Selbstverteidigung gegen Viren" enthalten, die ab Mitte Mai bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln bestellt werden kann und unter www.wir-gegen-viren.de abrufbar ist

Die Neuraminidasehemmer (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren) scheinen bei dem Schweinevirus wirksam zu sein. Es ist bislang nicht bekannt, ob der saisonale H1N1-Impfstoff gegen dieses Virus schützt. Mit den diagnostischen Standardverfahren konnte das Virus in den USA nicht nachgewiesen werden. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza am RKI könnte dieses Virus aber diagnostizieren.

Weitere Informationen, auch zu Hotlines von RKI und anderen:
http://www.rki.de/influenza


 

Quelle: Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts vom 27.04.2009.