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Patientengerechte Therapiewahl bei oraler Antikoagulation

Gerinnungs-Selbstmanagement verbessert Therapie-Outcome

 

Mannheim (6. Mai 2013) - Die Wahl eines oralen Antikoagulans zur Vorbeugung thromboembolischer Ereignisse bei Vorhofflimmern oder anderen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sollte immer individuell auf den Patienten abgestimmt sein, erklärten Experten auf einem Symposium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden.(1) Zur oralen Langzeitkoagulation stehen gegenwärtig sowohl die gängigen Vitamin-K-Antagonisten (VKA) als auch neue orale Antikoagulantien (NOA) zur Verfügung. Insbesondere Komorbiditäten wie Niereninsuffizienz oder Kontraindikationen und die Compliance sind bei der passenden Therapie zu berücksichtigen. Werden VKA angewendet, kann die dauerhafte Kombination mit Gerinnungs-Selbstmanagement die Therapie optimieren.(2,3) Die regelmäßige Messung des Gerinnungswertes durch den Patienten lässt sich mit Messgeräten wie dem CoaguChek® XS System schnell und sicher durchführen.

 

Die Auswahl einer geeigneten Therapie sei eine patientenabhängige Entscheidung, da eine Vielzahl von Faktoren bei der Einstellung auf Vitamin-K-Antagonisten oder neue orale Antikoagulantien zur Prophylaxe thromboembolischer Ereignisse berücksichtigt werden müssen, so Professor Frederico Tatò von der Gefäßpraxis im Tal, München. Die Zulassungsstudien der NOA zeigen, dass diese mindestens genauso wirksam und sicher sind wie VKA.(4,5) Aus diesen Daten und ersten klinischen Erfahrungen erkenne man jedoch ebenfalls, dass VKA neben den NOA weiterhin einen wichtigen Stellenwert besitzen, erklärte er. Die Therapie mit NOA berge nämlich auch Risiken: So besitzen NOA für Indikationen wie künstliche Herzklappen und valvuläres Vorhofflimmern keine Zulassung. Weiterhin sind Kontraindikationen und Komorbiditäten wie eine stark eingeschränkte Nierenfunktion Anlass für eine Einstellung auf VKA. Außerdem ist bei einem hohen gastrointestinalen Blutungsrisiko besondere Vorsicht beim Einsatz von NOA geboten, so dass VKA gegebenenfalls die richtige Alternative darstellen können.

 

Schließlich sind die VKA auch eine kosteneffiziente Option zur Antikoagulation: Im Vergleich zu NOA sind die Kosten für VKA etwa 20-mal niedriger.(6)

 

 

Stabile Einstellung mit VKA und Gerinnungs-Selbstmanagement

 

Zudem profitierten stabil eingestellte VKA-Patienten mit einer guten INR-Kontrolle nicht von einer Umstellung auf NOA: Bei guter INR-Einstellung kann von einer Gleichwertigkeit von VKA und NOA bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit ausgegangen werden.(7) Neben medizinischen Aspekten wie Komorbiditäten oder Arzneimittelinteraktionen sollten bei der Auswahl der passenden Therapie ebenfalls die Compliance der Patienten und – bei Wahl einer Therapie mit VKA – die Anwendung des Gerinnungs-Selbstmanagement in Betracht gezogen werden, so Tatò. Denn auf diese Weise kann eine VKA-Therapie langfristig optimiert werden.(2)

 

 

Gerinnungs-Selbstmanagement im Praxisalltag

 

Gerinnungs-Selbstmanagement ist somit für VKA-Patienten eine geeignete, leitliniengesicherte(8) und kosteneffiziente(9) Option der selbstständigen Therapiekontrolle, mit der auch laut aktuellem Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) die Behandlungsqualität verbessert werden kann(6). Die in der Regel wöchentlich erfolgende Messung des INR-Wertes mit Geräten wie dem CoaguChek® XS System ermögliche eine unmittelbare Reaktion auf die Werte, erläuterte Dr. Ute Scholz vom Zentrum für Blutgerinnungsstörung, Leipzig. Patienten im Gerinnungs-Selbstmanagement weisen eine deutlich erhöhte TTR (time in therapeutic range) von 80 Prozent gegenüber dem konventionell betreuten Patienten
(65 Prozent) auf.(3) Schwerwiegende thromboembolische Komplikationen und die Mortalität können gegenüber der ärztlichen Routinekontrolle signifikant um 55 Prozent bzw. 30 Prozent reduziert werden.(2) Die Therapieadhärenz der Patienten sei durch das gestärkte Arzt-Patienten-Bündnis und die erlernte Eigenverantwortung gegenüber anderen Therapieoptionen deutlich besser, so Scholz. Jede VKA-Therapie sollte, sofern indiziert, mit Gerinnungs-Selbstmanagement kombiniert werden, um optimale Ergebnisse erzielen zu können, fasste Scholz zusammen. Die korrekte Durchführung der Messung basiere jedoch immer auf einer guten Schulung von Patienten oder Angehörigen durch Fachpersonal.

 

 

Über das Gerinnungs-Selbstmanagement mit dem CoaguChek® XS System

 

Das CoaguChek® XS System bietet seit 20 Jahren eine flexible Selbstkontrolle des INR-Wertes bei der oralen Antikoagulationstherapie mit Vitamin-K-Antagonisten. Eine hohe Sensitivität und einfache Handhabung des Gerätes ermöglichen eine schnelle, schmerzarme und zuverlässige Messung. Die Messung erfolgt innerhalb einer Minute und benötigt nur eine geringe Menge Blut aus der Fingerbeere (8 μl). Auch zur Sicherung der Compliance mit einem regelmäßigen Monitoring sollte der kombinierte Einsatz eines Vitamin-K-Antagonisten mit Gerinnungs-Selbstmanagement in Betracht gezogen werden. Derzeit praktizieren in Deutschland rund 195.000 Menschen das Gerinnungs-Selbstmanagement.

 

Bei Fragen steht das CoaguChek Kunden Service Center unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/08 00 855 (bei Anrufen aus Deutschland) zur Verfügung. Weitere Informationen und Services finden Ärzte und Patienten auch unter www.coaguchek.de

 

 

Anmerkungen 

  1. Industrie-Symposium, Roche Diagnostics Deutschland, 6. April 2013, DGIM-Kongress, Wiesbaden
  2. Heneghan et al. Lancet 2012;379:322-34.
  3. Koertke H, Koerfer R. Ann Thorac Surg 2001;72:44-8.
  4. Connolly SJ et al. N Engl J Med 2009;361:1139-51.
  5. Patel MR et al. N Engl J Med 2011;365:883-91.
  6. Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2012; Version 1.0.
  7. Wallentin L et al. Lancet 2011;376:975-83.
  8. Camm A et al. Eur Heart J 2010;31:2389-2429.
  9. Taborski U et al. Semin Thromb Hemost 1999;25(1):103-7.

  

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Infektionskrankheiten, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie neurologische Erkrankungen. Roche ist führend im Diabetesmanagement und auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2012 beschäftigte Roche weltweit über 82.000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,5 Milliarden Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 14.000 Mitarbeitende. Für weitere Informationen: www.roche.com  und www.roche.de

 

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 


 

Quelle: Roche Diagnostics, 06.05.2013 (tB).