Gastroenterologie

microbiotica logoJahrestagung der DGVS

Neue Therapiemethoden unter der Lupe:
Mikrobiom-Modulation bei Darmerkrankungen

München (4. Oktober 2018) - Über neue Wege bei der Therapie von Darmerkrankungen referierten international renommierte Experten aus interdisziplinärer Forschung, Klinik und Praxis im Rahmen des Symposiums der Microbiotica GmbH auf der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)*. Dabei klar im Vordergrund: Das Darmmikrobiom und seine Rolle bei gastrointestinalen Erkrankungen, wie dem Reizdarmsyndrom (RDS), der symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit (SUD), Clostridium difficile-Infektionen (CDI) sowie Colitis ulcerosa (CU) und Pouchitis. Die gezielte Modulation des Mikrobioms durch eine Behandlung mit spezifischen, evidenzbasierten Bakterienstämmen gilt als vielversprechender Therapieansatz, denn ein intaktes Darmmikrobiom schützt gegen die Ansiedlung pathogener Keime und trägt damit erheblich zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere und Funktionalität des Immunsystems bei.1-4 Darüber hinaus können die stammspezifischen funktionellen Eigenschaften, wie die Anregung der Mukosaproduktion oder Hemmung von Entzündungsreaktionen der Darmschleimhaut, direkten Einfluss auf die jeweils vorherrschende Pathophysiologie nehmen. Die wachsende Bedeutung der Darm-Mikrobiota zeigt sich in der exponentiell ansteigenden Zahl experimenteller und klinischer Publikationen. Mit ihnen steigt auch das Evidenzlevel für die Behandlung mit Mikrobiotika, die bereits vermehrt als wirksame Therapieoption Einzug in die unterschiedlichen Leitlinien finden.

Therapie der Gluten-/Weizensensitivität

Neue Daten zur Veränderung des Mikrobioms unter Low-FODMAP- und glutenfreier Ernährung

München (13. September 2018) - Der Personenkreis, der nach dem Verzehr von Getreide- und speziell Weizenhaltigen Produkten klinische Beschwerden aufweist, steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an. Bei bestimmten gastrointestinalen Erkrankungen werden ungünstige Veränderungen des intestinalen Mikrobioms beobachtet. Eine neue Studie belegt nun, dass eine Ernährung, die auf Gluten und FODMAPs verzichtet, bei Patienten mit Gluten-/Weizensensitivität zu einer optimierten Zusammensetzung des Mikrobioms und zu einer Besserung der Symptomatik führen kann. Ergebnisse dieser Studie wurden auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) diskutiert. Auch beim Reizdarm-Syndrom können mit diesen diätetischen Maßnahmen gute Erfolge erzielt werden.

4 Jahre Erfahrung mit Vedolizumab (Entyvio®)

First-Line-Biologikum bei Colitis ulcerosa
und Morbus Crohn in Klinik und Praxis

München (13. September 2018) – Bei Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC) sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium, im „window of opportunity“, eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit zum Einsatz kommen, um Krankheitsprogression und Kompli-kationen zu verhindern.1 Der seit 2014 in Europa zugelassene darmselektiv wirkende2 α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®*) nimmt hierbei im Therapiealgorithmus einen wichtigen Stellenwert ein. Klinische Studien bestätigen Vedolizumab eine gute Langzeit-Wirk-samkeit und -Sicherheit in der Therapie von erwachsenen CU- und MC-Patienten und unter-mauern zudem den Einsatz bei Biologika-naiven Patienten.3-5 Real-World-Daten unterstützen diese Ergebnisse und geben neue Impulse für die moderne Behandlung dieser Erkrankungen.6-10 Vedolizumab wird sowohl in den Europäischen CU- und MC-Leitlinien11,12 als auch in der neuen S3-Leitlinie Colitis ulcerosa13 der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) u. a. als ein First-Line-Biologikum empfohlen.

Anlässlich des DGVS-Kongresses berichteten und diskutierten Experten über neue Erkenntnisse und praktische Aspekte zur Behandlung von Eisenmangel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.


Eisenmangel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erhöht den Leidensdruck

 

  • Bis zu 80 % der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) weisen einen Eisenmangel und etwa ein Drittel eine Anämie auf.1 Für die Patienten bedeutet dies eine erhebliche Erhöhung des Leidensdrucks und eine Einbuße an Lebensqualität.2,3 Prognose und Produktivität verschlechtern sich zudem.3
  • Um dieser zusätzlichen Patientenbelastung entgegenzuwirken, befürworten aktuelle Leitlinien zur Eisensubstitution bei CED-Patienten mit Eisenmangel(-Anämie) eine i.v. Eisengabe zumindest bei ausgeprägter Krankheitsaktivität4, Unverträglichkeit von oralem Eisen2,4,5, Hb-Werten < 10 g/dl2,4,5 und Bedarf für Erythropoese-stimulierende Agentien.2,4
  • Umfangreiche Evidenz-basierte Studiendaten zeigen den klinischen Nutzen einer i.v. Eisentherapie mit Eisencarboxymaltose (ferinject®) bei CED-Patienten mit Eisenmangel (-Anämie)6-9, einschließlich Verbesserungen der Lebensqualität.7,9

 

München (11. September 2018) - Eisenmangel ist keine Seltenheit bei gastroenterologischen Erkrankungen. Zwischen 60 % und 80 % der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, leiden an einem Eisenmangel und etwa ein Drittel weist eine Anämie auf.1 Die Anämie mit all ihren potenziellen negativen Konsequenzen ist die häufigste systemische Komplikation und extraintestinale Manifestation bei CED2,3; sie wird in bis zu 90 % der Fälle durch ein Eisendefizit verursacht.10 Patienten mit CED sollten daher hinsichtlich eines Eisenmangels regelmäßig überwacht und ggf. adäquat behandelt werden, betonten Experten übereinstimmend auf einer Pressekonferenz von Vifor Pharma und Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Verdauung und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in München statt. 
 

Studien-Update 2017

Neue Analysedaten bestätigen Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit von Vedolizumab in der Therapie von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn bei Erwachsenen

 

Berlin (30. Januar 2018) – Für die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist eine effektive und generell gut verträgliche Therapie sinnvoll, die frühzeitig und als Langzeit-Anwendung eingesetzt werden kann. Ziel ist es, eine anhaltende Remission und Mukosaheilung zu erreichen sowie die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen.1 Eine wichtige Option in der CED-Therapie ist der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®).2 Vedolizumab ist in Europa zuge-lassen für erwachsene Patienten mit mittelschweren bis schweren aktiven Formen von Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC), bei denen konventionelle Therapien oder Tumor-nekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten versagt haben, die darauf nur unzureichend anspre-chen oder bei denen eine Unverträglichkeit vorliegt.2 Neue Post-hoc-Analysen und Studien-ergebnisse bestätigen die Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit von Vedolizumab und legen den frühzeitigen Einsatz von Vedolizumab bei CED als First-Line-Biologikum nach konventioneller Therapie nahe.3-9

Darvadstrocel (Alofisel®*) – erste allogene Stammzelltherapie zur Behandlung von komplexen perianalen Fisteln bei Morbus Crohn

Berlin (4. Mai 2018) – Die allogene mesenchymale Stammzelltherapie Darvadstrocel (Alofisel®) hat im März 2018 die Zulassung zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit perianalen Fisteln bei nicht-aktivem/gering aktivem luminalem Morbus Crohn erhalten, wenn die Fisteln auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie unzureichend angesprochen haben.1 Für Patienten mit komplexen perianalen Fisteln, die als belastende und die Lebensqualität massiv einschränkende Komplikation bei Morbus Crohn auftreten,2 bedeutet die Zulassung eine vielversprechende Behandlungsalternative zu den gängigen medikamentösen und chirurgischen Therapieoptionen. In der Zulassungsstudie ADMIRE-CD zeigte Darvadstrocel eine signifikante klinische Wirksamkeit bei günstigem Risikoprofil.2 Im Rahmen der Launch-Pressekonferenz beleuchteten Experten unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Axel Dignaß, Frankfurt, die Herausforderungen bei der konservativen sowie chirurgischen Behandlung des perianal fistulierenden Morbus Crohn, die Notwendigkeit eines interdisziplinären Therapiekonzeptes und erläuterten anhand der Studienpräsentation den Stellenwert der neuen Stammzelltherapie Darvadstrocel.

124. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM): Nachhaltige Behandlungskonzepte bei CED

Frühzeitiger Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Mannheim (16. April 2018) – Ein wesentliches Ziel in der Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist für den behandelnden Arzt neben der Remission die endoskopisch bestätigte Mukosaheilung.1 Um das Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden und Komplikationen zu vermeiden, sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium im „window of opportunity“2 eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit – wie der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®*)3 – zum Einsatz kommen. Neue Real-World-Daten bestätigen für Morbus Crohn, dass es unter einer frühzeitigen Behandlung mit Vedolizumab häufiger zu Remission und endoskopischer Heilung kommt als bei einem späteren Behandlungsbeginn.4 Für den Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum sprechen weitere Real-World-Daten, die unter Vedolizumab höhere endoskopische Heilungsraten verzeichnen als unter einer Anti-TNF-Behandlung5,6. Zusätzlich zu den klinischen Zielen gilt es aber auch, die Therapieziele aus Patientensicht wie rasche Symptomfreiheit und insbesondere die Wiederherstellung der Lebensqualität zu erreichen.1 Für Patienten ist zudem die Sicherheit einer Therapie von großer Bedeutung. Eine neue Meta-Analyse bestätigte das günstige Nutzen-Risiko-Profil von Vedolizumab in der Langzeit-Therapie bei CU und MC in der Versorgungsrealität.7 Für ein individuell auf den Patienten zugeschnittenes Behandlungskonzept ist es erforderlich, die „Perspektiven“ von Arzt und Patient gleichermaßen zu berücksichtigen.

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Nachhaltige Behandlungskonzepte bei CED – frühzeitiger Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Mannheim (16. April 2018) – Ein wesentliches Ziel in der Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist für den behandelnden Arzt neben der Remission die endoskopisch bestätigte Mukosaheilung.1 Um das Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden und Komplikationen zu vermeiden, sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium im „window of opportunity“2 eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit – wie der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®*)3 – zum Einsatz kommen. Neue Real-World-Daten bestätigen für Morbus Crohn, dass es unter einer frühzeitigen Behandlung mit Vedolizumab häufiger zu Remission und endoskopischer Heilung kommt als bei einem späteren Behandlungsbeginn.4 Für den Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum sprechen weitere Real-World-Daten, die unter Vedolizumab höhere endoskopische Heilungsraten verzeichnen als unter einer Anti-TNF-Behandlung5,6. Zusätzlich zu den klinischen Zielen gilt es aber auch, die Therapieziele aus Patientensicht wie rasche Symptomfreiheit und insbesondere die Wiederherstellung der Lebensqualität zu erreichen.1 Für Patienten ist zudem die Sicherheit einer Therapie von großer Bedeutung. Eine neue Meta-Analyse bestätigte das günstige Nutzen-Risiko-Profil von Vedolizumab in der Langzeit-Therapie bei CU und MC in der Versorgungsrealität.7 Für ein individuell auf den Patienten zugeschnittenes Behandlungskonzept ist es erforderlich, die „Perspektiven“ von Arzt und Patient gleichermaßen zu berücksichtigen.

Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2018

Ernährungstherapie kann beim Reizdarm-Syndrom viel bewirken

  • Low FODMAP-Diät und glutenfreie Ernährung sind erfolgversprechend

Mannheim (15. April 2018) - Beim Reizdarmsyndrom hat die Ernährungstherapie einen wichtigen Stellenwert. Nach einer Anamnese wird für den Patienten eine individuelle Ernährungstherapie definiert. Neben weiteren Ernährungsmaßnahmen führt eine FODMAP-arme oder eine glutenfreie Diät häufig zum Erfolg. Darauf wiesen Experten in einem von Dr. Schär unterstützten Symposium im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin.

Microbiotica_LogoNeue Möglichkeiten einer effektiven C. difficile-Risikoreduktion und weitere Lösungsansätze

Mikrobiom-Modulation als zukunftsweisendes Therapiekonzept

Mannheim (14. April 2018) - Ein intaktes Darmmikrobiom weist eine natürliche Kolonisationsresistenz gegen pathogene Keime auf. Durch diese Funktion trägt das intestinale Mikrobiom erheblich zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere und Funktionalität des Immunsystems bei.1-4 Was passiert jedoch, wenn durch den Einsatz von Breitband-Antibiotika das Mikrobiom stark beeinträchtigt wird und seine Funktionen für Darm und Immunsystem nicht mehr ausüben kann? Pathogene Keime wie Clostridium difficile (C. difficile) können sich verstärkt ausbreiten und zu Veränderungen an der Darmbarriere führen.5 Etwa jeder zweite Antibiotika-Patient erleidet eine Antibiotika-assoziierte Diarrhoe (AAD) und jeder 100. Krankenhausaufenthalt führt zu einer C. difficile-Infektion (CDI).6,7

ECCO-Kongress 2018

Vedolizumab als First-Line-Biologikum im Vergleich zu TNF-Antagonisten im klinischen Alltag bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Berlin (28. März 2018) – Eine wichtige Option in der Therapie chronisch-entzündlicher Darm-erkrankungen (CED) ist der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®).1 Neue Daten zeigen, dass es unter Vedolizumab bei Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC) häufiger zu endoskopischer Heilung kommt als unter einer Anti-TNF-Behandlung2,3, was für den Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum nach konven-tioneller Therapie spricht. Ein wesentliches Ziel in der CED-Therapie ist die Mukosaheilung: Das Erreichen der Symptomfreiheit genügt alleine nicht, wichtig ist zusätzlich eine objektive Bestätigung, dass die Entzündung im Darm abgeklungen ist.4 Um das Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden, sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium im „window of opportunity“5 eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit zum Einsatz kommen. Zur Wiederherstellung der Lebensqualität des Patienten, dem obersten Ziel in der CED-Behand-lung, müssen die klinische und endoskopische Remission, aber gleichzeitig auch die Patient-reported Outcomes (PRO) erreicht werden.4 Auf dem Kongress der European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) wurden zahlreiche Studien zu diesen Themen vorgestellt, die letztlich dazu beitragen werden, mehr über den Einsatz von Biologika – wie z. B. Vedolizumab – und deren Wirksamkeit und Sicherheit zu lernen.