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20 | 09 | 2018
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Anlässlich des DGVS-Kongresses berichteten und diskutierten Experten über neue Erkenntnisse und praktische Aspekte zur Behandlung von Eisenmangel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.


Eisenmangel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erhöht den Leidensdruck

 

  • Bis zu 80 % der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) weisen einen Eisenmangel und etwa ein Drittel eine Anämie auf.1 Für die Patienten bedeutet dies eine erhebliche Erhöhung des Leidensdrucks und eine Einbuße an Lebensqualität.2,3 Prognose und Produktivität verschlechtern sich zudem.3
  • Um dieser zusätzlichen Patientenbelastung entgegenzuwirken, befürworten aktuelle Leitlinien zur Eisensubstitution bei CED-Patienten mit Eisenmangel(-Anämie) eine i.v. Eisengabe zumindest bei ausgeprägter Krankheitsaktivität4, Unverträglichkeit von oralem Eisen2,4,5, Hb-Werten < 10 g/dl2,4,5 und Bedarf für Erythropoese-stimulierende Agentien.2,4
  • Umfangreiche Evidenz-basierte Studiendaten zeigen den klinischen Nutzen einer i.v. Eisentherapie mit Eisencarboxymaltose (ferinject®) bei CED-Patienten mit Eisenmangel (-Anämie)6-9, einschließlich Verbesserungen der Lebensqualität.7,9

 

München (11. September 2018) - Eisenmangel ist keine Seltenheit bei gastroenterologischen Erkrankungen. Zwischen 60 % und 80 % der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, leiden an einem Eisenmangel und etwa ein Drittel weist eine Anämie auf.1 Die Anämie mit all ihren potenziellen negativen Konsequenzen ist die häufigste systemische Komplikation und extraintestinale Manifestation bei CED2,3; sie wird in bis zu 90 % der Fälle durch ein Eisendefizit verursacht.10 Patienten mit CED sollten daher hinsichtlich eines Eisenmangels regelmäßig überwacht und ggf. adäquat behandelt werden, betonten Experten übereinstimmend auf einer Pressekonferenz von Vifor Pharma und Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Verdauung und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in München statt. 
 


Analog zu den zahlreichen Funktionen von Eisen im Organismus stellen sich die Auswirkungen des Eisendefizits – auch ohne begleitende Anämie – vielgestaltig dar und können die Patienten im Alltag stark beeinträchtigen. Mögliche Symptome sind Erschöpfung10 und Fatigue2,10, kognitive Einschränkungen2,10, Kopfschmerzen2,10, Schlafprobleme2, erhöhte Infektanfälligkeit10 sowie Störungen der Schleimhautregeneration10. Da Symptome wie Fatigue, reduzierte Belastungsfähigkeit und eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit häufige Begleiter von CED sind, besteht die Gefahr, den  Eisenmangel zu übersehen.11 Bleibt der Eisenmangel unbehandelt, kann der Weg in die Eisenmangelanämie führen.10 Diese ist dann bei den ohnehin krankheitsbedingt belasteten Patienten mit einer Reduktion der Lebensqualität10 sowie der Arbeitsfähigkeit verbunden und zudem mit erhöhten Hospitalisierungsraten assoziiert2.
 
 
CED-bedingter Eisenmangel: Ein komplexes Geschehen mit vielen Faktoren
 
CED-bedingter Eisenmangel ist komplex und multifaktoriell bedingt, wie Prof. Jan Wehkamp (Medizinische Universitätsklinik Tübingen) erläuterte. Mögliche Ursachen sind verringerte Eisenzufuhr, verminderte Resorption über die geschädigte Darmmukosa und/oder erhöhter Eisenverlust durch gastrointestinale Blutungen.2,3,12 Hinzu kommt, dass bei (chronischen) entzündlichen Prozessen nicht genügend Eisen zur Verfügung gestellt werden kann.3,13 Die systemische Eisenhomöostase wird maßgeblich durch das Peptidhormon Hepcidin beeinflusst. Bei entzündlichen Erkrankungen werden proinflammatorische Zytokine freigesetzt und stimulieren die Hepcidin-Synthese. Hepcidin wiederum induziert einen Abbau des membranständigen Eisentransporters Ferroportin, so dass die Freisetzung aus den Speichern und die Eisenaufnahme im Dünndarm deutlich verringert werden. Als negative Folge für den Patienten entwickelt sich zunächst ein Eisenmangel und schließlich eine Anämie. Man spricht dann von einer Anämie der chronischen Erkrankung.3,13
 
Diesem belastenden pathologischen Geschehen sollte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, als dies bisher der Fall war. Wer CED effektiv behandeln will, muss immer auch Eisenmangel und Anämie im Blick behalten, darüber waren sich die Spezialisten in München einig.
 
 
Klare Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Eisenmangel(-Anämie) umsetzen
 
Entsprechend der großen Bedeutung des Eisendefizits für den Krankheitsverlauf und den Patientenalltag hat die European Crohn's and Colitis Organisation (ECCO) eine Konsensusleitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Eisenmangel und (Eisenmangel-)Anämie bei CED2 herausgegeben. Demnach sollten alle Patienten mit CED auf das Vorliegen einer Anämie untersucht werden, wie Prof. Joachim Labenz (Diakonie Klinikum Jung-Stilling, Siegen) betonte. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordert in ihren Leitlinien zur Colitis ulcerosa4 sowie zum M. Crohn5 bereits initial eine Blutbilddiagnostik einschließlich des Eisenhaushaltes vorzunehmen. Der Experte wies darauf hin, dass noch mehr CED-Patienten mit Eisenmangel von einer leitliniengerechten Diagnostik profitieren könnten; die Umsetzung in der Praxis müsse dafür noch konsequenter werden.
 
Dies sollte nicht schwer zu erreichen sein, da die Diagnostik wenige gezielte Parameter umfasst: neben dem Blutbild sind dafür Serum-Ferritin, Transferrin-Sättigung (TSAT) und C-reaktives Protein (CRP) zu bestimmen.2,3 Das Serum-Ferritin ist der sensitivste Marker für den Eisenstoffwechsel und korreliert (bei Gesunden) mit dem Speichereisen. Die TSAT ist ein Maß für den beladenen Anteil des Eisentransportproteins Transferrin und damit für die Versorgung der Erythropoese mit Eisen.2 Die Bestimmung des Entzündungsmarkers CRP ist für die richtige Interpretation des Serum-Ferritins von Bedeutung, welches bei Vorliegen einer Entzündung (falsch positiv) erhöht sein kann.3 Ein Eisendefizit bei CED ist abhängig vom Entzündungsgrad definiert: Für Patienten ohne klinische, endoskopische oder biochemische Anzeichen für eine aktive CED gilt ein Serum-Ferritin-Wert von < 30 μg/l als Kriterium für Eisenmangel. Bei aktivem Verlauf weist auch eine Konzentration zwischen 30 – 100 µg/l auf ein Eisendefizit hin. Liegt die TSAT bei < 20 % bei gleichzeitigem Serum-Ferritin >100 µg/l, ist dies indikativ für eine Anämie der chronischen Erkrankung.2,3
 
 
Orale Eisensubstitution stößt an Grenzen
 
Um das Befinden der chronisch Kranken positiv zu beeinflussen empfiehlt der ECCO-Konsensus bei allen CED-Patienten mit manifester Eisenmangelanämie die Eisensubstitution.2 Diese kann jedoch auch bereits bei isoliertem Eisenmangel sinnvoll sein.14 Ziel der Therapie ist die Restitution der Eisenspeicher und die Normalisierung des Hämoglobin (Hb)-Wertes.1,3 Prinzipiell stehen orale und intravenöse (i.v.) Eisenpräparate zur Verfügung*.
 
Laut ECCO ist eine orale Eisensubstitution geeignet, wenn Patienten eine milde Anämie sowie eine klinisch inaktive Grunderkrankung aufweisen und zuvor keine Unverträglichkeit von oralem Eisen hatten.2 Die orale Gabe kann jedoch mit Einschränkungen einhergehen. Dazu zählen neben einer verminderten enteralen Resorption aufgrund der geschädigten Darmmukosa2,15 auch Interaktionen mit Nahrung, Getränken und Arzneimitteln13 sowie gastrointestinale Unverträglichkeiten wie Übelkeit, Schmerzen, Obstipation oder Diarrhö16. Resorptionsraten und gastrointestinale Verträglichkeit variieren in Abhängigkeit von der Formulierung.16 Daten aus tierexperimentellen und klinischen Studien deuten darauf hin, dass nicht resorbiertes Eisen im Darmlumen zu potenziell schädlichen Veränderungen der Darmmikrobiota und zu einer Zunahme der intestinalen Entzündungsaktivität führen kann.3,11,17 Durch die erhöhte Entzündungsaktivität im Darmlumen wird wiederum die Resorption weiter eingeschränkt.11 In Summe könnten sich all diese Veränderungen auch auf die Krankheitsaktivität der CED auswirken.11
 
Demgegenüber wird eine i.v. Eisentherapie* von CED-Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber oralem Eisen im Allgemeinen besser vertragen und ist effektiver, etwa in Bezug auf ein Anheben des Serum-Ferritins.2,15,18,19 Einer Befragung von 631 CED-Patienten zufolge führte sie zudem zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit.20 Die ECCO empfiehlt eine i.v. Eisengabe bei CED-Patienten mit klinisch aktiver Erkrankung, Unverträglichkeit von oralem Eisen, bei Hb-Werten < 10 g/dl sowie bei Bedarf für Erythropoese-stimulierende Agentien.2 Ähnliche Empfehlungen enthalten die aktuellen deutschsprachigen S3-Leitlinien zur Behandlung von Colitis ulcerosa4 bzw. M. Crohn5. Sie nennen zusätzlich Nichtansprechen auf orales Eisen4,5 sowie Patientenpräferenz4 als Indikationen für eine i.v. Eisengabe.
 
 
Studien zeigten: Verbesserung der Lebensqualität durch i.v. Eisencarboxymaltose
 
ferinject® ist zur i.v. Behandlung von Eisenmangelzuständen indiziert, wenn orale Eisenpräparate unwirksam sind oder nicht angewendet werden können.21 Unter den verfügbaren i.v. Eisenpräparaten weist Eisencarboxymaltose (ferinject®) eine Reihe von Besonderheiten auf, von denen Ärzte und Patienten im Praxisalltag profitieren können. Die stabile Carboxymaltose-Hülle, die bei ferinject® den Eisenkomplex umgibt, reguliert die Eisenfreisetzung und ermöglicht damit eine adäquate Eisendosierung. Nach Abbau der Hülle wird das Eisen nur langsam freigesetzt und nahezu vollständig an Transferrin gebunden.22 Eisencarboxymaltose lässt sich in einer adäquaten Dosis (initial bis zu 1.000 mg) über einen kurzen Zeitraum (15 Min. Applikation + 30 Min. Nachbeobachtung) verabreichen.21 Abhängig vom individuellen Eisenbedarf kann schon eine einzige Dosis ausreichen, um ein Eisendefizit nachhaltig auszugleichen.22 Die Dextranfreiheit von Eisencarboxymaltose bietet den Vorteil, dass keine dextraninduzierten anaphylaktischen Reaktionen (DIAR) provoziert werden.22
 
Die Evidenz-basierten klinischen Studiendaten belegen den Nutzen der Gabe von Eisencarboxymaltose bei CED-Patienten mit Eisenmangelanämie6-9 – sowohl im Vergleich zu Placebo6 als auch zu i.v. Eisensucrose7. Die i.v. Eisengabe führte innerhalb von 12 Wochen bei einem Großteil der Patienten zur Normalisierung der Hb-Werte und zu einer Verbesserung der Lebensqualität.7 Damit wird für viele CED-Patienten ein wichtiges Therapieziel in greifbare Nähe gerückt, so die Schlussfolgerung der Experten.
 
In einer Metaanalyse gingen die Daten von fünf randomisierten kontrollierten Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von i.v. Eisen bei 1.143 anämischen CED-Patienten ein. Dort erwies sich Eisencarboxymaltose als das effektivste i.v. Eisenpräparat in Bezug auf eine Hb-Normalisierung –einen Hb-Anstieg um mindestens 2 g/dl – gefolgt von Eisensucrose. Dabei traten mit Eisencarboxymaltose tendenziell weniger unerwünschte Ereignisse auf als bei den anderen i.v. Eisenpräparaten.23
 
Das Fazit der Experten fiel eindeutig aus: Moderne CED-Therapie muss den Eisenmangel mit oder ohne Anämie ins Kalkül ziehen und mit einer entsprechenden Therapie darauf reagieren. Nach der aktuellen Datenlage kann bei den betroffenen Patienten mit Eisencarboxymaltose die Krankheitslast gemildert6-9 und die Lebensqualität verbessert werden7,9.
 
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Die Vifor Pharma Gruppe, ehemals Galenica Gruppe, ist ein globales Spezialitäten-Pharmaunter-nehmen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, globale Marktführerin in den Bereichen Eisenmangel, kardio-renaler Therapien und Nephrologie zu werden. Das Unternehmen ist der bevorzugte Partner für Spezialitäten-Pharmaprodukte und innovative patientenorientierte Lösungen. Die Vifor Pharma Gruppe will Patienten mit schweren und chronischen Krankheiten auf der ganzen Welt helfen, ein Leben in besserer Gesundheit zu führen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte für eine optimale Patientenversorgung.
 
Die Vifor Pharma Gruppe nimmt in all ihren Kerngeschäften eine führende Position ein und besteht aus den folgenden Unternehmen: Vifor Pharma, Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (ein gemeinsam mit Fresenius Medical Care geführtes Unternehmen), Relypsa und OM Pharma. Die Vifor Pharma Gruppe hat ihren Hauptsitz in der Schweiz und ist an der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange, VIFN, ISIN: CH0364749348) kotiert.

 

 

Vifor Pharma, ein Unternehmen der Vifor Pharma Gruppe mit Sitz in Zürich, ist die weltweit führende Gesellschaft in der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten zur Behandlung von Eisenmangel. Das Unternehmen bietet zudem ein diversifiziertes Portfolio an verschreibungs- (Rx) und nichtverschreibungspflichtigen (OTC) Medikamenten an.
Vifor Pharma baut seine globale Präsenz laufend aus und verfügt über ein umfassendes, weltweites Netzwerk aus Tochtergesellschaften und Partnern.

 

 

ferinject® (US-Markenname: Injectafer®) ist ein innovatives, dextranfreies#, intravenös zu verabreichendes Eisenpräparat, das von Vifor Pharma, erforscht und entwickelt wurde. Eisencarboxymaltose ist der pharmazeutische Wirkstoff von ferinject®. Bislang ist ferinject® in 72 Ländern weltweit für die Behandlung von Eisenmangelzuständen zugelassen, wenn orale Eisenpräparate unwirksam sind oder nicht angewendet werden können. Die Diagnose eines Eisenmangels muss durch geeignete Laboruntersuchungen bestätigt sein.
 
 
Anmerkungen

  • * Intravenöse Eisenpräparate sind zugelassen zur Behandlung von Eisenmangelzuständen, wenn orale Eisenpräparate unwirksam sind oder nicht angewendet werden können.
  • # Dextran-haltige Präparate haben das Potential, mit prä-formierten Anti-Dextran-Antikörpern zu reagieren und Dextran-induzierte anaphylaktische Reaktionen (DIAR) auszulösen.

 

 

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Quelle: Vifor Pharma, 11.09.2018 (tB).

 
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