Home Innere Medizin Gastroenterologie Wissenschaftliches Symposium Iberogast 2016 - Neue Erkenntnisse zu Magen und Darm: Wissenschaftliches Symposium behandelt Gastro-Themen der Zukunft
19 | 10 | 2017
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Neue Erkenntnisse zu Magen und Darm: Wissenschaftliches Symposium behandelt Gastro-Themen der Zukunft

                          • Mikrobiom: Studien legen Einfluss des Mikrobioms auf Prozesse der Verdauung, des Stoffwechsels und des Immunsystems nahe
                          • Ernährung für Magen und Darm: Durch ungesundes Ernährungsverhalten ist ein Ansteigen von Magen-Darm-Erkrankungen wahrscheinlich
                          • Funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen: Bei multiplen Symptomatiken empfiehlt sich die Multi-Target-Behandlung
                          • Reizdarm und Reizmagen: Die Iberis-amara-Kombination wird für beide Indikationen als Behandlung in nationalen und internationalen Leitlinien aufgeführt

Hamburg (24. September 2016) – Ob Mikrobiom, Magen-Darm-schonende Ernährung oder Reizdarm – vielfältige Themen aus der gastroenterologischen Praxis standen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Symposiums „Der vernetzte Magen-Darm-Trakt – Der etwas andere Dialog über Magen und Darm“. Zu diesem hatte Bayer Vital am 24. September 2016 im Rahmen der DGVS-Jahrestagung ins Radisson Blu Hotel in Hamburg geladen. In Form von Dialogreferaten trugen neun hochkarätige Experten spannende und teils auch gegensätzliche Positionen zu aktuellen Fragestellungen vor, die sie mit den Teilnehmern diskutierten.

In der gastroenterologischen Forschung ist der Zusammenhang von Psyche und Mikrobiom seit Jahren ein kontrovers diskutiertes Thema. Der Beschreibung der dahinter stehenden Wirkungsmechanismen widmete sich einer der beiden Chairmen der Veranstaltung, Prof. Peter Malfertheiner, Magdeburg. „Die Tatsache, dass das Mikrobiom in seiner Gesamtheit an Zellen und Genen die des Wirtes um ein Vielfaches übersteigt, gibt einen ersten Hinweis darauf, dass es bedeutende Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben muss“, erläuterte Malfertheiner. Studien würden eine wesentliche Beteiligung des Darm-Mikrobioms nicht nur an Prozessen des Verdauungs­systems nahelegen, sondern auch von Stoffwechsel und Immunsystem.

Das im gastroenterologischen Alltag häufig auftauchende Reizdarmsyndrom beispiels­weise könne durch eine Reihe von Störungen unterschiedlichen Ursprungs entlang der Hirn-Darm-Mikrobiom-Achse ausgelöst werden, mit einem möglichen Ausgangspunkt im zentralen Nervensystem oder im Darm. Der weiteren Erforschung des Mikrobioms maß Malfertheiner eine hohe Bedeutung zu.

Vor zu großer Euphorie warnte sein Dialogreferats-Partner Prof. Paul Enck, Tübingen, und verwies auf die bislang noch unzureichende Studienlage. Dass eine Manipulation des Mikrobioms durch Probiotika auch bei Erkrankungen des ZNS helfen könne, sei etwa bisher nur eine Spekulation. „Bislang ist nicht überzeugend belegt, dass Probiotika per se von Nutzen sind für ZNS-gesteuerte Funktionen. Die gegenwärtige Datenlage zum Zusammenhang zwischen Mikrobiota und Psyche wird kritisch evaluiert werden.“


Die Macht der Ernährung

Wie sich die Entwicklung der Esskultur im Laufe der Jahrhunderte auf die Gesundheit, vor allem auf die des Magen-Darm-Traktes, niederschlägt, führte Prof. Stephan C. Bischoff, Hohenheim, mit Blick auf die Historie aus. Die Gegenwart sei gekennzeichnet durch das Bestreben nach Optimierung der Esskultur. Daraus würden Trends hervorgehen, die sich nicht zwangsläufig positiv auf die Gesundheit auswirken könnten, so Bischoff: „Vielmehr muss befürchtet werden, dass durch Fehlernährung neue Gesundheitsprobleme geschaffen werden.“ Seine Prognose: Das Ansteigen zahlreicher Erkrankungen, beispielsweise im Darmbereich.

Mit der Frage, ob die Zugabe von Gewürzen zum Essen, wie es vor über 200 Jahren auf Grundlage der damaligen medizinischen Lehre Usus war, eine Renaissance erfahren wird, beschäftigte sich der Vortrag von Prof. Josef Matzerath, Dresden. Dieser konstatierte dringenden Forschungsbedarf: „Erst in den letzten Jahrzehnten gibt es ernsthafte Neuansätze, die aber eher neue Genussdimensionen erschließen wollen und die weniger reflektieren, welche Wirkungen Gewürze für den Magen-Darm-Trakt haben.“


Die Therapie funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen

Neben den exogenen Ursachen standen auch die Maßnahmen zur Bekämpfung von Magen-Darm-Erkrankungen im Fokus. Dr. Martin Strauch, Ottobrunn, empfahl in seinem Referat das Vorgehen gemäß dem therapeutischen Rad. Von zentraler Bedeutung sei eine umfassende Diagnostik. Strauch verdeutlichte diesen Aspekt an einer deutschland­weiten Befragung zum Thema Magenbeschwerden. 65 Prozent der Befragten hatten dabei Sodbrennen als ein Symptom angegeben. Unter ihnen litt der überwiegende Teil jedoch zusätzlich unter Magenfunktionsbeschwerden – klares Indiz für eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung.

Die zwei Gruppen von Betroffenen würden nach einem jeweils unterschiedlichen Therapieansatz verlangen: „Während die Menschen mit alleinigem Sodbrennen mit PPI optimal therapiert werden können, handelt es sich bei der Gruppe Sodbrennen plus Funktionsstörung um Patienten mit Funktioneller Dyspepsie“, erklärte Strauch. Hier würden weitere Maßnahmen erforderlich wie Ernährungsumstellung oder die Phytotherapie, zum Beispiel mit Iberogast®.


Gemeinsame Pathomechanismen und Ursachen

Mit den gemeinsamen Pathomechanismen funktioneller Erkrankungen und ihren Ansatzpunkten für eine Multi-Target-Behandlung und Phytotherapie beschäftigten sich in ihrem Dialogreferat „Zielstrukturen und Effekte im Magen und Darm“ Dr. Heba Abdel-Aziz, Darmstadt, und Prof. Martin Kreis, Berlin.

Sowohl beim Reizdarm als auch beim Reizmagen trete unter anderem eine Modulation der Sensibilität auf, die durch eine intestinale afferente Hypersensibilität gekennzeichnet sei. „Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass ein Teil der Patienten, die unter dem Reizdarmsyndrom leiden, dieses offenbar nach einer früheren akuten Gastroenteritis entwickeln“, zeigte Abdel-Aziz auf. Kreis ergänzte: „Der heute akzeptierte pathophysio­logische Mechanismus scheint eine viszerale Hypersensibilität zu sein, das heißt, dass Reizdarm- und Reizmagenpatienten physiologische Reize aus dem GI-Trakt, die beim Gesunden nicht bewusst als Schmerz perzeptiert werden, vermehrt wahrnehmen, so dass daraus ein Leidensdruck entsteht.“

Um effektiv gegenzusteuern, biete sich eine Multi-Target-Therapie mit der Iberis-amara-Kombination (STW 5) an, deren vielfältige Zielstrukturen denen eines klassischen pharmakologischen Therapieansatzes mit molekularer Modulation einzelner Rezeptoren überlegen zu sein scheinen. „Für die Iberis-amara-Kombination und deren Komponenten konnten beispielsweise afferente Nervenfaserendigungen als Zielstrukturen identifiziert werden. Hier wurde in vivo und in vitro gezeigt, dass die afferente Sensibilität teils selektiv für unterschiedliche Subpopulationen für afferente Nervenfasern erfolgt“, so Kreis. Daneben seien eine spasmolytische Wirkung auf die spastische glatte Muskulatur des Gastrointestinaltraktes, eine tonisierende Wirkung auf die atone Muskulatur, ein stimulierender Effekt bei reduzierter Schleimproduktion sowie ein hemmender Effekt bei Hyperazidität und anti-entzündliche Wirkungen nachweisbar.


Differentialdiagnostik von Reizdarm und Reizmagen

Welche differentialdiagnostische Unterscheidung zwischen Reizmagen- und Reizdarmsyndrom getroffen werden kann, erläuterten der zweite Chairman, Prof. Hans-Dieter Allescher, Garmisch-Partenkirchen, und Prof. Ahmed Madisch, Hannover. Letzterer konstatierte Gemeinsamkeiten in den zugrunde liegenden pathophysiologischen Störungen, wie viszerale Hypersensitivität, Motilitätsstörungen und Mikroinflammation. Auch würden sich Reizdarm und Funktionelle Dyspepsie durch eine starke Überlappung der Symptomatik auszeichnen. Unterschiede lägen hingegen in der Lokalisierung der Beschwerden: Beim Reizmagensyndrom bezögen sich diese überwiegend auf den Oberbauch mit Beschwerden wie Oberbauchschmerz, Völlegefühl, frühem Sättigungsgefühl und Übelkeit, während das Reizdarmsyndrom neben abdominellen Schmerzen als Leitsymptome durch Blähungen und Völlegefühl und/oder Stuhlgangsveränderungen charakterisiert sei. „Die Reizdarmpatienten mit konstanter Diarrhoe stellen eher eine Minderheit dar und hier ist immer eine eingehende ätiologische Abklärung sinnvoll“, ergänzte Allescher.

„Für die Therapie ist die Trennung in ein Reizmagen- und Reizdarmsyndrom klinisch jedoch von untergeordneter Bedeutung“, so Madisch. Beide Experten erklärten übereinstimmend: Bei der evidenzbasierten Therapie mit Phytopharmaka wie der Iberis-amara-Kombination wirke der Multi-Target-Effekt auf die Symptome und Ursachen beider Krankheitsbilder. „Dies könnte darauf hinweisen, dass es weitere pathomechanistische Verbindungen zwischen den beiden Krankheitsbildern gibt“, schloss Allescher. Madisch hob hervor: „Auf Basis der plazebo-kontrollierten Studien wird STW 5 mittlerweile bei der Behandlung beim Reizmagen- und Reizdarmsyndrom in nationalen und internationalen Leitlinien empfohlen.“

Das Symposium mit seinen vielfältigen Inhalten und den mitunter kontroversen Standpunkten machte deutlich, wie viel im Bereich der Magen-Darm-Forschung in Bewegung ist. Und es zeigte gleichermaßen: Ein Medikament wie Iberogast®, das durch seinen Multi-Target-Ansatz der Pluralität von Symptomen und Ursachen bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen Rechnung trägt, behält seine Bedeutung auch und vor allem durch die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse.


Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte der Konzern mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,3 Milliarden Euro. Diese Zahlen schließen das Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen ein, das am 6. Oktober 2015 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht wurde.

  • Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de


Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland.


Quelle: Bayer HealthCare, 24.09.2016 (tB).

 
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