Home Innere Medizin Kardiologie SPRINT-Studie: Bluthochdrucktherapie ernst nehmen
20 | 10 | 2017
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Vocado HCT. Photo und Copyright: Berlin-ChemieSPRINT-Studie

Bluthochdrucktherapie ernst nehmen

Berlin (5. Juli 2016) ‑ Aktuell wird von allen nationalen und internationalen Leitlinien ein fast einheitlicher Zielblutdruck von < 140/90 mmHg unabhängig von den Risikogruppen der Hypertonie empfohlen.(1) Die SPRINT‑Studie stellt dies nun in Frage.(2) Denn bei Patienten, deren Blutdruck auf unter 120 mmHg gesenkt wurde, traten im Schnitt 25 % weniger kardiovaskuläre Ereignisse auf als in der Vergleichsgruppe der Patienten mit Werten < 140 mmHg. Für diese Zielwerte reichte ein antihypertensiver Wirkstoff oft nicht aus. Fixkombinationen wie Vocado® (Olmesartan/Amlodipin) und Vocado HCTO (Olmesartan/ Amlodipin/ HCT) können dabei zu einer Erleichterung der Therapieadhärenz, zu einer verbesserten Zielwerterreichung und zu einer Risikoreduktion kardiovaskulärer Ereignisse im Vergleich zu freien Kombinationen führen.

In der SPRINT‑Studie waren fast 10.000 Patienten im Alter von mindestens 50 Jahren mit einem systolischen Blutdruck von mindestens 130 mmHg und einem erhöhten kardialen Risiko aber ohne Diabetes mellitus und ohne Schlaganfall eingeschlossen. Der primäre Endpunkt war definiert als erstes Auftreten von Herzinfarkt, akutem Koronarsyndrom, Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder Tod infolge einer kardiovaskulären Erkrankung. Sie wurden randomisiert in zwei Therapiegruppen mit einem Zielblutdruck von systolisch < 140 mmHg (Standardtherapie) und < 120 mmHg (intensive Therapie) eingeteilt. Um den tieferen Blutdruckwert zu erreichen, wurden im Mittel drei verschiedene Antihypertensiva benötigt. Um den Zielblutdruck unter Standardtherapie zu erreichen, wurden im Mittel zwei Antihypertensiva benötigt.


Ergebnisse der tieferen Blutdrucksenkung

Die Studie wurde 2015 vorzeitig beendet, denn eine Zwischenauswertung zeigte eine deutliche Überlegenheit des niedrigeren Zielblutdrucks. Kardiovaskuläre Ereignisse (primärer Endpunkt) konnten um 25 % gesenkt werden. Darüber hinaus sank die Gesamtmortalität um gut ein Viertel und die kardiovaskulär bedingten Todesfälle reduzierten sich um 43 %. Die Rate der Nebenwirkungen wie Hypotonie, Synkopen, Elektrolytstörungen oder akutes Nierenversagen war jedoch in der Gruppe mit intensiver Therapie erhöht.(2)


Mehr als ein Wirkstoff ist nötig

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass ein Wirkstoff allein bei der antihypertensiven Therapie kaum ausreichend ist, um Patienten auf Zielwert einzustellen. So benötigen in Deutschland bereits zwei Drittel aller Hypertoniker mehr als einen Wirkstoff.(3) Mit der Fixkombination aus Olmesartan und Amlodipin (z.B. Vocado©) erreichten beispielsweise 53,2 % Patienten den gewünschten Zielblutdruck, unter Olmesartan allein waren es nur 26,4 % und unter Amlodipin in der Monotherapie nur 32,5 %.(4) Bei etwa einem Drittel der Patienten sind sogar drei und mehr Wirkstoffe zur Blutdrucknormalisierung notwendig.(3) So waren in der BP‑CRUSH‑Studie neun von zehn Bluthochdruckpatienten mit der Fixkombination aus Olmesartan, Amlodipin und HCT (z.B. Vocado® HCT) 40 mg/10mg/25 mg nach 20 Wochen auf Zielwert eingestellt.(5)


Risikoreduktion durch Fixkombinationen

Außerdem zeigte sich in einer anderen Studie, dass die Behandlung mit Fixkombinationen zu einer stärkeren relativen Risikoreduktion führte als mit freien Kombinationen. Unter der Fixkombination von Olmesartan und Amlodipin (z.B. Vocado©) traten 65 % weniger kardiovaskuläre Ereignisse auf als unter der freien Kombination der beiden Substanzen.(6)


Literaturverweise

  1. Mancia G et al. J Hypertens 2013; 31: 1281‑1357
  2. The SPRINT Research Group. N Engl J Med 2015; 373: 2103‑2016
  3. Düsing R. Kardiologie 2010; 4:27‑36
  4. Oparil S et al. J Hypertens 2008; 26 (Suppl. 1): 375
  5. Weir MR et al. J Clin Hypertens (Greenwich) 2011; 13: 404‑412
  6. Panjabi S et al. Circ Cardiovasc Qual Outcomes. 2012; 5: A320


Über Berlin‑Chemie/Menarini

Arzneimittel‑Innovationen und ein über Generationen gereifter Erfahrungsschatz sind Markenzeichen der Berlin‑Chemie AG. Die Wurzeln des Unternehmens am Hauptstandort Berlin‑Adlershof reichen bis ins Jahr 1890 zurück. Seit 2992 gehört Berlin‑Chemie zur weltweit agierenden italienischen Menarini‑Gruppe und ist für das Arzneimittel‑Geschäft in Deutschland, Osteuropa und Skandinavien verantwortlich. Zudem ist Berlin einer der drei Forschungsstandorte der Menarini‑Gruppe. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 5.410 Menschen. Drei Viertel der im Inland verkauften Arzneimittel des Unternehmens sind innovative Präparate, vor allem Herz‑Kreislauf‑Mittel und Antidiabetika. BerlinChemie liefert Medikamente in 33 Staaten und unterhält in mehr als 30 Ländern eigene Tochtergesellschaften und Dependancen.


Quelle: Berlin-Chemie, 05.07.2013 (tB).


 
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