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Abb.: Dr. Wolfgang Eßer, KZBV-Vorsitzender, Prof. Dr. Christian H. Splieth, Universität Greifswald, Susanne Steppat, DHV-Beirätin und Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (v.l.) stellen neues Versorgungskonzept vor. Foto: © KZBV/DarchingerVersorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“

Zahnprophylaxe vom ersten Milchzahn an!

 

Karlsruhe (7. Februar 2014) - Die Kariesprophylaxe muss früher beginnen. Denn viele Kinder leiden schon im Vorschulalter unter starker Karies, die häufig in den ersten Lebensmonaten angelegt ist. Aus diesem Grund haben Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) zusammen mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) und unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Greifswald jetzt das Versorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“ entwickelt. Das Konzept wird heute auf einer gemeinsamen Presskonferenz in Berlin vorgestellt.

 

Hebammen komme bei der Kariespropylaxe eine zentrale Rolle zu, sagt DHV-Präsidiumsmitglied Susanne Steppat: „Nach der Geburt interessieren sich Mütter besonders stark für Informationen, die die Gesundheit ihrer Babys betreffen. Die Erfahrungen der Hebammen zeigen jedoch, dass die Mütter dabei zu selten an die Mundhygiene denken. Wir wollen daher sowohl die Zahngesundheit der Mutter in der Schwangerschaft als auch die Vorsorge beim Kind zukünftig noch stärker thematisieren.“

 

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeszahnärztekammer zusammen mit dem DHV einen textfreien Comic zur Zahnpflege und Mundgesundheit bei Kleinkindern herausgegeben. Mit der Publikation wird ohne Worte gezeigt, was gut für das Kleinkind ist und was vermieden werden sollte. Sie ist so gestaltet, dass es Spaß macht, sich die Bilder anzusehen und die Tipps zu befolgen. Auch Menschen, die nicht so gut lesen und schreiben können, verstehen die Botschaft sofort.

 

In dem Konzept „Frühkindliche Karies vermeiden“ fordern die Autoren, für Kleinkinder zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat drei systematische zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen einzuführen und im ‚gelben Heft‘ für ärztliche Kinderuntersuchungen zu dokumentieren. Die Früherkennung soll präventive und gesundheitserzieherische Maßnahmen umfassen. Damit Karies frühzeitig erkannt, schmerzfrei behandelt und im Anfangsstadium sogar ausgeheilt werden kann, sollen Eltern über richtige Mundhygiene und zahngesunde Ernährung aufgeklärt werden. Erklärtes Ziel der Maßnahmen: Im Jahr 2020 sollen 80 Prozent aller 6-Jährigen kariesfrei sein.

 

„Viele Gründe sprechen für eine intensive Beratung zur Kariesprophylaxe durch Hebammen“, sagt Susanne Steppat. „Wir können die ersten Untersuchungen bei der Zahnärztin erklären und auf falsches Verhalten wie das Ablecken von Schnullern und Löffeln hinweisen. Auch ist vielen Eltern nicht bewusst, dass Dauernuckeln Karies fördert. Da Hebammen die Eltern in der ersten Zeit mit ihrem Kind intensiv betreuen, können sie schon früh und wiederholt auf die Eltern einwirken.“

 

 

Abb.: Dr. Wolfgang Eßer, KZBV-Vorsitzender, Prof. Dr. Christian H. Splieth, Universität Greifswald, Susanne Steppat, DHV-Beirätin und Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (v.l.) stellen neues Versorgungskonzept vor. Foto: © KZBV/Darchinger

 

 


 

Quelle: Deutscher Hebammenverband, 07.02.2014 (tB).