Home Kinder- und Jugendmedizin BVKJ 2013: Neues zu Kombinationsimpfstoffen und der STIKO-Empfehlung zur Rotavirus-Schluckimpfung
11 | 12 | 2017
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BVKJ 2013

Neues zu Kombinationsimpfstoffen und der STIKO-Empfehlung zur Rotavirus-Schluckimpfung

 

Bad Orb (13. Oktober 2013) -  In diesem Jahr gab es zwei wichtige Neuerungen im Bereich der Kinderimpfstoffe: Zum einen ist seit dem Frühjahr der neue Sechsfach-Impfstoff Hexyon® zugelassen und zum anderen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seit August die allgemeine Rotavirus-Schluckimpfung von Säuglingen. In Deutschland stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung, z.B. der pentavalente Schluckimpfstoff RotaTeq®.1,2,3 Dr. med. Michael Hubmann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Zirndorf, wies anlässlich des 41. Herbst-Seminar-Kongresses des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte e.V. (BVKJ) in Bad Orb auf die Bedeutung der STIKO-Impfempfehlung sowie die Möglichkeit einer kombinierten Gabe einer Rotavirus-Impfung mit anderen Impfungen zur Grundimmunisierung hin.

 

 

Rotavirus-Impfung: Empfehlung und Begründung der STIKO

 

Ziel der STIKO-Impfempfehlung ist es, schwere Rotavirus (RV)-Erkrankungen und insbesondere dadurch erforderliche Krankenhausbehandlungen bei Säuglingen und Klein-kindern zu reduzieren.4 Bislang werden in Deutschland jährlich über 17.500 Kinder im Alter unter fünf Jahren aufgrund einer RV-Erkrankung hospitalisiert.5 Der Empfehlung ging eine eingehende Prüfung der verfügbaren Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit und dem zu erwartenden Nutzen einer Rotavirus-Schluckimpfung voraus. Neben der Definition patientenrelevanter Endpunkte der RV-Impfung waren umfassende Literaturrecherchen zur Identifizierung wichtiger klinischer Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit sowie deren systematische Bewertung Bestandteil der Prüfung. Für den Wirksamkeitsnachweis wurden sechs randomisierte, kontrollierte Studien mit über 100.000 Teilnehmern herangezogen. Sie demonstrieren übereinstimmend eine hohe Wirksamkeit bezüglich der Endpunkte Rotavirus-bedingte Hospitalisierung, schwerer RV-bedingter Gastroenteritiden (RVGE), RVGE jeglicher Schwere sowie schwerer akuter Gastroenteritiden. Auch die Daten zur Impfstoff-Effektivität unter Alltagsbedingungen aus Postmarketing-Studien wurden in einer Meta-Analyse zusammengefasst und bestätigten die Ergebnisse aus den randomisierten kontrollierten Studien zur Wirksamkeit.4 Die Grundlage für die Evaluation der Sicherheit bildete eine systematische Übersichtsarbeit der renommierten Cochrane Collaboration.6 Das Ergebnis: Bezüglich des Auftretens von Nebenwirkungen wie Durchfall, Fieber und Erbrechen wurden in den meisten randomisierten, kontrollierten Studien keine Unterschiede zur Placebogruppe gemessen. „Da andere Präventionsstrategien, wie z. B. Hygienemaßnahmen, RV-Infektionen nicht effektiv verhindern können, ist die Rotavirus-Schluckimpfung die geeignetste Maß-nahme zur Vorbeugung von RV-Gastroenteritiden“, erklärt Hubmann.

 

 

Bald Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen: Rotavirus-Schluckimpfung

 

Ärzte sollten Eltern darauf hinweisen, dass die Möglichkeit besteht, ihr Kind gegen Rotaviren-Infektionen impfen zu lassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist der Empfehlung der STIKO gefolgt und hat zum 1. Oktober 2013 beschlossen, die Rotavirus-Impfung in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) aufzunehmen.7,a In Deutschland stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung, z. B. der pentavalente Schluckimpfstoff RotaTeq®.3 Er verfügt über eine bewährte Wirksamkeit gegen die fünf häufigsten Rotavirus-Typen, die 98 Prozent der Rotavirus-Gastroenteritiden in Deutschland verursachen, und ist sehr gut ver-träglich.3,8,9,10,11 „Eine zeitgleiche Impfung von RotaTeq® mit anderen empfohlenen Kinderimpfstoffen, beispielsweise mit einem Sechsfach-Impfstoff zur Grundimmunisierung, ist möglich und beeinflusst deren Immunantwort nicht“, informiert Hubmann.1 Parallele Impfungen eines hexavalenten Impfstoffs, z.B. Hexyon® und RotaTeq® können durch das 3-Dosen-Schema von RotaTeq® daher gut im Alter von zwei, drei und vier Monaten durch-geführt werden und vereinfachen somit das Praxismanagement.

 

 

Sichere Handhabung dank Fertigspritze: Neuer Sechsfach-Impfstoff Hexyon®

 

Der neue Sechsfach-Impfstoff Hexyon® ist zur Immunisierung von Säuglingen und Kleinkindern gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Hepatitis B, Poliomyelitis und durch Haemophilus influenzae Typ b (Hib) verursachte invasive Erkrankungen zugelassen.1 Ein umfangreiches Studienprogramm belegt die hohe Immunogenität aller sechs in Hexyon® enthaltener Antigene (DTaP-IPV-HB-Hib) mit einem guten Sicherheits- und Verträglich-keitsprofil.12

 

Als einziger Sechsfach-Impfstoff in einer Fertigspritze ist Hexyon® sofort gebrauchsfertig und bietet daher Vorteile hinsichtlich Praktikabilität und Sicherheit bei der Handhabung. Im Praxisalltag verbessert dies das Impf- und Qualitätsmanagement. „Die einfache Anwendung minimiert Risiken für Impfstoffkontamination und Medikationsfehler – ein deutliches Plus für die Sicherheit der kleinen Patienten“, erläutert Hubmann. Auch sind Fertigimpfstoffe für die Mitarbeiter wesentlich sicherer, weil sie weniger mit Nadeln hantieren müssen.

 

Der neue Impfstoff lässt sich einfach in den Praxisalltag integrieren: Hexyon® kann gemäß STIKO-Empfehlung im Alter von 2, 3, 4 Monaten und einer Auffrischimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten eingesetzt werden – aber auch eine frühere Impfung ab einem Alter von sechs Wochen ist möglich.2 Der Impfstoff ist außerdem zur Auffrischimpfung einsetzbar, wenn zuvor mit einem anderen Sechsfach-Impfstoff bzw. einem Fünffach-Impfstoff und einem monovalenten Hepatitis B-Impfstoff geimpft wurde. Zudem kann der Sechsfach-Impfstoff nicht nur zeitgleich mit dem Rotavirus-Impfstoff, sondern auch mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff und dem Pneumokokken-Polysaccharid-Konjugat-Impfstoff gegeben werden.

 

Damit der Wechsel zu Hexyon® reibungslos verläuft, sollte das gesamte Praxisteam, besonders die Impfassistenz, über den neuen Impfstoff informiert werden. „In meiner Praxis haben wir eine Mitarbeiterin benannt, die sich rund um das Impfstoffmanagement kümmert“, sagt Hubmann. So empfiehlt es sich beispielsweise, im Kühlschrank verschiedene Impfstoffe klar getrennt zu lagern oder deutlich gekennzeichnet in unterschiedlichen Fächern aufzubewahren. Zudem erleichtert eine klare Dokumentation das Impfmanagement.

 

 

Anmerkung

 

  • a. Vorbehaltlich der Prüfung durch das BMG und Veröffentlichung im Bundesanzeiger gem. § 94 SGB V.

 

 

Literatur 

  1. Fachinformation Hexyon®. Stand April 2013.
  2. Robert Koch-Institut. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut / Stand: August 2013. Epidemiologisches Bulletin 2013;34: 313–333.
  3. Fachinformation RotaTeq®. Stand Februar 2013.
  4. Robert Koch-Institut. Empfehlung und wissenschaftliche Begründung der Empfehlung zur Rotavirus-Standardimpfung von Säuglingen. Epidemiologisches Bulletin 2013;35: 349–361.
  5. Koch J, Wiese-Posselt M. Epidemiology of rotavirus infections in children less than 5 years of age: Germany, 2001-2008. Pediatr Infect Dis J 2011;30: 112–117.
  6. Soares-Weiser K et al. Vaccines for preventing rotavirus diarrhoea: vaccines in use. Cochrane Database Syst Rev 2010;5: CD008521.
  7. http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1829/ (letzter Aufruf: 8. Oktober 2013)
  8. Littmann M et al. Krankheitslast durch akute Rotavirus-Gastroenteritis bei Kindern < 5 Jahre. Pädiat Prax 2007;70: 433–444.
  9. Van Damme P et al. Distribution of rotavirus genotypes in Europe, 2004–2005: the REVEAL Study. J Infect Dis 2007;195 (Suppl 1): 17–25.
  10. Vesikari T et al. Efficacy of the pentavalent rotavirus vaccine, RotaTeq, against hospitalizations and emergency departments visits up to 3 years post vaccination: the Finnish extension study International meeting on emerging disease and surveillance 2009. Vaccine 2009;28: 345–351.
  11. Mas Marques A et al. Group A rotavirus genotypes in Germany during 2005/2006. Arch Virol. 2007;152(9): 1743–1749.
  12. McCormack PL. Pediatr Drugs 2013;15: 59–70.

 

Über Sanofi Pasteur MSD (SPMSD)

 

SPMSD ist ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen von Sanofi Pasteur und Merck & Co. Inc.: Wir haben uns als Einzige ausschließlich auf Herstellung und Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert. Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen – mit unseren Produkten schützen wir Menschen aller Altersklassen vor 20 Infektionskrankheiten. Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer und der Verbesserung bewährter Impfstoffe. Dabei ist es Ziel, deren Wirksamkeit, Verträglichkeit und Akzeptanz ständig zu verbessern. Auf der Dialogplattform www.impfenimdialog.de beantworten Experten von SPMSD persönlich individuelle Fragen rund um das Thema Impfen.

 


 

Quelle: Sanofi Pasteur MSD, 13.10.2013 (tB).

 
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