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GNPI 2015: Schonende Atemunterstützung mit der High Flow Therapie. Bei der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) in Stuttgart diskutierten Experten das Für und Wider des Einsatzes einer High Flow Therapie (HFT) in der Neonatologie. Beim Lunchsymposium „High Flow Nasal Cannula – A method ready for clinical routine?“ von Linde Healthcare / Vapotherm diskutierten unter dem Vorsitz von Professor Dr. med. Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, Dr. med. Kevin Ives vom John Radcliffe Hospital in Oxford und Professor Dr. med. Egbert Herting, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lübeck den aktuellen Stand der HFT in der Neonatologie. Zudem schilderte Regina Hanusch, Fachschwester für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Dresden die Sicht des Pflegepersonals auf den Einsatz der HFT auf der neonatologischen Station. Photo: Linde HealthCareGNPI 2015

Schonende Atemunterstützung mit der High Flow Therapie

 

Stuttgart (22. Mai 2015) – Bei der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) in Stuttgart diskutierten Experten das Für und Wider des Einsatzes einer High Flow Therapie (HFT) in der Neonatologie. Beim Lunchsymposium „High Flow Nasal Cannula – A method ready for clinical routine?“ von Linde Healthcare / Vapotherm diskutierten unter dem Vorsitz von Professor Dr. med. Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, Dr. med. Kevin Ives vom John Radcliffe Hospital in Oxford und Professor Dr. med. Egbert Herting, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lübeck den aktuellen Stand der HFT in der Neonatologie. Zudem schilderte Regina Hanusch, Fachschwester für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Dresden die Sicht des Pflegepersonals auf den Einsatz der HFT auf der neonatologischen Station.

 

Nasale HFT im klinischen Alltag

 

Kevin Ives stellte die HFT mit dem Vapotherm® Precision Flow® als schonende, volumenkontrollierte Form der nichtinvasiven respiratorischen Unterstützung vor, bei der den kleinen Patienten optimal aufbereitetes Atemgas mit hohen Durchflussraten (Flow) über spezielle Nasenkanülen verabreicht wird. „Durch den gesteigerten Flow werden die oberen Atemwege kontinuierlich mit frischem Sauerstoff geflutet und Kohlendioxid vermehrt ausgewaschen“, erläuterte Ives. Im Gegensatz zur ebenfalls nicht-invasiven nasalen CPAP (nasal continuous positive airway pressure) werde bei der HFT keine Atemmaske verwendet, da es sich um ein offenes System ohne festen expiratorischen Druck handelt. „Dies erleichtert die inspiratorische Atemarbeit und begünstigt die Expiration. Über eine optimale Temperierung und Befeuchtung lässt sich die Schleimhautbelastung minimieren und eine Sekretmobilisation erreichen. Die nasale HFT fördert die normale physiologische Atmung und verbessert den Patientenkomfort. Studienergebnisse zeigen, dass bei der nHFT signifikant weniger Traumata an Nase und Gesicht auftreten als bei der nCPAP. In Oxford verwenden wir die HFT bereits bei 80% der Neonaten, die auf eine Atemunterstützung angewiesen sind“, erklärte Ives.

 

Egbert Herting wies allerdings auch darauf hin, dass die Studienlage hinsichtlich eines Effektivitäts-vergleichs von nHFT und nCPAP noch „relativ dünn“ ist. „Aus unserer Sicht muss immer im Einzelfall entschieden werden, welche Atemunterstützung angebracht ist. Bei uns wird die HFT in etwa 30% der neonatologischen Fälle, z.B. zur Entwöhnung von invasiver Beatmung angewendet. Bei schwerem Krankheitsbild oder zum Öffnen der Alveolen müssen andere, ggf. invasivere Beatmungsmethoden eingesetzt werden“, berichtete Herting.

 

Regina Hanusch beschrieb Ihre praktischen Erfahrungen mit der HFT: „Der Vapotherm® Precision Flow® zeichnet sich durch eine einfache Handhabung aus. Bei diesem Gerät lassen sich Temperatur, Flowrate und Sauerstoffgehalt des zugeführten Gases mit nur einem Regler einstellen.“

 

Die Verwendung einer Nasenbrille erspart den kleinen Patienten das Tragen einer Maske, was die sehr dünne Haut der Kinder nachweislich schont: „Wir fixieren die Nasenbrillen relativ locker mit kleinen Pflastern.“ Dank der Nasenbrille können die Eltern ihre Kleinen trotz Atemunterstützung auf den Arm nehmen und Still- oder Fütterungsversuche vornehmen, was sowohl für die Eltern als auch die Kinder von großem Vorteil ist. „Eine lange Intensivtherapie verringert Saug- und Schluckreflexe – mit der HFT kann das vermieden werden“, erläuterte Hanusch.

 

 

HFT mit dem Vapotherm® Precision Flow®

 

Der Vapotherm® Precision Flow® wurde speziell für die High Flow Therapie entwickelt, um auch bei hohen Flowraten eine gleichmäßige Erwärmung, optimale Befeuchtung sowie präzise Steuerung der Flowrate und des Sauerstoffgehalts zu gewährleisten. Die Erwärmung erfolgt über einen Heißwasserkreislauf, der Temperaturen von 33 bis 43°C im Atemgas bis direkt zur Nasenbrille ermöglicht. Eine spezielle Dampfübertragungspatrone sorgt für eine hoch disperse Feuchtigkeit nahe 100% ohne übermäßige Tröpfchenbildung/Kondensation. Der Sauerstoffanteil lässt sich zwischen 21 und 100% frei einstellen. Alle Werte sowie eventuelle Alarmzustände werden auf einem großen Farbdisplay übersichtlich angezeigt und können jederzeit mit einem Blick kontrolliert und mit einem einzigen Regler eingestellt werden. Eine schnelle Inbetriebnahme und Betriebsbereitschaft erhöhen die Flexibilität des Systems. Die Flowrate kann für Neugeborene und Säuglinge individuell zwischen 1-8 l/min angepasst werden.

 

 

Über Linde Healthcare Deutschland

 

Linde Healthcare Deutschland ist einer der führenden Anbieter für die Arzneimittelversorgung mit Gasen, dazugehörigen Medizinprodukten und für die Versorgung von Patienten zu Hause sowie in spezialisierten Beatmungspflege-Centern. Linde Healthcare vereint die Bereiche Homecare und Hospital Care der Linde Gas Therapeutics GmbH sowie das Beatmungspflegekonzept REMEO® der Linde Remeo Deutschland GmbH. In allen Bereichen stehen Sicherheit, Qualität und Innovation der Therapien und Dienstleistungen im Vordergrund. Linde Healthcare Deutschland umfasst rund 700 Mitarbeiter und ist Teil der globalen Geschäftseinheit Healthcare der Linde Group.

 

Linde Gas Therapeutics GmbH und Linde Remeo Deutschland GmbH sind Konzerngesellschaften der Linde Group.

 

 

 

Über The Linde Group

 

The Linde Group hat im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 17,047 Mrd. EUR erzielt und ist damit das größte Gase- und Engineeringunternehmen der Welt. Mit rund 65.600 Mitarbeitern ist Linde in mehr als 100 Ländern vertreten. Die Strategie des Unternehmens ist auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – weltweit, in jedem Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.

 

  • Weitere Informationen über The Linde Group finden Sie online unter www.linde.com

 

 


Quelle: Linde Healthcare Deutschland, 07.07.2015 (tB).