Medizin

Europäischer Kardiologiekongress (ESC) 2016 Plötzlicher Herztod

Defi-Weste schützt während Therapie-Optimierung reduziert Implantationen

Rom, Italien (27 . August 2016 ) - Zwischen 100.000 und 150.000 Menschen pro Jahr sterben in Deutschland an einem plötzlichen Herztod. Bei Hochrisiko-Patienten kann ein plötzlicher Herztod durch die prophylaktische Implantation eines Defibrillators (ICD) verhindert werden, der das Herz im Bedarfsfall mittels Stromstoß wieder in den gesunden Sinus-Rhythmus bringt. Diese kann bei einem Teil der Patienten durch die vorübergehende Anwendung einer tragbaren „Defi-Weste“ (waerable cardioverter/defibrillator, WCD) und gleichzeitige Optimierung der Herzinsuffizienz-Therapie vermieden werden. Das zeigt eine Register-Studie aus Hannover, die auf dem Europäischen Kardiologie-kongress (ESC) in Rom präsentiert wurde.

Ästhetik und Funktion: Nasen – v.l. Schiefnase, Spannungsnase, Höckernase, Sattelnase. Photo und Copyright: Universitätsklinikum UlmWas bei kosmetischen, ästhetischen und funktionellen Nasen-OPs wichtig ist

Aktuelle Leitlinie für Nasen-Operationen: Kosmetik, Ästhetik, Funktionalität?

 

Ulm (25. August 2016) - Eine „rein“ kosmetische Nasen-Operation darf nicht zu einer Beeinträchtigung der Atmung führen – das legt erstmals die aktualisierte medizinische Leitlinie zu Formstörungen der inneren und äußeren Nase fest, die Ärzte der Ulmer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie federführend erstellt haben. Die Leitlinie setzt zudem Diagnosestandards u.a. für kosmetische Operationen und fordert in bestimmten Fällen vor Nasen-OPs eine psychosomatische Untersuchung. Damit bieten die Leitlinien für Ärzte und für Patienten mehr Sicherheit in der Behandlung.
 

Kinderuntersuchungsheft. G-BA

Neue Kinder-Richtlinie tritt am 1. September 2016 in Kraft

Berlin (23. August 2016) – Am 1. September 2016 wird die neu gefasste Kinder-Richtlinie in Kraft treten. Dies teilte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit. Die Teilbeschlüsse zu den grundlegend überarbeiteten Untersuchungsinhalten, zum Mukoviszidose-Screening (Zystische Fibrose), zu qualitätssichernden Maßnahmen und zum Kinderuntersuchungsheft – besser bekannt als „Gelbes Heft“ – wurden im Juni und August 2015 sowie im Mai 2016 gefasst.

Reizdarm

Alte Brotbacktechniken könnten Leiden verringern

  • Blähungen durch unverdaubare Zucker lassen sich durch längere Gehzeit beim Teig verringern

Stuttgart (24. August 2016) - Hoffnung für Reizdarm-Patienten: Weizenprodukte verursachen bei ihnen schwere Blähungen u.a. ausgelöst durch spezielle Zucker, den sogenannten FODMAPs. Das sind im Wesentlichen niedermolekulare Zucker, die im Weizenkorn gespeichert werden. Viele Patienten berichten jedoch, dass Brot aus alten Getreidesorten ihnen Linderung bringt. Ein Team vom Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel und der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim fand nun heraus, was Brot aus Urgetreide bekömmlicher macht und wie viel dieser speziellen Zucker darin enthalten sind. Die große Überraschung: Urgetreide enthält kaum weniger FODMAPs als Brotweizen. Es kommt vielmehr darauf an, wie der Teig aus dem Getreide zubereitet wird.

Faire Vergleiche bei Arthroskopien am Kniegelenk durch Krankenkassendaten

Wie gut war die Knie-OP?

Göttingen (22. August 2016) - Das AQUA-Institut entwickelte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses ein sektorenübergreifendes Verfahren, mit dem die Behandlungs­qualität von Arthroskopien am Kniegelenk besser beurteilt werden kann. Mithilfe der sog. Risikoadjustierung fließt eine Reihe von Faktoren in die Qualitätsbeurteilung mit ein, die auf das Behandlungsergebnis Einfluss nehmen können. Dies sind neben Alter und Geschlecht unter anderem Vor- bzw. Begleiterkrankungen oder der Schweregrad des Eingriffs. Damit lassen sich bessere und insbesondere gerechtere Qualitätsvergleiche zwischen den Operateuren herstellen. Der Bericht wurde auf der Internetseite des AQUA-Instituts veröffentlicht.